Lange Pausen wie die Siesta in der Mittagszeit: Bewohner von Regionen mit viel Hitze passen sich in ihrem Verhalten den Temperaturen besser an.
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Lange Pausen wie die Siesta in der Mittagszeit: Bewohner von Regionen mit viel Hitze passen sich in ihrem Verhalten den Temperaturen besser an.

Hitze führt zu mehr Herzinfarkten

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(dpa). Ende Juli jagte in Deutschland ein Hitzerekord den nächsten. Solche heißen Tage sind anstrengend für den Körper und werden in der Bundesrepublik im Zuge des Klimawandels immer häufiger werden. Vor allem dem Herz-Kreislauf-System machten hohe Temperaturen und große Temperatursprünge binnen kurzer Zeit zu schaffen, sagt Andreas Zeiher, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Die Folge? "Vermehrte Herzinfarkte." Das zeigen verschiedene Studien.

Zeiher sieht die Klimaveränderungen als ein größeres Gesundheitsrisiko als das Rauchen - "weil die ganze Bevölkerung betroffen ist." Die Klimaveränderungen seien "ganz sicher" eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem in den nächsten 20 bis 50 Jahren. "Denn neben den Temperaturveränderungen gehen damit zum Beispiel Brände und eine erhöhte Luftverschmutzung einher." Hitze und insbesondere abrupte Temperaturveränderungen bedeuten Stress für den Körper und das Herz-Kreislauf-System, erklärt Mediziner Zeiher. Stresshormone würden ausgeschüttet, in der Folge verengten sich die Gefäße, das Blut werde klebriger und dickflüssiger. Die Gefahr für einen Herzinfarkt und auch für einen Schlaganfall steige. "Wir verzeichnen ein höheres Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen und insgesamt von Notfallbesuchen im Krankenhaus an sehr heißen Tagen", sagt Zeiher. Vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ältere Menschen und Diabetiker seien betroffen.

Wie können sich gefährdete Gruppen bei Hitze und Temperatursprüngen wappnen? Viel trinken, bei hohen Temperaturen den Körper nicht außerordentlich fordern und belasten sowie gegebenenfalls in kühlen Innenräumen bleiben, sagen die Wissenschaftler übereinstimmend.

In Gegenden auf der Welt, wo stets höhere Temperaturen herrschen - beispielsweise im Mittelmeerraum, gibt es den Forschern zufolge trotzdem nicht mehr Herzinfarkte. "Die Leute sind adaptierter und kommen mit der Hitze besser klar, weil sie über Jahrhunderte gelernt haben, wie man etwa mit der Mittagshitze besser umgeht", sagt Lungenfacharzt Christian Witt von der Charité.

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