Hessens schönster Fluss: Frank-Uwe Pfuhl und die Wetter

Münzenberg (akm). Eine »Urwald-Idylle« mit guter Wasserqualität bescheinigte Frank Uwe Pfuhl von der Nabu-Umweltwerkstatt Wetterau dem Fluss, der der Wetterau den Namen gab. Sein Vortrag im Kulturhaus Alte Synagoge zog erneut mehr Besucher an, als Plätze vorhanden waren.
16. Februar 2014, 13:08 Uhr
Die Wiederansiedlung von Weißstörchen an der Wetter scheint geglückt. (Foto: Manfred Voigt)

Muscheln und Störchen bot der Fluss, der zwischen Schotten und Laubach entspringt und sich bis zu seiner Mündung in die Nidda bei Assenheim durch schützenswerte Auen schlängelt, schon in früheren Zeiten einen großen Lebensraum. Regelmäßige Überschwemmungen sichern die Nährstoffversorgung der angesiedelten Arten, sagte Pfuhl. Eine große Gefahr für das ökologische Gleichgewicht sind aber Eingriffe des Menschen. Auch BUND-Vorsitzender Axel Fenchel wies auf die Verschmutzung durch Abwässer hin, dem die Kommunen freilich mit Kläranlagen entgegensteuerten. Eine ökologische Katastrophe hingegen sei die Austrocknung des Flussbetts im Oberlauf im Sommer. »Im Juli und August ist die Wetter bei Laubach nicht zu finden«, klagte der Naturschutz-Experte Pfuhl. Unterirdische Rohre leiten einen großen Teil des Quellwassers in Richtung Mainmetropole.

Die Landwirtschaft nach Vorgaben des Naturschutzes gewährleiste heute wieder eine bemerkenswerte Arten- und Pflanzenvielfalt. Baldrian, Hopfen und Johanniskraut seien ebenso zu finden wie Libelle, Wasseramsel und Braunkehlchen, erklärte der Agrarwissenschaftler. Die bewusst kleinflächige Mahd bewahre mosaikartig Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten und leiste einen wichtigen Beitrag fürs ökologische Gleichgewicht. Dass es auch wieder Muscheln gebe, »manche handtellergroß«, sei ein Zeichen für die wiedergewonnene Wasserqualität. Und dass Störche und Biber zurückkehrten, sei ein weiterer Beweis für den Erfolg von Naturschutz und Renaturierung.

Den Weg des 68 Kilometer langen Gewässers säumen neben ausgedehnten Schilfgebieten die typischen Kopfweiden, die Steinkauz und auch kleinen Insekten Bruthöhlen zum Nisten bieten. Für das fast ausgestorbene Handwerk der Korbflechter liefern sie Material. Der radikale Rückschnitt alle ein bis zwei Jahre fördert laut Pfuhl den Austrieb der frischen Weidenruten. Auch ohne Eingriff des Menschen komme es zum Bruch, weggeschwemmt befestigten die Stöcke mit weiterem Schwemmmaterial das Ufer.

Wie Referent Pfuhl erinnerten sich manche Besucher an die eigene Kindheit, in der sie die Füße in das Flüsschen tauchten, um auf Entdeckungsreise zu gehen oder auch schwimmen zu lernen. Für den gebürtigen Assenheimer ist die Wetter der schönste Fluss in Hessen. Neben einem Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt hätten die Wetter und die Orte am Flusslauf auch kulturell viel zu bieten. Allein die vielen steinernen Brücken seien einen Besuch wert, stellte Pfuhl fest, ebenso der Naturlehrpfad bei Griedel, wo man den Eisvogel beobachten könne.

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