25. Oktober 2010, 19:36 Uhr

Kerckhoff-Rehazentrum: Pitzer-Gruppe steigt aus

Bad Nauheim (bk). Die Pitzer-Gruppe zieht sich am 1. November aus dem Kerckhoff-Rehazentrum in der Ludwigstraße zurück. Alleiniger Betreiber des Hauses ist künftig die Kerckhoff GmbH. Informationen der Wetterauer Zeitung über einen Vertragsabschluss bestätigte Dr. Walter Arnold, Vorsitzender der Gesellschafter-Versammlung der Kerckhoff GmbH, auf Anfrage. Zur Pitzer-Gruppe gehören bislang zehn Kliniken, vier davon in Bad Nauheim.
25. Oktober 2010, 19:36 Uhr
Die Reha-Klinik in der Ludwigstraße wird künftig auch von der Kerckhoff GmbH betrieben. (Foto: wz/Archiv)

Bad Nauheim (bk). Die Pitzer-Gruppe zieht sich am 1. November aus dem Kerckhoff-Rehazentrum in der Ludwigstraße zurück. Alleiniger Betreiber des Hauses ist künftig die Kerckhoff GmbH. Informationen der Wetterauer Zeitung über einen Vertragsabschluss bestätigte Dr. Walter Arnold, Vorsitzender der Gesellschafter-Versammlung der Kerckhoff GmbH, auf Anfrage. Zur Pitzer-Gruppe gehören bislang zehn Kliniken, vier davon in Bad Nauheim.

Seit geraumer Zeit verhandeln die Verantwortlichen mit der Berliner Median-Kliniken GmbH & Co. KG über eine »engere Kooperation« beider Unternehmen. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di möchte sich Median die Pitzer-Gruppe einverleiben. Die Pläne hatten in den Chefetagen anderer Bad Nauheimer Kliniken für Unruhe gesorgt, weil sie durch den Einstieg von Median eine Beeinträchtigung der gut funktionierenden Zusammenarbeit der Kurstadt-Krankenhäuser befürchten. Die Kerckhoff GmbH strebt deshalb die Übernahme des Kerckhoff-Rehazentrums an, das Gesundheitszentrum Wetterau möchte die Diabetes-Klinik erwerben - beide Häuser gehören bislang zu Pitzer.

»Das Rehazentrum wird ab 1. November allein von der Kerckhoff GmbH betrieben«, bestätigte Arnold jetzt den erfolgreichen Abschluss der Gespräche zwischen Kerckhoff und Pitzer. Träger der Reha-Einrichtung war seit 2003 die Zentrum für Vaskuläre Medizin (ZVM) GmbH, deren Gesellschafter-Anteile sich zu 94,9 Prozent im Besitz der Pitzer-Gruppe befinden. 5,1 Prozent gehören der Kerckhoff GmbH, die außerdem Eigentümerin des Gebäudes ist. »Wir hatten zunächst das Ziel, die Anteile von Pitzer zu kaufen. Letztlich wurde aber vereinbart, die Betriebsbereiche wie Reha und Psychokardiologie zu erwerben«, erläuterte Arnold.

Das heißt: Die ZVM bleibt auf dem Papier erhalten, entwickelt aber keine unternehmerischen Aktivitäten mehr. Tatsächlich zieht sich Pitzer komplett zurück, das Rehazentrum wird ab 1. November als eine von mehreren Abteilungen der Kerckhoff-Klinik geführt. »Die Mitarbeiter werden übernommen, am Konzept des Hauses ändert sich nichts«, sagte der Vorsitzende der Kerckhoff-Gesellschafter-Versammlung. Die Entscheidung, die Übernahme auf diese Weise zu regeln, sei nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen getroffen worden.

Wie Arnold betonte, seien die Verhandlungen harmonisch und fair verlaufen. Man sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden. »Die Kerckhoff-Klinik kann künftig Akut- und Anschlussheilbehandlung von Herzpatienten aus einer Hand anbieten. Das ist eine wesentliche Attraktivitätssteigerung«, erklärte Arnold, der zu den finanziellen Vertragsinhalten nichts sagen wollte. Auch Patienten, die sich in der Harvey-Klinik einer Gefäßoperation unterziehen, könnten anschließend weiterhin im Kerckhoff-Rehazentrum behandelt werden.

Der Vertrag mit Pitzer werde allerdings erst gültig, wenn die Krankenkassen zusagen, auch künftig die Behandlungskosten zu übernehmen. Das gilt nicht für das Gebiet der Psychokardiologie, deren Leistungen nach wie vor nur von Privatpatienten in Anspruch genommen werden können. Nach dem Ausstieg aus dem Kerckhoff-Rehazentrum gehören nur noch neun Kliniken zur Pitzer-Gruppe. Das Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) möchte die Diabetes-Klinik übernehmen, die wie das Rehazentrum Teil des Kerckhoff-Campus ist. Nach Angaben von Bad Nauheims Bürgermeister Bernd Witzel, der Vorsitzender des GZW-Aufsichtsrats ist, sind die Verhandlungen in Sachen Diabetes-Klinik noch im Gange. Sollte es zu einer Einigung kommen, bleibt die Frage, was aus den restlichen Pitzer-Häusern wird, darunter die Klinik am Südpark und die Kaiserberg-Klinik in Bad Nauheim. Während Dr. Michael Stödtler, Geschäftsführer der Pitzer-Kliniken, gestern nicht zu erreichen war, erklärte die Pressesprecherin der Median-Kliniken in Berlin, Uta Reichhold, lediglich, »die Gespräche über eine engere Kooperation beider Unternehmen sind weitgehend abgeschlossen«. Median ist bislang Betreiber von 26 Akut- und Reha-Häusern in Deutschland. Das Unternehmen gehört dem Investmentfonds Advent International, der weltweit aktiv ist.

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