27. Juli 2018, 11:47 Uhr

Nach Genickschuss

Mordfall Bozkurt: »Ganz konkrete Anhaltspunkte«

Staatsanwalt Thomas Hauburger erklärt, auf was sich die Ermittler im Fall des ermordeten Adem Bozkurt aus Bad Nauheim konzentrieren. Und er spricht über den Auftritt bei »Aktenzeichen XY…«.
27. Juli 2018, 11:47 Uhr
Thomas Hauburger äußert sich im ZDF-Studio zum Fall des im April 1997 ermordeten Bad Nauheimers Adem Bozkurt. (Screenshot: agl)

Im wieder aufgerollten Fall des ermordeten Bad Nauheimers Adem Bozkurt spielt nach wie sein berufliches Umfeld eine Rolle. »Wir haben dafür ganz konkrete Anhaltspunkte«, sagte der Gießener Staatsanwalt Thomas Hauburger am Freitag. Er war am Mittwochabend wegen des Bozkurt-Falles im Studio der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ungelöst…« zu Gast gewesen. »Es ist nicht nur reine Spekulation.«

Bereits im Vorfeld der Sendung hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass der Fokus bei der Motivsuche auf dem Job des damals 45-jährigen Adem Bozkurt liege. Auch in Spielszenen in dem Beitrag bei »Aktenzeichen XY…« wurde dieser Aspekt in den Fokus gerückt. Bozkurt gehörte eine Reinigungsfirma, die sich um Toilettenanlagen auf Raststätten kümmerte. Möglicherweise wollte ein Konkurrent etwas von Bozkurts Kuchen abbekommen.

 

Knapp 40 Hinweise

 

Der Bad Nauheimer wurde am 8. April 1997 um 4.30 Uhr tot in einem schwarzen BMW auf einem Feldweg bei Ober-Mörlen nahe der Raststätte Wetterau gefunden. Das Auto war gegen einen Baum geprallt.

Mehr als 17 Jahre später ging bei der Polizei der Hinweis ein, dass Bozkurt nicht bei einem Unfall ums Leben gekommen, sondern getötet worden sei. Die in der Türkei bestattete Leiche wurde exhumiert und obduziert. Dabei wurde ein Schusskanal im Genick entdeckt, die These vom Tötungsdelikt war bestätigt.

Die Zahl der Hinweise in dem Mordfall liege mittlerweile bei knapp 40, sagte Hauburger am Freitag, es gebe aber nichts wesentlich Neues. Wie die WZ in der Freitagausgabe berichtete, lag der Stand am Donnerstag bei 35 Hinweisen, von denen drei bis vier so werthaltig seien, dass ihnen intensiv nachgegangen werde, wie Staatsanwalt Rouven Spieler informierte. Festnahmen habe es bisher nicht gegeben, sagte Hauburger.

 

Vier Mal bei »Aktenzeichen XY«

 

Für den Gießener Staatsanwalt war es der vierte Auftritt im Studio von »Aktenzeichen XY… ungelöst«. Zwei Mal war er wegen des Entführungsfalles Würth gefragt, einmal wegen der Ermordung des Gießener Hells-Angels-Präsidenten Aygün Mucuk. Unternehmersohn Markus Würth wurde im Juni 2015 entführt, Mucuk im Oktober 2016 im Wettenberger Ortsteil Wißmar mit 17 Schüssen regelrecht hingerichtet.

War der Auftritt bei Moderator Rudi Cerne am Mittwoch schon Routine für Hauburger? Man mache sich Gedanken und versuche, möglichst frei zu sprechen, sagte der Staatsanwalt zwei Tage später.

Nach dem Film über das Verbrechen an Adem Borkurt und nach Hauburgers Erläuterungen ruhte die Hoffnung auf möglichst vielen und bedeutenden Hinweisen zu dem Fall. Tatsächlich hat sich die Zahl aufgrund der »Aktenzeichen«-Ausstrahlung von 13 auf knapp 40 erhöht.

Hauburger erklärte, dass Beamte des Landeskriminalamtes Bayern während der Sendung Hinweise aufnähmen. Sollten ganz vielversprechende Angaben darunter sein, dann werde der Anruf auch zu ihm durchgestellt.

Unter der Telefonnummer 0 60 31/60 12 34 nimmt die Polizei in Friedberg weiterhin Hinweise im Mordfall Adem Bozkurt entgegen.

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