15. August 2018, 22:16 Uhr

Professur für Landesgeschichte

15. August 2018, 22:16 Uhr

Beim Protest gegen die Startbahn West flogen in Frankfurt die Fetzen. Der Widerstand gegen das Atomkraftwerk Biblis hielt sich dagegen vergleichsweise in Grenzen. Unter anderem damit wird sich die neue Professur für Hessische Landesgeschichte an der Universität Marburg auseinandersetzen. Sie ist die erste ihrer Art im Bundesland und soll bedeutsame Ereignisse in Hessens jüngerer Geschichte erforschen. Dabei wollen die Historiker auch einen Blick auf die hessische Protestkultur wagen.

Den neuen Lehrstuhl übernimmt zum kommenden Wintersemester die Historikerin Sabine Mecking. Das Besondere sei, dass die Professur Ereignisse des 19. bis 21. Jahrhunderts und insbesondere die Zeitgeschichte in den Blick nehme, erläutert sie. »Das ist generell eher selten. Landesgeschichtliche Professuren sind in ihrer Mehrzahl mittelalterlich bis frühneuzeitlich orientiert.«

Für Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) ist die Gründung der neuen Professur ein »überfälliger Schritt«. Immerhin bestehe das Bundesland schon mehr als 70 Jahre. Zudem wächst in Zeiten des sozialen und kulturellen Wandels das Bedürfnis nach historischer Orientierung, wie Rhein am Mittwoch bei der Vertragsunterzeichnung zur Einrichtung der Professur sagt.

Die Forschungen des neuen Lehrstuhls sollen an die Erkenntnisse anderer Institutionen anknüpfen, die sich ebenfalls um die Landesgeschichte kümmern – das sind unter anderem Staatsarchive und das Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Ab 2021 soll die Professur auch die Leitung des Amtes übernehmen.

Protestkultur und Polizeiarbeit

Der Schwerpunkt von Meckings Arbeit soll auf der Zeit nach 1945 liegen. Hessen hat aus Historikersicht noch einige offene Fragen zu bieten, zum Beispiel jene zur landestypischen Protestkultur. »Bislang ist es in der Forschung so, dass Protestbewegungen stärker als städtisches Phänomen betrachtet werden. Aus meiner Sicht bietet Hessen sehr gute Anhaltspunkte, das einmal im städtischen und ländlichen Raum zu beobachten.«

Nicht nur die Studentenrevolte der 1960er Jahre könne dabei ein Thema sein, sondern auch der Widerstand gegen den Bau der Startbahn West in Frankfurt. Zudem soll die Geschichte der Polizei untersucht werden. In dem Bereich gebe es in Hessen Nachholbedarf. Auch regionale Geschlechtergeschichte sowie Untersuchungen zu Ministerien in der NS-Zeit seien interessant zu erforschen.

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