„Da möchte man kein Gast sein“

Boykottaufrufe gegen Alltours: Reiseveranstalter will nur noch Corona-Geimpfte erlauben

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Der Reiseveranstalter Alltours plant, in seinen Urlaubshotels nur noch Corona-Geimpfte zu erlauben. In sozialen Netzwerken werden Boykottaufrufe laut.

Der Düsseldorfer Reiseveranstalter Alltours will vom Herbst an in seinen eigenen Urlaubshotels der Marke Allsun nur noch Gäste mit einer Corona-Impfung* beherbergen. Diese Regel solle voraussichtlich ab dem 31. Oktober gelten, teilte das Unternehmen am
Freitag mit. Der genaue Zeitpunkt hänge vom Verlauf der Impfungen ab. Alltours betreibt unter dem Namen Allsun 35 Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland.

„Wir wollen allen Gästen höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie ihren Urlaub entspannt genießen können“, sagte Alltours-Inhaber Willi Verhuven laut Mitteilung. Bei steigenden Impfquoten und sinkenden Inzidenzen in den Urlaubsgebieten stehe einem Urlaub nichts im Wege.

Der Reiseveranstalter Alltours will in Zukunft nur noch Corona-Geimpfte erlauben.

Alltours will nur noch Gäste mit Corona-Impfung: Boykottaufrufe in sozialen Netwerken

Die Ankündigung des Reiseveranstalters sorgte innerhalb kürzester Zeit für Proteste in den sozialen Medien. Unter dem Hashtag #boykottalltours echauffierten sich Kunden auf Twitter oder Facebook über die „Diskriminierung“ von Nicht-Geimpften. Teilweise ärgerten sich Menschen, die bisher nicht planen, sich impfen zu lassen, aber auch welche, die erst im nächsten Jahr damit rechnen, eine Impfung zu erhalten. „Hotel-Urlaub nur noch mit Impfung und ohne Kinder ... da möchte man kein Gast sein“, schreibt ein Nutzer zum Beispiel. Eine andere Person meint: „Möge Alltours möglichst bald in der Versenkung verschwinden. Schade für die Mitarbeiter“. Oder: „Ihr und euer Geschäftsführer Willi Verhufen werdet von mir keinen müden Cent mehr sehen! Und dass auch, wenn ich meine Impfung bekommen habe!!“

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Andere Nutzer wiederum verstehen den Aufschrei nicht und verweisen auf die Impfpflicht in anderen Bereichen des Tourismus: „Lustig, wie sich viele wegen Alltours aufregen. Eine Impfpflicht im Bereich Reisen gab es doch schon immer, zwar nur für gewisse Gebiete und Erkrankungen, aber es ist nichts Neues.“

Für manche ist es aber auch eine Sache des Gemeinwohls: „Wer nicht bereit ist, sich für das Gemeinwohl impfen zu lassen, der darf auch nicht an der Gemeinschaft teilhaben! Solidarität ist keine Einbahnstraße.“

Es sind aber nicht nur Reiseveranstalter, die über eine verpflichtende Corona-Impfung für Gäste nachdenken. Auch Fluggesellschaften wie Qantas planen bereits, eine Impfpflicht einzuführen. Länder wie Island, Polen oder Rumänien gewähren Corona-Geimpften zudem schon jetzt eine Einreise ohne Quarantäne. Auch beliebte Reiseziele wie Griechenland oder Mallorca sprechen sich für mehr Reisefreiheit für diejenigen aus, die vollständig geimpft sind. (fk/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
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2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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