21. August 2018, 21:01 Uhr

105 Jahre auf dem Buckel

21. August 2018, 21:01 Uhr
Ortsbildprägend und gemeinschaftsfördernd: der Eichbaum in Ober-Bessingen. (Foto: pad)

Der höchste Ober-Bessinger wird am 2. September 105 Jahre alt: der Eichbaum. Das muss gefeiert werden – schließlich gibt es dann auch die Eichbaumgruppe seit 30 Jahren. Doch dem Baum geht es nicht so gut. Pilzbefall im Wurzelbereich macht ihm zu schaffen, der Besuch vom »Baumdoktor« steht aus. Der Eichbaum könnte vieles erzählen – etwa vom Besuch des Fernsehteams der »Hessenschau« und dem großen Gruppenfoto vom Dorf.

25 000 Euro für gute Zwecke

Forstwart Konrad Keller hatte seinerzeit den kleinen Setzling aus der Hardt geholt. Als das Bäumchen am 2. September 1913, dem Sedanstag, mitten im Ort gesetzt wurde, vergrub man im Pflanzloch auch eine Glasflasche mit den Namen der Beteiligten. Der Eichbaum sollte an die Völkerschlacht bei Leipzig erinnern. Das ist aber mittlerweile Laub von gestern. Heute erinnert der Eichbaum die Menschen eher daran, wie wichtig es ist, sich mal unter seinen Ästen auf einer der Bänke zusammenzusetzen und gemeinsam etwas für das Dorf zu tun.

So wie an jenem Tag 1988. Karl-Heinz und Karin Römer machten damals eine Pause, als Ernst Jox vorbeikam. Er war als kleiner Junge dabei, als der Baum gesetzt worden war. »Wusstet ihr, dass die Eiche 75. Geburtstag hat?«, fragte er. Das wussten die Römers bis dahin nicht. Der anstehende »Geburtstag« machte im Dorf schnell die Runde. Und dann feierten die Ober-Bessinger – fortan jedes Jahr. Sie gaben sich sogar einen Namen: Eichbaumgruppe. Seit dem 99. Eichbaum-Geburtstag wird sogar ein bisschen Weihnachten gefeiert – die Idee für den Krippenweg war geboren. Anfangs waren es nur 24 Krippen, mittlerweile sind es gut dreimal so viele, die ab dem ersten Advent bei den Besuchern für strahlende Augen sorgen. Stets startet die Eröffnung unter dem Eichbaum. Zu Ostern gibt es mittlerweile einen Osterweg. Die Gewinne kamen stets einem guten Zweck zugute: Das Taufbecken in der Kirche, die Weihnachtsbeleuchtung an der Pforte, Spenden für den Kinderhospizdienst, den Kindergarten oder die Kinder-Herzstation in Gießen wurden so möglich. Rund 25 000 Euro sind mittlerweile zusammengekommen. Seit 1999 organisiert die Eichbaumgruppe auch Seniorennachmittage im Dorf. Seitdem der Baum kränkelt, hilft ihm »sein« Dorf; die Feuerwehr wässert ihn regelmäßig. So viel steht fest: Müsste die stolze Eiche irgendwann gefällt werden, wird das Engagement der Eichbaumgruppe nicht nachlassen.

Das Eichbaumfest wird am Samstag, dem 25. August, ab 15 Uhr gefeiert. Mit dabei sind das NABU-Bibermobil und die Kindertanzgruppe. Gerd Albohn sorgt für Musik. Es gibt eine Spaßtombola, Gegrilltes, Kaffee und Kuchen.

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