Ein Medizinisch-Technischer Assistent steckt im Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) eine mit einer Testflüssigkeit gefüllte Kartusche in ein Analysegerät. FOTO: DPA
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Ein Medizinisch-Technischer Assistent steckt im Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) eine mit einer Testflüssigkeit gefüllte Kartusche in ein Analysegerät. FOTO: DPA

Was Schnelltests in der Corona-Krise bringen

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In Deutschland gibt es eine Diskussion darum, mehr Menschen auf das Coronavirus testen zu lassen. Schnelltests könnten helfen, Infektionen rasch nachzuweisen und so dazu beitragen, die Pandemie so gut wie möglich unter Kontrolle zu bekommen. Noch sind solche Tests nicht in der ärztlichen Routine angekommen, aber rund um die Welt arbeiten Forscher an ihrer Entwicklung. Erste Schnelltests sind bereits zugelassen. Sie müssen aber auch in ausreichender Zahl produziert werden. Täglich gibt es zudem Ankündigungen für neue Testsysteme. Ihre Schnelligkeit ist ihr großer Vorteil - aber sie haben auch Nachteile und sind nicht für alle Zwecke geeignet.

Für den gegenwärtigen Standard-PCR-Test nehmen Ärzte einen Rachenabstrich. Die Probe wird ins Labor geschickt und aufgereinigt und dann auf das Erbmaterial des Virus durchsucht. Der Test selbst dauert etwa vier bis fünf Stunden. Hinzukommt die Zeit für den Transport - und zurzeit manchmal Wartezeiten bis zur Auswertung, weil Labormaterial fehlt oder die Zahl der Tests die Kapazitäten eines Labors übersteigt. Es kann deshalb mehrere Tage dauern, bis das Ergebnis beim Arzt und Patienten vorliegt.

In dieser Zeit muss sich der Patient in Quarantäne begeben - möglicherweise umsonst. Gerade in Kliniken und Arztpraxen können Wartezeiten auf ein Testergebnis auch zu Personalmangel führen. Schnelltests sollen unter anderem hier Abhilfe schaffen. "Mit schnelleren Tests kann man sofort handeln und so auch die Übertragungswahrscheinlichkeit von einem Infizierten zum nächsten senken", sagt Hendrik Streeck vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn.

Beworben werden zum einen Analysegeräte, die wie der Standardtest nach Viruserbgut suchen, aber schneller Ergebnisse liefern. In den USA ist ein solcher Schnelltest des Herstellers Cepheid kürzlich zugelassen worden, der innerhalb von 45 Minuten eine Infektion nachweisen soll.

Ein anderer Weg zu schnelleren Testergebnissen führt über serologische Testverfahren. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest: Die Probenlösung - zum Beispiel ein Tropfen Blut mit Reagenzien vermischt - wird auf einen Streifen aufgetragen, eine farbliche Markierung zeigt dann, ob die Probe positiv oder negativ ist.

Nachgewiesen werden können zum einen Antikörper. Also die Strukturen, die unser Immunsystem bildet, wenn es mit einem fremden Erreger in Kontakt kommt. Als Schnelltest für eine akute Infektion eignen sich solche Antikörpernachweise aber kaum, wie Streeck betont. "Antikörper lassen sich erst an der Spitze der Erkrankung sicher nachweisen, dann, wenn die Ansteckungsgefahr schon wieder nachlässt." In den ersten Tagen nach einer Anste- ckung können die Antikörper nicht sicher nachgewiesen werden - der Infizierte kann den Erreger aber schon weitergeben.

Sinnvoll können solche Tests sein, um eine zurückliegende Infektion nachzuweisen und den Verlauf der Epidemie zu verfolgen. An so einem Nachweis arbeiten auch Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. "Mit einem Antikörper-test können wir Menschen identifizieren, die eine Infektion überstanden haben", sagt der Virologe und Epidemiologe Tim Waterboer. "Die können dann wieder arbeiten gehen und müssen nicht mehr geschützt werden." Erste dieser Tests sind bereits erhältlich, etwa vom Berliner Biotech-Unternehmen Pharmact.

Schnelle Tests könnten die nötige Voraussetzung sein, um die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen zumindest regional aufzuheben. Denn dann können neue Infektionscluster schnell erkannt und regional beschränkt werden, während andernorts vielleicht keine verschärften Maßnahmen erforderlich sind. dpa

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