Sie schonen die Umwelt und sparen Plastikmüll: Seifen sind wieder gefragt. FOTO: DPA
+
Sie schonen die Umwelt und sparen Plastikmüll: Seifen sind wieder gefragt. FOTO: DPA

Natürliches für Hände, Körper und Haare

  • vonDPA
    schließen

Sorgsam faltet Cosmin Katko Papier um das duftende Stück Seife auf der Ladentheke. Erst die eine Seite, dann die andere, zum Schluss der Aufkleber. Viele Male am Tag machen er und sein Geschäftspartner Marc-Simon Wolf das. In ihrer Seifenmanufaktur Haused Wolf in Nürnberg ist alles selbst gemacht, von der Herstellung bis zum Versand übers Internet. Und das Geschäft läuft ihren Angaben nach gut. Der absolute Renner ist: Haarseife. Seife wirkt oft etwas altmodisch. Bei Oma und Opa lag immer so ein ausgewaschenes Stück mit Rissen in einer Seifenschale mit Gumminoppen am Waschbecken. Nicht gerade ansehnlich.

Manche Menschen ekeln sich sogar regelrecht vor Seifen, weil sie diese für unhygienisch halten. Doch das Image der guten alten Seife wandelt sich gerade. "Seifen erleben eine Renaissance", sagt die Marktforscherin Elfriede Dambacher, die auf Naturkosmetik spezialisiert ist. Vor allem wer umweltbewusst und möglichst verpackungsarm konsumieren will, seift Hände, Körper und seit Neustem auch Haare ein. "Der Schaum der Seife zerfällt und belastet die Gewässer nicht", sagt Dambacher.

Außerdem sei sie sehr ergiebig. "Ein Stück hält so lange wie vier Flaschen Shampoo oder Duschgel." Und davon verbrauchen wir Deutschen eine Menge. Mehr als 14 Milliarden Euro gaben die Verbraucher 2019 nach einer Hochrechnung des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel für Schönheitsprodukte aus. Die Naturkosmetik wächst Dambacher zufolge seit Jahren und kommt auf einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent.

"Die Nachfrage ist enorm nach Haarseife", sagt Lucia Scheige, die Tochter des Firmeninhabers von Treibholz aus Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen vertreibt seit einigen Jahren drei verschiedene Haarseifen, die vor allem in Bioläden erhältlich sind. Zurzeit sind die Bestände aber so gut wie leer gekauft. Erst im Mai soll es wahrscheinlich wieder Nachschub geben.

Im Geschäft von Haused Wolf stapeln sich Seifen in Regenbogenfarben, Pastelltönen oder tiefem Schwarz auf Blechen hinter der Kasse. Mehrere Wochen reifen die Stücke dort. In den Regalen steht an einigen Stellen ein Schild: "Ausverkauft - wird gerade nachproduziert."

Alle Zutaten sind natürlich

Bisher rühren sie die Zutaten für ihre Seifen in Zehn-Liter-Töpfen in der Küche hinter dem Verkaufsraum zusammen. "Die Rezepturen sind Betriebsgeheimnis", sagt Katko. Nur so viel verrät er: Die Seife wird nicht gekocht, sondern kalt gerührt - und alle Zutaten sind natürlich. Das ist nicht bei jeder Haarseife zwingend der Fall.

"Es gibt keine Vorschriften, was Haarseife enthalten darf", sagt Marc-Simon Wolf. "Es gibt auch welche, denen zusätzlich Tenside und Filmbildner hinzugefügt werden." dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare