25. Oktober 2018, 22:27 Uhr

Halloween-Zeit ist Blutspende-Zeit

25. Oktober 2018, 22:27 Uhr
Krankenschwester Ivette Schmidt testet vor der Spende den Hämoglobinwert von Pharmaziestudentin Lisa. (Foto: mt)

Von der Lust, Blut zu spenden – davon will der Vampire-Cup an der Uniklinik Marburg in den Tagen bis Halloween die Menschen überzeugen. Blut ist ein ganz besonderer Lebenssaft. »Blut rettet auch Leben«, wie die 22-jährige Pharmaziestudentin Lisa sagt. Und Blutspenden ist denkbar einfach. Die Vampir-Aktion will daher Menschen von 18 bis 68 Jahre dazu ermuntern, von ihrem Lebenssaft für andere zu spenden. Im digitalen Zeitalter würde man sogar sagen, »das Blut zu teilen«, wie eben Nachrichten und dergleichen auf Facebook, Instagram und Co.

»Wenn wir wieder einen Aufruf über Facebook gepostet haben, kommen die Leute in Scharen«, sagt die Krankenschwester Ivette Schmidt aus der Transfusionsmedizin. Facebook und Instagram sind denn auch die Hauptkanäle, um junge Menschen zu erreichen. Und wer einmal Blut gespendet hat, diese erste mentale Hürde genommen hat, der kommt immer wieder. Wie etwa Harald Raabe aus Marburg, der regelmäßig Vollblut und jüngst auch Thrombozyten spendet.

Das Prozedere ist denkbar einfach. Nur fünf bis zehn Minuten dauert die eigentliche Spende von rund einem halben Liter Blut. Je nach Konstitution des Körpers geben die Spender da immerhin zehn Prozent ihres kostbaren Saftes dahin. Danach ist eine Ruhepause angesagt. »Wir haben hier aber auch Spender, die joggen morgens auf die Lahnberge hoch, geben die Spende, und laufen dann zur Arbeit«, sagt die Transfusionsmedizinerin Sabine Eva Flommersfeld. Rund 20 000 Blutkonserven braucht die Uni-Klinik im Jahr. Nachdem Spender einen dreiseitigen Fragebogen ausgefüllt haben, der überwiegend Ja/Nein-Fragen enthält, geht es ins kurze ärztliche Gespräch. Flommersfeld scannt das Papier ab und klärt offene Fragen »Ausschlusskriterien können beispielsweise aktuelle Infektionen, zurückliegende Operationen oder die Reisen der letzten sechs bis zwölf Monate sein«, sagt die Medizinerin.

Auch der Hämoglobinwert des Blutes als Maß für die Blutmenge wird durch eine Bluttropfenprobe von der Fingerkuppe bestimmt. Leider scheiterte daran die Blutspende von Lisa. Auch der Autor dieses Textes wäre wegen eines früheren und längeren Aufenthalts im BSE-geplagten Großbritannien nicht zugelassen worden. »Alles geht streng nach gesetzlichen Regeln und Vorgaben«, sagt die Transfusionsmedizinerin. Für das erste Mal empfiehlt Flommersfeld, sich einen ruhigen Tag auszusuchen. Man sollte entspannt sein und nicht von der Spendernadel direkt zum nächsten Großeinkauf springen wollen.

Für die Vampire-Cup-Tage hoffen die Verantwortlichen auf 80 bis 150 Spender täglich. Vielleicht schaffen es die Pharmaziestudierenden aus Marburg diesmal die Bonner Konkurrenten zu übertrumpfen. Mit 460 Blut spendenden Menschen kam Marburg vergangenes Jahr auf Platz zwei hinter Bonn. »Wir hoffen, dass der Wanderpokal diesmal an uns geht«, sagt Lisa. Gemeinsam mit zwei weiteren Pharmaziestudierenden koordiniert sie die Marburger Aktion. Insgesamt beteiligen sich zehn der bundesweit 22 Pharmaziefachschaften.

Zum Schluss hat jeder etwas davon. Die Mediziner: Blut. Die aktiven Pharmaziestudierenden: Hoffentlich den Wanderpokal. Und die Spender: Neben dem solidarischen Akt der Blutspenden können sie auch an einem Gewinnspiel teilnehmen.

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