Wind, Wellenrauschen und Salzluft kann man nicht ersetzen. Aber mit einem Strandkorb im eigenen Garten kommt doch ein bisschen Küsten- und Urlaubsgefühl auf. FOTO: DPA
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Wind, Wellenrauschen und Salzluft kann man nicht ersetzen. Aber mit einem Strandkorb im eigenen Garten kommt doch ein bisschen Küsten- und Urlaubsgefühl auf. FOTO: DPA

Ein Gefühl von Urlaub an der Küste

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Seit 16 Jahren verkauft Kay Gosebeck Strandkörbe - was in der Corona-Krise passiert, hat er noch nicht erlebt. "Bei uns ist Land unter, wir werden erschlagen mit Aufträgen", sagt der 62 Jahre alte Gründer der Strandkorbmanufaktur Buxtehude. Fast 4000 Klicks zählt er derzeit am Tag auf der Website des niedersächsischen Unternehmens. "Die Leute haben viel Zeit, sie sitzen am PC."

Von jedem zweiten Kunden höre Gosebeck am Telefon: "Der Urlaub ist abgesagt und stattdessen möchten wir einen Strandkorb im Garten haben oder auf dem Balkon." Auf Sylt, in der Strandkorbmanufaktur in Rantum, sind derzeit alle Mitarbeiter der Produktion beschäftigt. In den Werkstätten sind die Mitarbeiter der Manufaktur dabei, neue Strandkörbe zu fertigen. Ungefähr fünf werden pro Tag in der Manufaktur gebaut. 70 Prozent der Produktion gehen traditionell aufs Festland - nach Bayern, ins Rheinland und ins Frankfurter Umland beispielsweise.

"Die meisten Strandkörbe gehen an Privatleute", sagt Möller. Sie wollten etwas mitnehmen von ihrer Lieblingsinsel. Gilt das auch in der Corona-Krise? "Es wird online schon ganz gut bestellt", sagt Svenja Möller-Trautmann, Möllers Frau. Die Tischlerin ist gerade dabei, ein Strandkorb-Unterteil zusammenzubauen. Aber man merke schon, dass die Laufkundschaft fehle. Viele wollten sich ihren Stoff vor Ort aussuchen, einmal anfassen, Probe sitzen, sagt sie. Individuelle Wünsche würden berücksichtigt: Ein Kunde wollte einmal eine Sitzheizung eingebaut haben, wie Möller-Trautmann erzählt. "Wenn man 2000 Euro ausgibt, möchte man vorher eigentlich auch mal im Strandkorb drinsitzen", sagt Gosebeck in Buxtehude.

Die Strandkorbmanufaktur Bris in Ahrensbök in Schleswig-Holstein verzeichnet ebenfalls eine gestiegene Nachfrage. "Es ist ein Wahnsinn, die Menschen sitzen zu Hause, können nicht in den Urlaub fahren", sagt Inhaber Angelo Bris. "Sie entschließen sich, einen Strandkorb zu kaufen, um wenigstens ein bisschen die Ost- oder Nordsee bei sich im Garten zu haben." dpa

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