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Wasser für den großen Durst: Je trockener der Sommer, desto mehr Wasser brauchen Balkonpflanzen. FOTO: DPA

ZU GUTER LETZT

Viel Grün für die Kühlung

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Sie haben es im Rücken? Da ist Gartenarbeit nicht angenehm, verstärkt das ständige Bücken zum Boden doch Schmerzen. Die Lösung ist ein Hochbeet - in dem die Ernte besonders reich ist.

Hobby-Gärtner können ihre begrünten Balkone und Gärten resistenter gegen Hitze und Trockenheit gestalten. Damit tragen sie gleichzeitig zu mehr Klimaschutz bei.

Damit der Boden bei Hitze nicht erodiert, empfiehlt die Verbraucherinitiative Mischpflanzungen, Gründüngung und das Mulchen offener Flächen. Zudem sei Komposterde und Humus gegenüber Torferde und Mineraldünger vorzuziehen, heißt es. Bei der Auswahl sollte man sich für heimische und hitzeresistente Pflanzen sowie regional erzeugtes Saat- und Pflanzengut entscheiden.

Schattenspendende Bäume sind wichtig

Im Garten sollte außerdem die Menge an Grün möglichst groß sein, um seine kühlende Funktion zu verstärken. Schattenspendende Bäume sind laut Verbraucherinitiative besonders wichtig, junge Bäume sollten dabei einen Schutzanstrich gegen Sonnenbrand bekommen.

Die Pflanzen sollten am frühen Morgen per Tröpfchenbewässerung mit Regenwasser versorgt werden, ohne direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt zu sein. Zudem dürfen sie bis zu zweimal wöchentlich intensiv bewässert werden. Zum Schutz vor Starkregen ist es sinnvoll, mit wasserdurchlässigem Rindenmulch Wege im Gartenboden zu gestalten.

Dächer und Fassaden von Lauben und Schuppen können ebenfalls begrünt werden. Verzichten sollte man laut Verbraucherinitiative hingegen auf chemische Pflanzenschutzmittel - weil sie den Böden, dem Grundwasser und den Lebewesen schaden. dpa

Gemüseanbau auf dem Balkon - das ist kein Widerspruch. Besonders Tomatenpflanzen mögen den geschützten Standort und entwickeln sich dort oft besser als im Garten, erklärt Wolfgang Nixdorf von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

Ebenfalls gut geeignet seien Paprika, Peperoni und Auberginen. Sie benötigen einen warmen Boden. Auch hier hat der Balkon einen Standortvorteil: Pflanzenkübel werden wesentlich schneller warm als Beete im Garten. Stangenbohnen, Zuckermais, Kohlrabi und Salat wachsen dem Experten zufolge ebenfalls sehr gut auf beschränktem Platz.

Beim Salat müssen Balkongärtner allerdings darauf achten, dass die Sonne nicht zu prall darauf einstrahlt. Für den Balkon ungeeignet sind Gurken. Ihre Wurzeln brauchen zu viel Platz.

Wichtig: Gemüsepflanzen müssen auf dem Balkon häufiger gegossen werden als im Garten. Bei sonnigem, warmem Wetter täglich. Die Pflanzgefäße für Fruchtgemüse sollten Wasserabflusslöcher im Boden haben und genug Volumen bieten. Gut geeignet sind zum Beispiel Eimer mit mindestens zehn Litern Füllmenge. Zum Anpflanzen können Balkongärtner normale Blumenpflanzenerde verwenden. dpa

Ein blühender Wiesenstreifen am Feldrand bietet Insekten Futter. Das können auch Hobbygärtner übernehmen: Am Rand von Gemüsebeeten zum Beispiel lassen sich gut Borretsch, Phacelia und Malven ziehen, die über viele Wochen Nahrung für Insekten bieten.

Dazu raten die Gartenexperten der Zeitschrift "Mein schöner Garten" (online). Außerdem biete sich die Aussaat von Saatwicke, Alexandriner-Klee und Lupinen an.

Dieses Grün hat einen weiteren Vorzug: An seinen Wurzeln sitzen Knöllchenbakterien, die mit der Pflanze eine Symbiose eingehen. Die Pflanzen sind dadurch in der Lage, Luftstickstoff zu fixieren.

Zerfallen die Pflanzenteile irgendwann, setzen sie Stickstoff frei für nachfolgende Pflanzen - und düngen den Boden so auf natürliche Weise. Diese Pflanzengruppe gibt es laut den Experten auch als fertige Samenmischungen im Handel. dpa

Ernten aus Hochbeeten sind beliebte Alternativen zu ebenerdigen Beeten im Garten. Die österreichische Agrarwissenschaftlerin und Gartenbuchautorin Doris Kampas erklärt, worauf es beim Bau ankommt und wie man darin Gemüse anbaut. Das geht das ganze Jahr über.

Warum lohnt es sich, im Hochbeet zu gärtnern?

Ein Hochbeet kann einen doppelt so hohen Ertrag wie ein Bodenbeet bringen. Durch seine spezielle Befüllung stellt es den Pflanzen mehr Nährstoffe zur Verfügung und erwärmt sich schneller im Frühjahr. Mit einem Aufsatz kann man das ganze Jahr über ernten. Außerdem ist es eine sehr bequeme Art zu gärtnern, weil man sich nicht bücken muss.

Aus welchem Material baut man ein Hochbeet?

Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft ist mein persönlicher Favorit, weil es ein natürliches Material ist. Doch auch hier gibt es Unterschiede: Kiefernholz ist zwar günstig, verwittert aber sehr rasch. Lärche hingegen ist von Natur aus sehr langlebig und muss nicht imprägniert werden. Auf lange Sicht ist es daher günstiger und eignet sich am besten als Material. Hochbeete kann man aber auch aus Klinker- oder Bruchsteinen bauen, die man mit etwas Mörtel verfugt. Oder man ist kreativ und baut es aus Paletten, alten Wein- oder Bäckerkisten. Auch eine alte Badewanne oder eine Schubkarre lassen sich in ein Hochbeet verwandeln.

Von welchem Material raten sie ab?

Metallhochbeete aus Aluminium sind nicht sehr ökologisch, da ihre Herstellung sehr energieaufwendig ist. Auch Hochbeete aus Kunststoff sind unökologisch und oft billig verarbeitet.

Was ist die ideale Größe für ein Hochbeet?

Ein Hochbeet sollte so gebaut sein, dass man bequem darin gärtnern kann. Die Höhe hängt von der Körpergröße ab: Bei Erwachsenen, die zwischen 1,60 und 1,80 Meter groß sind, sollte das Hochbeet zwischen 80 und 85 Zentimeter hoch sein, bei größeren Personen zwischen 100 und 110 Zentimetern. Ein Hochbeet mit 40 bis 50 Zentimetern Höhe eignet sich für Kinder oder für alle, die darin Tomaten oder Stangenbohnen anbauen wollen - sonst benötigt man für die Ernte eine Leiter. Wird das Hochbeet beidseitig bearbeitet, sollte es zwischen 100 und 120 Zentimetern breit sein, damit man gut von beiden Seiten arbeiten kann. Für die Länge sind zwei bis drei Meter ideal. Bei längeren Hochbeeten hält das Holz sonst dem Druck der Erde nicht stand.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um ein Hochbeet zu bauen?

Eigentlich kann man das ganze Jahr über ein Hochbeet bauen. Die ideale Zeit dafür ist aber im Spätherbst, im November. So kann man den ganzen Sommer über Füllmaterial sammeln und es vor der ersten Bepflanzung im Frühjahr noch einmal auffüllen, wenn es im Laufe des Winters zusammengesunken ist.

Worauf muss ich beim Standort achten?

Ein sonniger Standort ist optimal, weil die meisten Gemüsepflanzen Sonne benötigen. Wenn man es an der schattigen Nordseite aufstellt, muss man die passenden Pflanzen auswählen, etwa Blattgemüse wie Salat und Mangold.

Was kommt in ein Hochbeet - einfach nur Erde?

Die Füllung besteht aus mehreren Schichten, am besten mit Material aus dem eigenen Garten. Ein 85 Zentimeter hohes Hochbeet schüttet man zuerst zur Hälfte locker mit Strauch- und Baumschnitt auf. Nicht geeignet sind Thuja, Nadelgehölze oder Rindenmulch. Sie versauern den Boden. Darauf kommt eine 15 Zentimeter dicke Schicht aus Rasenschnitt und Staudenresten, die man mit alter Erde abmischt, damit sie nicht schimmelt. Abgesehen von Quecke, Ackerwinde und anderen Wurzelunkräutern kann man hier ohne Probleme Unkräuter beimischen, solange sie keine Samen tragen. Als Nächstes füllt man das Ganze mit zehn Zentimetern Kompost auf und deckt das Beet mit Laub ab. Im Herbst bleibt das Hochbeet so, damit sich alles über den Winter setzen kann. Im Frühjahr wird das Hochbeet noch einmal mit jeweils zehn Zentimetern Gras und Kompost gefüllt. Die oberste Schicht besteht aus 20 Zentimetern Erde.

Muss ich bei der Bepflanzung etwas anders machen?

Prinzipiell unterscheidet sich die Bepflanzung eines Hochbeetes nicht von der eines Bodenbeetes. Viele neigen aber dazu, die Pflanzen zu dicht zu setzen. Die Abstände einzuhalten, ist aber unbedingt notwendig, damit sich die Pflanzen ordentlich entwickeln können. Wer sein Hochbeet im Herbst oder zeitigen Frühjahr bepflanzen will, sollte einen Frühbeetaufsatz verwenden.

Welche Pflanzen eignen sich für ein Hochbeet?

Im Frühjahr wachsen unter dem Frühbeetaufsatz Salate, Radieschen und Blattgemüse, die dann zu Mitte Mai rasch abgeerntet werden. Sie werden dann von Tomaten, Paprika und Chili, Auberginen Gurken und Buschbohnen abgelöst. Auch Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie kann man ab April ins Hochbeet pflanzen. Ab September kann man Wintergemüse anbauen: Asia-Salate und Feldsalat, Radieschen, Spinat, Winterkresse, Winterportulak, Lauch und Kohl können unter Glas den ganzen Winter hindurch geerntet werden.

Wie pflegt man ein Hochbeet an?

Damit das Holz nicht vermodert, sollte man den Rahmen nicht direkt auf die Erde setzen. Ein Streifenfundament aus Kies sorgt als Dränage dafür, dass das Wasser abläuft. Außerdem empfehle ich, das Hochbeet innen mit Noppenfolie auszukleiden. Im Laufe der Jahre sinkt die Füllung immer weiter ab und die Nährstoffe werden weniger. Daher sollte man das Hochbeet regelmäßig neu mit Laub und Kompost befüllen. Nach sieben bis acht Jahren ist es ratsam, das Hochbeet aber komplett frisch aufzusetzen.

Die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen

kann der Seele eine ähnliche Entlastung und Ruhe geben

wie die Meditation.

Hermann Hesse

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