14. Dezember 2018, 14:02 Uhr

Fußball

Nach Auseinandersetzungen: Roms Bürgermeisterin erklärt Frankfurt-Randalierer zu Bestien

Mit heftigen Worten hat Roms Bürgermeisterin auf Vorfälle rund um die Europapokal-Partie von Eintracht Frankfurt bei Lazio Rom reagiert.
14. Dezember 2018, 14:02 Uhr
Polizisten sichern in Rom den Block der Fans von Eintracht Frankfurt. (Foto: Arne Dedert)

Eintracht Frankfurt


Eintracht-Vorstand Axel Hellmann übte heftige Kritik am unrühmlichen Krawallauftritt einiger Frankfurter Fans, Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi erhob schwere Vorwürfe gegen Randalierer: Krawallmacher unter den rund 9000 mitgereisten Eintracht-Fans haben am Donnerstagabend einen hässlichen Schatten auf den historischen Erfolg der Hessen geworfen. «Hooligans aus Deutschland haben heute Abend im Grunde Teile unserer Stadt geplündert und verwüstet», klagte Raggi am Donnerstagabend in einer italienischen Talkshow. «Fans wollen wir, Bestien nicht.»

Einige Hundert Hessen lieferten sich schon vor dem Anpfiff der Partie bei Lazio Rom (2:1 für Frankfurt) Scharmützel mit der Polizei und provozierten während des Spiels mit dem Zünden von Pyrotechnik. Polizeieinheiten waren daraufhin im Innenraum des Stadio Olimpico aufmarschiert. «Eine kleine Gruppe hat das Spiel missbraucht, um ihre private Auseinandersetzung mit Lazio Rom zu führen», kritisierte Hellmann. Der Eintracht-Vorstand rechnet mit einer Strafe durch den Europaverband UEFA. «Diese kleine Gruppe nimmt alle anderen Fans in Sippenhaft, was die Wahrnehmung und Stimmung betrifft. Das schadet Eintracht Frankfurt extrem.» Auch Kapitän Marco Russ war entrüstet: «Im Endeffekt werden nicht die handelnden Personen bestraft, sondern der Verein und 99,8 Prozent der anderen Fans.»

Insgesamt 14 deutsche Fans seien festgenommen oder angezeigt worden und hätten ein Stadionverbot für fünf Jahre bekommen, teilte die Polizei am Freitag mit. Unter anderem waren sie beim Stadion mit der Polizei zusammengestoßen, wollten die Barriere zum Spielfeld durchbrechen oder schmuggelten Brandkörper oder Drogen ins Stadion. In einem Supermarkt stahlen mehrere Fans Alkohol und Lebensmittel. Bilder zeigten zudem eine vermüllte Piazza del Popolo im Zentrum der Stadt.

 

Frankfurter Fans beklagen Umstände in Rom

Auch Lazio-Anhänger fielen negativ auf, provozierten und zeigten den Hitler-Gruß, wie Fotoaufnahmen zeigen. Von Seiten der Frankfurt-Fans gibt es inzwischen zudem deutliche Kritik am Vorgehen der italienischen Behörden. Von «Willkür» ist im Internet zu lesen. Und: «Rom als Tourist gerne wieder, um Fussball zu schauen: Nie wieder.» Bereits vor dem Spieltag war eine Gruppe aus Hessen angegriffen worden. Zwei Eintracht-Anhänger mussten im Krankenhaus behandelt werden und den Heimweg antreten.

Allerdings betonte die Polizei am Tag nach dem Spiel, dass Berichte von «Rom unter Belagerung», «Gewalt» und «Plünderungen» übertrieben seien und nicht der Realität entsprächen. Die Behörde kritisierte «ungerechtfertigten und unnötigen Alarmismus».

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, dass zwei deutsche Fans nach dem Spiel von Lazio-Anhängern verprügelt worden seien und im Krankenhaus behandelt werden mussten. Im Vorfeld hatte es Warnungen vor Ausschreitungen gegeben, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Stadt hat weitaus schlechtere Erfahrungen mit Fußballfans: Im Jahr 2015 hatten Hooligans des niederländischen Clubs Feyenoord Rotterdam den historischen Platz vor der Spanischen Treppe verwüstet.
 

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