Unwetter

Gewitter legt Zugverkehr bei Frankfurt lahm - Verletzte nach "Sandsturm" in Bad Vilbel

Das Unwetter über Frankfurt hatte gravierende Auswirkungen auf den Verkehr. In Bad Vilbel wurden nach einem "Sandsturm" mindestens drei Leute verletzt.
09. August 2018, 18:34 Uhr
(Foto: dpa)

Wie die Deutsche Bahn in Frankfurt auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, war seit 15.45 Uhr der gesamte Zugverkehr im Großraum Frankfurt wegen der aktuellen Unwetterlage eingestellt. Hintergrund: Die Gefahr umgefallener Bäume auf den Gleisen. Sowohl Fern- als auch Regionalverkehr war betroffen. Teilweise blieben die Züge im Hauptbahnhof stehen. Andere wurden auf offener Strecke angehalten. Ebenso der S-Bahn-Verkehr. "Die S-Bahnen in Frankfurt fahren nur innerhalb des S-Bahn-Tunnels", teilte der RMV zwischenzeitlich mit. Inzwischen wurde der Zugverkehr wieder aufgenommen. Wegen Staueffekten kommt es weiterhin zu Verspätungen und Ausfällen. Auch die S-Bahnen in Frankfurt nehmen den Betrieb außerhalb des S-Bahn-Tunnels wieder auf.

 

Verletzte nach "Sandsturm" in der Wetterau

In der ländlich geprägten Wetterau kündigte sich der Sommersturm auf skurrile Art und Weise an. Denn die ersten heftigen Windböen brachten gegen 16 Uhr massig Staub von den umliegenden und völlig ausgetrockneten Feldern in die Städte, so auch nach Bad Vilbel. Für einige Minuten erinnerte das an einen Sandsturm in der Sahara. Kurz darauf musste auch die Feuerwehr mehrfach ausrücken. Die 20 Meter lange Jalousie eines Cafés in der Neuen Mitte mit ihrer Bibliotheksbrücke war eingebrochen, sie verletzte drei Menschen, einen davon schwer, wie ein Polizeisprecher in Gießen berichtete. Die Ladung eines Krans wurde durch den Starkwind in ein Hausdach gedrückt. Die Feuerwehr musste daraufhin das Dach gegen Regen abdichten. Auch zwei umgestürzte Bäume, einer auf ein Auto im Lindenweg, einer auf die Kreisstraße 10 in Richtung Karben, hielten die Einsatzkräfte in Atem.

 

Flughafen für 30 Minuten außer Betrieb

Auch der Frankfurter Flughafen war für gut eine halbe Stunde am Donnerstagnachmittag außer Betrieb, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Anfliegende Flugzeuge seien in der Luft geblieben, bis das Gewitter abgezogen war. Die Abfertigung auf dem Vorfeld sei gestoppt worden, um die Arbeiter vor Blitzschlägen zu schützen. Die Folge könnten Flugausfälle sein, sagte der Sprecher. Die Lufthansa habe 3000 Hotelzimmer reserviert, falls Passagiere stranden sollten. Die Fluggesellschaft stellte sich eigenen Angaben zufolge darauf ein, dass rund 6000 Passagiere und rund 40 Flüge betroffen sein könnten.

 

100 Feuerwehrleute im Vogelsbergkreis im Einsatz

Das Unwetter erforderte am Donnerstagabend mehr als 20 Einsätze für die Freiwilligen Feuerwehren im Vogelsbergkreis. Rund 100 Feuerwehrleute rückten in Alsfeld, Gemünden, Grebenau, Kirtorf, Mücke, Schlitz und Schotten zumeist wegen umgestürzter Bäume aus. Angaben über Verletzte lagen zunächst nicht vor, ebenso über möglich Sachschäden. In Marburg stürzte ein Baum auf eine Straße, was aber folgenlos blieb. Zunächst war die Polizei von einem Verletzten ausgegangen. Weitere Details seien noch nicht bekannt, sagte der Sprecher. Insgesamt zählte die mittelhessische Polizei wegen des Unwetters 40 Einsätze binnen einer Stunde.

 

Sperrungen auch auf hessischen Autobahnen

Wegen mehrerer bei Seligenstadt umgestürzter Bäume musste am Nachmittag die A3 in Richtung Würzburg gesperrt werden, wie die Polizei berichtete. Der Verkehr staute sich demnach auf mehr als 20 Kilometern zurück bis zum Frankfurter Kreuz. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht. Auch an der A 66 blockierte ein Baum eine Ausfahrt, wie die Polizei in Offenbach berichtete.

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