Was gibt es Leckereres als Kartoffeln aus eigenem Anbau?
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Was gibt es Leckereres als Kartoffeln aus eigenem Anbau?

Ratgeber

Kartoffeln im eigenen Garten anbauen - so geht's

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Sie haben Lust auf Kartoffeln aus eigenem Anbau? Dann zaudern Sie nicht lange: Die Knollen lassen sich ganz einfach im eigenen Garten pflanzen und ernten.

  • Kartoffeln sind als Nahrungsmittel äußerst beliebt und werden auf vielfache Weise verarbeitet.
  • Noch leckerer sind Kartoffeln aber aus eigenem Anbau.
  • Wie Sie Kartoffeln im eigenen Garten pflanzen und ernten, erfahren Sie hier.

Ob als Auflauf, Beilage oder Chips: Kartoffeln sind in der Küche vielseitig einsetzbar und füllen jeden knurrenden Magen. Die leckeren Knollen lassen sich zudem ganz einfach im eigenen Garten anbauen. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Kartoffeln anzupflanzen?

Kartoffeln sollten erst dann gepflanzt werden, wenn der Boden mindestens sieben Grad warm ist. In der Regel eignet sich deshalb der Zeitraum von Mitte April bis Anfang Mai dafür. Wenn die Knollen schon früh ins Freilandbeet sollen, macht es Sinn, diese bereits vier bis fünf Wochen vor dem Pflanztermin vorzukeimen*, bis sie zwei bis drei Zentimeter lange Triebe haben. Ansonsten eigenen sich auch spezielle Pflanzkartoffeln aus dem Fachhandel.

Sonne oder Schatten? Dieser Standort eignet sich für Kartoffeln

Im Prinzip kommen Kartoffeln mit vielen Standortbedingungen zurecht, doch am wohlsten fühlen sie sich in einem leicht bis mittelschweren tiefgründigen Boden, der viele Nährstoffe bietet. Theoretisch wachsen sie aber auch in kargen bis steinigen Böden. Zudem mögen die Pflanzen einen sonnigen Standort.

Auch die Pflanzfolge* gilt es zu beachten: Kartoffeln sollten nur alle vier Jahre am selben Standort angebaut werden, um Krankheiten und Fadenwürmer zu vermeiden. Als Vorkultur eignen sich Radieschen, Spinat oder Bohnen.

Was die Pflanznachbarn angeht, so fühlen sich Kartoffeln unter anderem in Gesellschaft von Meerrettich, Kohlrabi, Buschbohnen, Dicke Bohnen, Mais oder Spinat wohl. Weniger wohlgesinnt sind Kartoffeln gegenüber Nachtschattengewächsen wie Tomaten*, Auberginen, Paprika*, Kürbissen oder Gurken*, da sich Pilzkrankheiten ausbreiten könnten.

Erfahren Sie hier: Gesundes Gemüse ganz einfach im Garten anbauen: So pflanzen Sie Grünkohl.

Anleitung: So pflanzen Sie Kartoffeln richtig an

Bereiten Sie den Boden vor, indem Sie ihn mit einer Grabgabel oder einem Spaten umgraben und dabei von Unkraut befreien. Anschließend ziehen Sie mit einer Hacke oder einem Sauzahn eine zehn bis 20 Zentimeter tiefe Rille. Die Kartoffeln pflanzen Sie in Reihen, die einen Abstand von 70 bis 80 Zentimetern zueinander haben an. Die Pflanzen selbst brauchen einen Abstand von rund 35 Zentimetern zueinander. Geben Sie den Kartoffeln mit dem Keim nach oben in die Pflanzgrube und drücken Sie sie leicht an. Als Dünger können Sie Kompost oder Hornmehl hinzugeben. Anschließend wird die Grube mit einem Rechen oder einer Harke zugezogen.

Kartoffeln im Gartenbeet pflegen

Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen beim Anbau von Kartoffeln zählt das Anhäufeln. Damit können Sie beginnen, wenn nach zwei bis drei Wochen die ersten Triebe einige Zentimeter aus dem Boden ragen. Durch das Aufschütten humusreicher Erde auf die Jungpflanzen vermeiden Sie, dass Tochterknollen aus dem Boden herauswachsen und im Sonnenlicht grün und damit ungenießbar werden. Zudem stärken Sie damit den Ertrag, weil die Kartoffeln unter der Erde weitere Wurzeln mit Knollen bilden. Ein weiteres Plus: Sie sorgen dafür, dass der Boden locker und humusreich bleibt. Deshalb sollten Sie das Anhäufeln in regelmäßigen Abständen wiederholen. Gießen Sie Ihre Kartoffeln zudem morgens, wenn es sehr trocken ist – aber vermeiden Sie Staunässe.

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Wann werden Kartoffeln geerntet?

Etwa drei Monate nach dem Pflanzen sind die Kartoffeln reif für die Ernte. Je nach Pflanzzeitpunkt findet diese zwischen Juni und Anfang Juli statt. Prüfen Sie dabei anhand einer einzelnen Staude, ob die Kartoffelschale bereits abriebfest ist und ob sich die Knollen leicht von den Sprossen des Krauts entfernen lassen. Wenn dem so ist, sind die Kartoffeln bereit für die Ernte.

Wie werden Kartoffeln auf dem Balkon im Topf oder im Sack gepflanzt?

Kartoffeln lassen sich problemlos auf dem Balkon anbauen – zum einen im Pflanzkübel, aber auch im Pflanzsack. Im Fall des Kübels brauchen Sie einen Topf, der sehr hoch und dunkel ist, damit er sich in der Sonne gut erwärmt. Er sollte Abzugslöcher besitzen, damit es beim Gießen nicht zu Staunässe kommt und mit einer Drainageschicht aus Kies am Boden ausgestattet werden. Über die Kiesschicht kommen dann rund 15 Zentimeter Blumenerde. Wenn Sie die Kartoffeln in einem Gartensack anbauen wollen, befüllen Sie ihn auf die gleiche Weise.

Auf der Erde platzieren Sie ungefähr vier Kartoffeln, die Sie gleichmäßig feucht halten sollen. Sobald die ersten Keime zehn Zentimeter messen, werden die Kartoffeln mit neuer Erde bedeckt. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis das Gefäß voll oder der Pflanzsack weitestgehend aufgerollt ist. Auf diese Weise bilden sich immer wieder neue Kartoffeln aus den ursprünglichen Knollen. Ungefähr drei Monate nach dem Pflanzen sind sie bereit zur Ernte.

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Diese zehn Fehler können Ihren Garten ruinieren

Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern.
Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern. © pixabay/annawaldl
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze.
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze. © pixabay/annawaldl
Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage.
Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit, den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage. © pixabay/Counselling
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung.
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung. © pixabay/KIMDAEJEUNG
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen, kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. © pixabay/annawaldl
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem.
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem. © pixabay/MIH83
Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen.
Schon beim Anlegen des Gartens drohen viele Fehler: Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen. © pixabay/Hans
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können.
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können - und dementsprechend mehr Platz einberechnen. © pixabay/Gellinger
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen.
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen. © pixabay/Jing
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können.
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können. © pixabay/mjordano

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