+
Mangold lässt sich bis zu den ersten Frösten ernten, wenn man dabei immer nur die äußeren Blätter entfernt.

ZU GUTER LETZT

Mangold richtig ernten

  • schließen

Was hören Sie im Garten? Piepst es noch? Vielerorts gibt es immer weniger Vögel, denn sie finden zu wenig Nahrung und Unterschlupf. Doch das Aufstellen von Vogelhäuschen ist nicht unbedingt die Lösung.

Von einer Mangoldpflanze kann man die ganze Saison über Blätter ernten. Dafür sollte man jeweils nur die äußeren Blätter entfernen - ähnlich wie beim Pflücksalat. Dazu rät der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Mangold gibt es in verschiedenen Farbvariationen. Die Stiele können weiß, gelb, orange, rot oder violett sein. Das Gemüse enthält Vitamin C, Vitamin B2 und Provitamin A sowie Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor. dpa

Wer der Natur und Tierwelt zuliebe seinen mit Kies belegten Garten wieder begrünen möchte, muss die Steine nicht komplett entsorgen. Ein damit aufgeschichteter Haufen ist ein Lebensraum für viele Tiere, erläutert der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Wichtig ist allerdings, dass die Folie unter dem Kies entfernt wird. Ist der verdichtete Boden stark geschädigt, sollten Gartenbesitzer Kompost einarbeiten.

Ein Tipp zur Versorgung mit Nährstoffen und Lockerung des Bodens ist die Gründüngung. Hierfür werden bestimmte Pflanzen wie Buchweizen, Klee oder Gelber Senf flächig ausgesät und gezogen. Sie werden dann in mehr oder weniger grünem Zustand in den Boden eingearbeitet. dpa

VON KATJA FISCHER

Mit fröhlichem Vogelgezwitscher am Morgen beginnt der Tag auch für den Menschen entspannt. Doch die Stimmen verstummen zusehends, denn der Lebensraum der Vögel schwindet. Betonflächen, optimierte Landwirtschaft und mangelnde Artenvielfalt in vielen Gärten führen dazu, dass sich die Vögel aus ihren Revieren zurückziehen. Sie finden einfach zu wenig Nahrung. Dabei kann bereits der Gartenbesitzer etwas dagegen tun.

Mit einem Vogelhäuschen und einer Wasserstelle ist es aber nicht getan. Sie können zwar nicht schaden. Vögel brauchen aber viel mehr Bedingungen, unter denen sie möglichst selbstständig leben können. Der Tipp von Sonja Dölfel vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern lautet daher: "Einfach mal gar nichts tun und den Garten selbst machen lassen - das ist schon ein erster Schritt."

Der gepflegte Rasen ist ein Fluchtgrund:Denn ein kurz geschorener Rasen, abgezirkelte Beete, korrekt gestutzte Hecken und große Terrassen mögen zwar für viele Menschen der Inbegriff eines gepflegten Gartens sein. Für Vögel und Insekten sind sie allerdings ein Grund zur Flucht. "Schon eine einzige verblühte Sonnenblume bietet den Vögeln mehr Nahrung als eine exakt geschnittene Tuja-Hecke", sagt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Vögel ernähren sich vor allem von Insekten und Samen. "Damit sie in den Garten kommen, ist es wichtig, dort die heimische Flora und Fauna zu fördern", rät Dölfel. Viele Gärtner nutzen aber gern exotische Pflanzen wie den Kirschlorbeer. "Der ist jedoch für unsere Insekten uninteressant, da gehen sie gar nicht ran." Außerdem tragen die fremdländischen Pflanzen oft Früchte, mit denen die heimische Vogelwelt nichts anzufangen weiß.

Vor allem Obstgehölze und Beerensträucher bieten den Vögeln Nahrung und Unterschlupf. "Nach der Ernte sollten ruhig ein paar Früchte dranbleiben. Dann haben die Tiere bis in den Winter hinein Futter. In Bäumen, Stauden und Sträuchern überwintern auch Insekten", so Wessel.

