19. August 2018, 09:00 Uhr

Sensationsfund

Pferdekopf als Exponat zugänglich

Rund 2000 Jahre lag er unter der Erde, seit neun Jahren beschäftigt er die Gerichte – jetzt ist der bronzene römische Pferdekopf für jedermann zugänglich im Römerkastell Saalburg.
19. August 2018, 09:00 Uhr
Endlich ist der 2000 Jahre alte vergoldete Pferdekopf öffentlich zu begutachten. (Foto: wissenschaft.hessen.de)

Bad Homburg/ Lahnau (dpa/lhe). Waldgirmes im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis ist heute ein eher beschaulicher Ort mit etwas über 3000 Einwohnern. Um das Jahr Null aber muss der Ort ein bedeutender Verwaltungssitz der Römer gewesen sein – auf germanischem Gebiet. Auf dem zentralen Platz standen vergoldete Reiterstandbilder. Sie sollten, so glauben Historiker, den Germanen Macht und Pracht des Römischen Reiches vor Augen führen.

Gut die Hälfte der acht Hektar großen römischen Siedlung haben Archäologen seit 1993 ausgegraben – und machten dabei 2009 eine sensationelle Entdeckung: einen rund 2000 Jahre alten Pferdekopf aus vergoldeter Bronze, 15 Kilogramm schwer, 59 Zentimeter lang und erstaunlich gut erhalten. Der Fund überdauerte die Zeit – ohne Kontakt mit Luft und Licht – auf dem Boden eines Brunnenschachtes, unter Mühlsteinen, in einem Holzfass, elf Meter unter der Erde.

Teure Restauration

Archäologen sprachen von einem »Fund von Weltrang« wie die Himmelsscheibe von Nebra oder der Keltenfürst vom Glauberg. Jahrelang wurde der Kopf restauriert, das hessische Wissenschaftsministerium beziffert die Kosten auf 75 000 Euro. Dabei habe »die langfristige Erhaltung« im Vordergrund gestanden und nicht die historische Rekonstruktion.

Zum ersten Mal seit der Entdeckung kann sich nun jedermann den fein gearbeiteten Pferdekopf in einer Vitrine ansehen. Er ist das Highlight der neuen Dauerausstellung über »Rom in Germanien« im Römerkastell Saalburg. Das Museum liegt direkt am Limes, der Außengrenze des Römischen Reiches. Daher sei die Saalburg »für den Pferdekopf der ideale Ausstellungsort«, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), als der Kopf gestern feierlich enthüllt wurde.

Nicht alle dürften mit der Lösung, den Pferdekopf nur in Bad Homburg zu zeigen, glücklich sein. Der Förderverein »Römisches Forum Waldgirmes« würde den Pferdekopf gerne am Fundort präsentieren. Die Bevölkerung vor Ort habe ein Anrecht darauf.

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