10. Januar 2019, 16:55 Uhr

Schneechaos

Schneechaos: So erleben eingeschneite Mittelhessen und Wetterauer ihren Skiurlaub

Der Süden Deutschlands und Teile Österreichs versinken im Schnee. Auch zahlreiche Urlauber aus der Region sind eingeschneit. Hier schildern sie ihre Situation und die Lage vor Ort.
10. Januar 2019, 16:55 Uhr
Marty W. aus Heuchelheim fährt seit 15 Jahren nach Obertauern. So viel Schnee wie aktuell hatte er jedoch noch nie. (Foto: privat)

Die Szenerie ist beeindruckend: Teils sind die Schneewände, die Straßen und Gehwege säumen, meterhoch. "Man fühlt sich fast wie in einem Tunnel, wenn man durch die Gegend läuft", beschreibt Tanja V. aus Hüttenberg. Vor einigen Tagen war sie mit ihrer Familie nach Grosau in Österreich gereist. Seit Mittwochnachmittag nun sind alle Zufahrtsweg dicht: Die Lawinenwarnkommission hatte entschieden, die Wege aus Sicherheitsgründen zu schließen. "Am Sonntag wollten wir abreisen. Mal schauen, ob das klappt", erklärt die Mittelhessin. Zumindest bei den Gästen in ihrem Hotel sei die Stimmung noch gut. 

Ganz bitter traf es derweil Lucas S. aus dem Hochtaunus. Gemeinsam mit fünf anderen Leuten (die FNP berichtet ausführlich) sitzt er seit Tagen in einer Hütte im Zillertal fest. "Uns wurde empfohlen, besser schon einen Tag früher abzureisen, bevor uns der Schnee im Tal einschließt" erzählt er. "Kurz darauf wollten wir auch abreisen, aber hier im Tal ging eine Lawine runter und wir kamen nicht mehr raus." Inzwischen wurde sogar bereits Lebensmittelnachschub per Helikopter über ihrer Hütte abgeworfen. Und am Freitag - so die aktuelle Prognose - sollen die Eingeschneiten selbst ausgeflogen werden. 

Sandra M. aus Gießen hat einen speziellen Ausblick in Bad Mitterndorf.
Sandra M. aus Gießen hat einen speziellen Ausblick in Bad Mitterndorf.

Weniger brenzlig ist es bei Marty W. aus Heuchelheim: Er ist zum Skifahren in Obertauern. "Die Schneeberge an den Straßen sind gefühlt vier Meter hoch", erklärt er. Beim jüngsten Stromausfall hätten gerade wieder Leute im Lift festgesteckt. "Ich komme schon seit 15 Jahren nach Obertauern, aber so viel Schnee habe ich hier noch nie gesehen." Radlader und Traktoren seien im Dauereinsatz, um die Zufahrtswege zum Wintersportort freizuhalten. 

Eine Anreise der besonderen Art hatte Marco H. aus Wohnbach: Er ist zum ersten Mal mit seiner Familie im Skiurlaub in Ochsengarten - und brauchte für die Anreise ins Ötztal mal eben knapp zehn Stunden. Freunde, die später dazustießen, waren sogar 17 Stunden unterwegs. "Jetzt, wo wir hier sind, ist eigentlich alles gut. Immer mal hört man laute Schläge, wenn Lawinen abgesprengt werden, aber ansonsten sind wir sehr guter Dinge", beschreibt der Wetterauer.

Weniger Glück hatten Josephine G. und Lars F. aus Gießen: Hallstatt in Österreich, wo sie seit Montag unterwegs sind, ist mit dem Auto inzwischen nicht mehr zu erreichen. Seit ihrer Ankunft habe es nur durchgeschneit, das Dorf sei wie ausgestorben. Auch die Schulen sind dicht, die meisten Lifte geschlossen. "Wir können den Ort nicht verlassen, die Straßen sind wegen Lawinengefahr gesperrt. Es ist schon etwas langweilig", beschreiben die Gießener. Nur über Schiff und Zug geht es aktuell noch rein und raus. Das Dorf sei wie ausgestorben. "Wir sind gespannt, ob wir in den kommenden Tagen wie geplant rauskommen." 

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