Den Vogelbeerenbaum pflanzen:Wer den Vögeln etwas Gutes tun will, holt sich zum Beispiel einen Vogelbeerbaum in den Garten. "63 Vogelarten fressen seine roten Beeren", erklärt Dölfel. Auch Traubenkirsche, Feldahorn, Haselnuss, Stechpalme, Rotbuche, Weißdorn oder Schneeball bieten Nahrung.

Beliebt bei Menschen und Vögeln gleichermaßen sind Obstsorten wie Holunder, Johannisbeere, Heidelbeere oder Brombeere. Bei wilden Kräutern wie Brennnessel, Distel oder Klee gehen die Geschmäcker allerdings auseinander. Während viele Menschen sie als Unkraut verachten und vernichten, stehen sie bei Insekten hoch im Kurs.

"Ideal ist ein dreigeteilter Garten", sagt Wessel. Ein Drittel sollte natürlich und wild wachsen dürfen. Im zweiten Drittel ist Raum für den Anbau von Obst und Gemüse, im restlichen Drittel könnten Gärtner ihre persönlichen Vorlieben realisieren.

Den Garten im Herbst nicht zurückschneiden:In der Realität sieht das allerdings leider oft anders aus. Vor allem in Vorgärten von Wohnsiedlungen sieht man karge Kiesgärten. Es hat sich auch eingebürgert, den Garten im Herbst winterfest zu machen. Hecken und Sträucher werden dann gestutzt, Pflanzen abgeschnitten, das Laub wird entsorgt. "Für die Vögel ist das eine Katastrophe", warnt Wessel. Damit verlieren Insekten im Winter ihren Lebensraum und die Vögel ihre Nahrungsquellen und Rückzugsmöglichkeiten. Die Pflanzen sollten im Herbst so stehen gelassen werden, wie sie verblüht sind. "Das kann übrigens später bei Schnee oder Raureif sehr schön aussehen", sagt Wessel. Im Frühjahr lassen sie sich dann immer noch zurückschneiden.

Wie an lebenden Pflanzen, sorgen große Blätter auch an Schnittblumen dafür, dass diese eher austrocknen. Gerade an heißen Sommertagen verdunstet darüber viel Wasser, erläutert das Blumenbüro. Es rät, überflüssige Blätter von den Schnittblumen lieber abzuzupfen.

Grundsätzlich halten Blumensträuße länger, wenn man von ihnen alle Blätter entfernt, die ins Wasser hängen - dieser Tipp gilt auch an kühleren Tagen. dpa

Garten, Balkon und Terrasse müssen nicht einheitlich bepflanzt werden. Durch Mischkulturen lässt sich auch auf kleinem Raum ein Ökosystem schaffen, erklärt die Verbraucher Initiative. So können Salate mit Tomaten und Pfefferminze in einen Kasten gesetzt werden. Auch Erdbeeren und Bohnen vertragen sich gut mit Kopfsalat.

Ein Platz für Kräuter lässt sich überall finden. Als Beipflanzungen von Gemüse oder Blumen fördern sie die Gesundheit der Pflanzen. dpa

Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht

erkannt worden sind.

Ralph Waldo Emerson

Kräuter müssen nicht nur einfach im Kräuterbeet wachsen. Sie lassen sich auch in dekorative Gartengestaltungen einbinden - und das in verschiedenen Rollen.

So eignen sich Frauenmantel, Thymian, Salbei, Lavendel und Kamille als Randbepflanzung oder Einfassung von Beeten, erläutert die Sächsische Gartenakademie. Sie werden bis zu 30 Zentimeter hoch.

Rosmarin, Gemeiner Fenchel, Königskerze und Eibisch eignen sich aufgrund ihrer Höhe von bis zu einem Meter hingegen schon eher als Solitäre im Staudenbeet. dpa

Der Kirschlorbeer wird aktuell vermehrt vom Pilz Echter Mehltau befallen. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät, erkrankte Triebe zurückzuschneiden.

