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Frauenquote in der CDU: Twitter-User reagieren unterschiedlich

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Von: Carina Blumenroth

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Frauen in Führungspositionen sind immer noch rar gesät. Auf dem letzten CDU-Parteitag hat sich die CDU für eine Frauenquote ausgesprochen. Das Netz reagiert gespalten.

Männer in Vorständen oder anderen Führungspositionen – in vielen Berufszweigen ist es ein einheitliches Bild, Frauen auf Führungsebene? Fehlanzeige. Um Frauen in Führungspositionen zu bringen, gibt es die Frauenquote. Dabei gibt es Befürworterinnen und Befürworter und Gegnerinnen und Gegner. Zuletzt wurde die Frauenquote von der CDU wieder in die breitere Öffentlichkeit getragen. Auf ihrem letzten Parteitag beschloss die CDU mit 559 Für- und 409 Gegenstimmen die Einführung einer „abgestuften Frauenquote“ innerhalb der Partei. Ab kommenden Jahr müssen bei Vorständen der CDU ab Kreisebene ein Drittel der Posten mit Frauen besetzt werden. Bis Mitte 2025 soll sich die Frauenquote auf 50 Prozent erhöhen. Die Regelung ist bis 2029 befristet.

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Seit 2015 verpflichtet ein Gesetz in Deutschland zur Geschlechterquotierung

Die Frauenquote ist in der Gesellschaft umstritten, einige Menschen denken, dass das nötig ist, während andere glauben, es sei Quatsch. Mit der Frauenquote ist eine Vorgabe gemeint, die die Geschlechterquotierung in Vorständen, Aufsichtsräten oder Unternehmen regeln kann. Konkret geht es um einen bestimmten Mindestanteil an Frauen in diesen Gremien. Das soll das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen angleichen. Bereits im Mai 2015 ist das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ in Kraft getreten. Im Kern geht es dabei um Chancengleichheit. Das Gesetz verpflichtet die Unternehmen zur Handlung, bis ein Frauenanteil von 30 Prozent erzielt ist.

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) heißt es, dass seit 2016 eine Quotierung von 30 Prozent Frauen-Anteil in börsennotierten oder mitbestimmten Unternehmen gilt. Im gleichen Zeitraum wurde das Bundesgleichstellungsgesetz und das Bundesgremienbesetzungsgesetz novelliert. Dabei geht es darum, den Anteil an Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Dienst des Bundes zu erhöhen.

Frauen in Führungsebene im Büro.
Die CDU ist innerhalb der Partei für eine Frauenquote. Das wurde auf dem Parteitag beschlossen. (Symbolbild) © Imago

Das spricht für eine Frauenquote

Das vom BMFSFJ geförderte Projekt Proquote hat Argumente zusammengefasst, warum eine Frauenquote sinnvoll für alle ist:

  1. Führungspositionen: Da sitzen nicht die Besten der Branche, sondern die Besten aus den Buddy-Netzwerken. Eine Quote schafft Wettbewerb.
  2. Eine Quote modernisiert die Führungskultur
  3. Frauenförderung in der Vergangenheit beruhte auf „gutem Willen der Entscheider“, es habe sich nur wenig verbessert.
  4. Männer bevorzugen Männer, eine Quote bricht eingeprägte Muster auf.
  5. Frauen sorgen nachweislich für mehr Effizienz in Führungsteams, wie Proquote berichtet.
  6. Gemischte Führungsteams sind kreativer, der Kommunikationsstil verändert sich.
  7. Frauen in Führungspositionen sorgen für eine familienfreundlichere Arbeitskultur.

Das spricht gegen die Frauenquote

Gegnerinnen und Gegner sehen besonders die sogenannte „Quotenfrau“ als Gefahr, dass nicht die Qualifikation und Leistung im Fokus steht, sondern Frauen nur wegen ihres Geschlechts eine bestimmte Position erhalten würden. Andersherum versuchen auch einige mit einer Diskriminierung von Männern zu kontern.

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So reagiert das Netz auf die Frauenquote innerhalb der CDU

Kontrovers diskutiert wird die kommende Frauenquote bei der CDU in den sozialen Medien. Viele Reaktionen von Userinnen und Usern laufen beispielsweise auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein. Userin Naike positioniert sich gegen eine Frauenquote, sie schreibt: „Wie wäre es statt Frauenquote mit einer Fähigkeitsquote, damit wenigstens mal ein paar Kerzen auf der Torte brennen?“

Anderer Meinung ist Twitter-User Mario Sixtus: „Eine Frauenquote ist so etwas wie das Strafgesetzbuch: Wäre toll, wenn überflüssig, aber Wünsche, Appelle und Eigenverantwortungs-Bla ändern die Welt weder in Sachen Kriminalität, noch in Sachen Gleichstellung, daher sagt die Realität: brauchen wir. That‘s it.“

Reaktionen bekommt die CDU auch aus den Jugendorganisationen, die Landesvorsitzende des Ring Christlicher-Demokratischer Studenten Baden-Württembergs, Noëlle Drtil, schrieb auf Twitter: „Als junge und engagierte Frau in der CDU nun künftig eine Quotenfrau zu sein, wertet meine bisherige Arbeit massiv ab.“ Weiter beteuert sie auf Twitter der Partei trotzdem treu zu bleiben, denn „Mitglied in der CDU zu sein, ist wie eine gute Ehe zu führen. Man hat verschiedene Standpunkte, man streitet sich, man gibt einer Seite recht oder findet einen Kompromiss und dann versöhnt man sich wieder.“

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