09. Oktober 2018, 21:38 Uhr

10 000 Euro Schmerzensgeld

09. Oktober 2018, 21:38 Uhr

10 000 Euro. Das ist das Schmerzensgeld, das ein Unfallopfer für Brüche von Schlüsselbein und Oberarm sowie Verletzungen an der Hüfte vom Gießener Landgericht zugesprochen bekommen hat. Und zwar mehr als fünf Jahre nach den Ereignissen auf einer Dorfstraße im Nordosten des Kreises, im Mai 2013.

Bereits mehrfach war das Unfallgeschehen Thema in Gerichtssälen, sorgte für Aufsehen nicht zuletzt deshalb, weil es sich beim Kläger um einen damals aktiven Linken-Kreispolitiker handelt und bei den Beklagten um den Ex-Bürgermeister einer Kreisgemeinde. Wobei eine politische Komponente ganz sicher auszuschließen ist.

Fest steht: Der junge Mann war von dem Wagen des Seniors überrollt worden. Wobei bis jetzt nicht bis ins letzte Detail klar ist, wie es genau zu dem Unfall kam, wie das Opfer vors und dann unters Auto kam. Ein Verfahren gegen den Autofahrer wurde in der Vergangenheit allerdings bereits eingestellt; ein Gutachter hatte glaubhaft dargelegt, dass das Opfer nicht umgefahren worden war.

An den Folgen leidet der junge Mann nach eigenem Bekunden noch immer. Seine damalige Profession: als selbstständiger Unternehmer, als Freiberufler, kulturhistorische Wanderungen zu führen. Heute ist er auf Hartz IV angewiesen. Er hatte vor Gericht eigentlich mindestens 50 000 Euro Schmerzensgeld gefordert sowie 12 000 Euro für den erlittenen Verdienstausfall. Dem hat die Richterin jetzt jedoch nur teilweise stattgegeben. Allerdings wird der Alt-Bürgermeister als Beklagter auch verpflichtet, dem Kläger sämtliche künftigen materiellen und immateriellen Schäden zu 75 Prozent zu ersetzen, die im Zusammenhang mit dem Unfall stehen und für die es keinen anderen Kostenträger gibt.

Das Gericht hatte auf einen Vergleich der beiden Parteien gesetzt und Anfang August zu Gesprächen ermutigt. Deshalb wurde eine Urteilsverkündung mehrfach verschoben. Letztlich allerdings hatte der Kläger die Vergleichsverhandlungen für gescheitert erklärt.

Das Urteil, gestern verkündet, wird den vor Gericht nicht mehr erschienenen Beteiligten zugestellt. Sie haben vier Wochen Zeit, den Richterspruch anzunehmen – oder in Revision zu gehen.

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