Vor allem die Unterseite jüngerer Blätter wird von einem weißen, mehlartigen Belag aus Sporen bedeckt. Bei einem starken Befall zieht er sich auch bis auf die Oberseite.

Achtung: Der weiße Belag an der Unterseite ist eigentlich das typische Symptom des Falschen Mehltaupilzes, der ebenfalls am Kirschlorbeer vorkommen kann.

Beim Echten Mehltau wölben sich außerdem die Blätter und entwickeln Verkrüppelungen. Die betroffenen Bereiche werden zunächst teils gelb, dann braun. dpa

Der Herbst ist wohl die schönste Jahreszeit für Gräser. Die ersten kalten Nächte setzen bis zum Morgen Eiskristalle auf ihnen ab, der Herbstregen seine schweren Tropfen. Und nicht zuletzt der Wind: Er bringt die Horste zum Rauschen. Auch wenn Gräser im Herbst ins Auge der Betrachter rücken, sie bieten die ganze Gartensaison über etwas an. Und sie sind so herrlich unkompliziert - gute Gewächse für Hobbygärtner mit wenig Erfahrung. "Pflanzen, gießen und wachsen lassen", lautet der einfache Pflegetipp von Hanne Roth, Landschaftsarchitektin aus Ingolstadt.

Sonst steht nur noch ein Rückschnitt an, idealerweise im Frühling. "Am einfachsten ist es, wenn man irgendwo im Garten ein paar Schneeglöckchen hat", rät Buchautorin Brigitte Röde. Deren Blüte gibt den optimalen Zeitpunkt dafür vor.

Warum sollte man Gräser pflanzen?

Neben ihrer herbstlichen Optik fungieren sie als verbindendes Element in der Gartengestaltung. Gerade auch in modernen Umgebungen sind sie sinnvoll: Sie greifen die Geradlinigkeit der Architektur auf und setzen sie im Garten fort. Gerne wird aber auch davon gesprochen, dass ein Garten durch Gräser natürlicher wirke. Das klingt erst mal komisch, ist aber nachvollziehbar: Reine Beete voller Blühpflanzen kommen so in der Natur eigentlich nicht vor. Stattdessen ist es immer eine Kombination von verschiedenen Bepflanzungen. Im Garten lässt sich das mit Gräsern gut nachstellen und die Beete auflockern, erläutert Landschaftsarchitektin Roth.

Welche Gräser empfehlen die Experten?

Ein Gras mit roter Herbstfärbung, das flächendeckend wächst, ist das Japanische Blutgras (Imperata) - ein Tipp von Brigitte Röde. Die Rotfärbung beginnt erst in den Spitzen und steigert sich im Laufe des Herbstes bis an die Basis. Besonders eindrucksvoll sieht das aus, wenn die Halme im Gegenlicht betrachtet werden. Einen Bronzeton bringt das Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha) ins Farbenspiel. Zusammen mit den Blütenständen des Chinaschilfs der Sorte ›Kleine Fontäne‹ (Miscanthus sinensis) verleiht es den Beeten eine edle Note. Roth rät insbesondere zum Tautropfengras (Sporobolus). Es zeichnet sich durch Blüten aus, die ab August mit ihren grazilen Blütenrispen einen honigartigen Duft verbreiten. Gängig ist auch das Hohe Pfeifengras (Molinia arundinacea), das je nach Sorte bis zu zwei Meter hoch werden kann und im Herbst goldgelb wird, sowie das Lampenputzergras (Pennisetum arundinacea).

Welche Blühpflanzen passen gut zu Gräsern?

"Prärieartige Pflanzungen mit Sonnenhut (Rudbeckia), Sonnenbraut (Helenium) und mehrjährigen Sonnenblumen (Helianthus) haben einen wiegenden Charakter", sagt Röde. Ihre kräftigen Blüten auf weichen Stielen bewegen sich im Wind. Gut passt dazu etwa das Gamba-Gras (Andropogon gerardii) mit seinem straff aufrechten Wuchs, der optisch Stabilität in das Präriebeet bringt. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare