31. August 2018, 15:32 Uhr

Schule

Lehrermangel: Hessische Eltern schlagen Alarm

Können Quereinsteiger den Lehrermangel an den Schulen in Hessen auffangen? Der Landeselternbeirat übt nun deutliche Kritik an der Landesregierung: Auch von »Verschleierungstaktik« ist die Rede.
31. August 2018, 15:32 Uhr
(Foto: dpa)

Angesichts eines teils massiven Lehrermangels schlagen Schüler, Eltern und Pädagogen deutschlandweit Alarm. Sie beklagen schwere Versäumnisse in der Bildungspolitik und befürchten Nachteile durch Lücken im Unterrichtsstoff. Vom Kultusministerium hieß es zum Schuljahresbeginn dagegen: »In Hessen steht im kommenden Schuljahr ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal zur Verfügung.«

Der Landeselternbeirat schätzt die Lage anders ein: Dort stört man sich an der »Rekrutierung von pensionierten und teilzeitbeschäftigten Lehrkräften«, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Auch der Einsatz von Seiten und Quereinsteigern in Hessens Schulen wird kritisiert: »Dem stehen der Landeselternbeirat, die hessischen Kreis- sowie Stadtelternbeiräte gegenüber sehr kritisch, da diese ungelernten Kräfte weder über erforderliche Qualifikationen einer ausgebildeten Lehrkraft noch über fächerbezogenes Wissen verfügen. Folglich werden mit Einsatz dieser Kräfte lediglich die Lücken in der Betreuung der Schülerinnen und Schüler in ihrer schulpflichtigen Zeit gefüllt. Die Lücke der Bildung bleibt jedoch weiterhin unausgefüllt.« Der Unterrichtsausfall schlage sich bereits jetzt, zu Beginn des Schuljahres, im Alltag vieler Schüler »massiv« nieder, erklären die Elternvertreter.

 

Unlautere Einflussnahme?

Ihre Idee: Ausgefallene Stunden sollen gemeldet werden. Von Seiten des Kollegiums, der Eltern und der Schüler. Die Ergebnisse will der Landeselternbeirat Regierung und Fraktionen zur Stellungnahme überreichen, die Rückmeldungen der Politik öffentlich machen. Doch offenbar gibt es Probleme: »Allerdings wurde der Rückfluss dieser Informationen an den Landeselternbeirat durch Schreiben der staatlichen Schulämter an Schulen gestoppt, die als untere Schulaufsichtsbehörde die Fach-, Dienst- und Rechtsaufsicht über die Schulen innehat. Das Schreiben beinhaltet einen indirekten Mahnruf davor, Auskunft über Missstände preiszugeben und ist mit dem Hinweis versehen, sich stattdessen weiterhin an die Behörden zu wenden«, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Elternvertreter sehen eine »Verschleierungstaktik« und fordern die Landesregierung in Wiesbaden zur »Rückkehr eines redlichen Umgangs« auf.

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