Psychotherapie weiter möglich

Die soziale Isolation in der Corona-Krise kann sehr belastend sein. Bereits psychisch Kranke können besonders leiden, aber auch für Gesunde steigt das Risiko psychischer Probleme. Unter anderem die Depressionshilfe warnt gar davor, dass die Zahl der Suizide steigen könnte. Experten raten daher dazu, aktiv zu bleiben und das Gespräch mit Freunden und Familie zu suchen. Auch Therapien sind in der Krise weiter möglich.

Wer bereits eine Psychotherapie macht, kann diese auf jeden Fall fortführen. Rechtlich fällt die Psychotherapie bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise unter notwendige medizinische Versorgung, bei der persönlicher Kontakt weiterhin erlaubt ist. Dennoch kommt es aus Angst vor Ansteckung oder wegen verordneter Quarantäne vermehrt zu Absagen von Sitzungen, wie die Bundespsychotherapeutenkammer berichtet.

In den vergangenen Wochen einigten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen daher darauf, dass Videosprechstunden anders als vorher unbegrenzt möglich sind. Eigentlich dürfen Ärzte und Psychotherapeuten pro Quartal maximal jeden fünften Patienten ausschließlich per Video und ohne Besuch der Praxis behandeln.

Auch war die Menge der Leistungen begrenzt - zunächst für das zweite Quartal ist diese Regelung nun ausgesetzt. Außerdem dürfen Gruppentherapiesitzungen übergangsweise ohne gesonderten Antrag in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden.

Auch bislang gesunde Menschen können angesichts der Krise psychische Krankheiten wie eine Depression entwickeln, wie Experten warnen.

Trotz der Pandemie können Therapien auch neu begonnen werden. Eigentlich müssen Psychotherapeuten und Patienten zu Beginn einer Therapie einander persönlich gegenüber sitzen. Seit dem 23. März gilt jedoch eine bis Ende Juni begrenzte Regelung, wonach auch Sprechstunden und sogenannte probatorische Sitzungen in der Krise in Einzelfällen per Video erfolgen dürfen. AFP

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