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Juckreiz: Ein Symptom der Nesselsucht, das Betroffenen um den Verstand bringt.

Quaddeln, die extrem jucken können

Nesselsucht: Wenn die Haut brennt wie Feuer, auf keinen Fall diesen Fehler machen

Eine Unverträglichkeit kann der Auslöser sein, oder eine Allergie: Bei Nesselsucht reagiert die Haut mit entzündlichen Quaddeln, die enorm jucken. Was jetzt hilft.

Es verschwindet so plötzlich, wie es gekommen ist: Diese Beschreibung ist typisch für Nesselsucht, auch Urtikaria genannt. Die Auslöser der Hauterkrankung - die nicht ansteckend ist - sind dabei sehr vielfältig: So kann eine Allergie die Ursache sein, aber auch ein Infekt oder eine Nahrungsmittelallergie sind mögliche Gründe für die Hautreaktion. Zu unterscheiden ist die spontane von der induzierbaren und die akute von der chronischen Form. Die Behandlung muss je nach Auslöser individuell vom Arzt bestimmt werden.

Chronische und akute Urtikaria: Ursachen der Nesselsucht

Wer unter akut auftretender Nesselsucht leidet, brütet oft einen Infekt aus, leidet an einer Nahrungsmittelallergie oder reagiert auf ein Medikament, wie das Fachportal Mein-Allergie-Portal berichtet. Diese akute Form der Hautkrankheit tritt in der Regel spontan auf und dauert eine bis maximal sechs Wochen.

Verschwinden die Beschwerden nicht in diesem Zeitraum, spricht man von einer chronischen Urtikaria.

Die möglichen Ursachen der chronischen Urtikaria:

  • Infekte (ausgelöst etwa durch den Erreger Helicobacter Pylori)
  • Autoimmunkrankheiten
  • Nahrungsmittelintoleranzen (wie etwa gegen Konservierungs- und Farbstoffe oder Histamin)

Von einer induzierbaren Nesselsucht ist die Rede, wenn Betroffene klar bestimmen können, was die Beschwerden ausgelöst hat. Möglich sind hier zum Beispiel Kälte, Sonnenlicht, Druck, Anstrengung oder Reibung, wie Dr. med. Petra Staubach, Leiterin der Urtikaria und Angioödem-Sprechstunde der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz auf Mein-Allergie-Portal schreibt. Auch eine Erhöhung der Körperkerntemperatur kann Urtikaria begünstigen, dann sprechen Mediziner von der cholinergischen Urtikaria.

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Quaddeln und Angioödeme: Symptome von Nesselsucht

Wer bereits einmal an Nesselsucht gelitten hat, weiß wie schlimm der Juckreiz ausfallen kann. Vor allem in warmen Sommernächten fällt es schwer, dem Drang zu Kratzen nicht nachzugeben. Doch genau dies sollte man nicht machen, damit die Haut nicht noch mehr gereizt wird.

Die Symptome der Nesselsucht im Überblick:

  • Quaddeln, die stark jucken und brennen
  • tiefere Schwellungen (Angioödeme) können gleichzeitig auftreten

Quaddeln können dabei jede erdenkliche Größe annehmen: von einer kleinen Erhebung bis hin zur Größe eines Handtellers. In vielen Fällen treten die Schwellungen nur an einer Stelle auf, manchmal ist aber auch der ganze Körper betroffen.

Ein Angioödem ist eine großflächige tiefe Schwellung, die meist spätestens nach drei Tagen wieder abklingt. Die tiefliegende Schwellung ist meist nicht gerötet und juckt auch nicht, kann aber dem Gesundheitsportal Apotheken Umschau zufolge spannen und schmerzhaft brennen.

Mehr zum Thema: Starken Juckreiz besser nicht als harmlos abtun - diese Krankheit kann dahinter stecken.

Behandlung der Nesselsucht

Schnelle Abhilfe bei akuter oder chronischer Urtikaria bringen Antihistaminika in Form von Tabletten, Säften oder Spritzen: Sie hemmen Entzündungsprozesse, die in der Haut vorgehen und lindern so den Juckreiz. Auch andere Arzneien wie Leukotrienantagonisten oder Kortison werden eingesetzt, allerdings muss der Arzt abwägen, ob diese stärkeren Medikamente sinnvoll sind. Auch der Wirkstoff Omalizumab ist für die Behandlung von Nesselsucht zugelassen.

Wie bei allen Symptomen gilt auch bei Quaddelbildung und Juckreiz der Haut: Ist die Ursache gefunden, sollte diese behandelt werden und nicht nur das Symptom an sich. Nur so kann der Patient dauerhaft von Beschwerden befreit werden. Infekte oder Allergien, gegen die der Körper mit Nesselsucht reagiert, sollten also entsprechend behandelt werden, um die Urtikaria zu besiegen.

Von Hausmitteln wie selbst gemachten Salben raten Mediziner ab.

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jg

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