Ein PCR-Test kann nachweisen, ob Erbgut des Coronavirus im Abstrich enthalten ist. Abstriche werden aus Mund-, Nasen- oder Rachenraum entnommen. 
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Ein PCR-Test kann nachweisen, ob Erbgut des Coronavirus im Abstrich enthalten ist. Abstriche werden aus Mund-, Nasen- oder Rachenraum entnommen. 

Nie abreißende Infektionswellen möglich? 

Nochmal angesteckt? So wahrscheinlich ist eine Coronavirus-Infektion nach überstandener Krankheit

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Wer sich von Covid-19 erholt hat, gilt als weitgehend immun. Doch wieder gesunde Menschen wurden erneut positiv auf Coronaviren getestet - das steckt dahinter. 

  • Wer nach einer überstandenen Coronavirus-Infektion Antikörper gegen das Virus* entwickelt hat, gilt nach jetzigem Kenntnisstand als weitgehend geschützt vor einem erneuten schweren Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. 
  • Die körpereigene Abwehr soll bei dem nächsten Kontakt mit Coronaviren genau dieses Antikörper aktiveren, die die Viren erfolgreich bekämpfen.
  • Doch aktuelle Meldungen aus China und Südkorea werfen Fragen auf. 

Hier wurden Patienten, die als genesen galten, erneut positiv auf das Coronavirus getestet. Die Frage, ob das Virus erneut mit der selben Heftigkeit bei ein und derselben Person zuschlagen kann, beschäftigt unzählige Wissenschaftler. Virologe Christian Drosten, Lehrstuhlinhaber und Institutsdirektor an der Charité in Berlin, gibt eine Einschätzung ab. 

"Man sagt, der hat sich dann vielleicht neu infiziert, oder er war in Wirklichkeit gar nicht immun"

In Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund die Hälfte der an Covid-19 erkrankten Personen wieder gesund. Doch auch wieder genesene Menschen fragen sich: Kann der Virus im Körper schlummern und wieder ausbrechen

Im Falle der aus China und Südkorea gemeldeten Fälle handelt es sich um Menschen, die die Virusinfektion überstanden hatten und aus dem Krankenhaus entlassen wurden - mit einem negativen Test auf Covid-19. Doch Tage darauf bei einer erneuten Untersuchung zeigte der PCR-Test* auf einmal an, dass sie mit dem Virus infiziert waren. "Man sagt, der hat sich dann vielleicht neu infiziert, oder er war in Wirklichkeit gar nicht immun, obwohl er die Krankheit überstanden hat. Oder das Virus ist noch mal zurückgekommen, und da kennt man ja bestimmte Infektionserkrankungen, Herpesviren sind so das Paradebeispiel, die immer wiederkommen können. Man stellt die Frage: Ist das vielleicht bei diesem neuen Virus auch so?", fasst es Virologe Christian Drosten im Interview mit NDR Info zusammen: "Dazu kann man sagen, es gibt leider immer noch sehr wenige genaue Beschreibungen in der wissenschaftlichen Literatur über den Ausscheidungsverlauf des Virus in Patienten in verschiedenen Probentypen, zum Beispiel in Abstrichen aus dem Hals oder in Lungensekret, Sputum auch genannt, oder in Stuhlproben, das sind ja alles die Probentypen, von denen wir wissen, dass das Virus nachweisbar ist." 

Video: Coronavirus - Robert-Koch-Institut braucht Rachenabstriche

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Positiver oder negativer Coronavirus-Test: Je nach Probe variiert Ergebnis

Die Krux liegt also im PCR-Test selbst. Bei Untersuchungen an Münchner Covid-19-Patienten konnten Wissenschaftler beobachten, dass das Virus auch dann noch nachgewiesen werden konnte, wenn die Menschen schon wieder auf dem Weg der Besserung waren. "Es ist mal nachweisbar, auch mal für ein paar Tage hintereinander, dann ist es wieder für ein paar Tage hintereinander nicht nachweisbar. Das springt immer mal über und unter die Nachweisgrenze", so Drosten: "Das sind einfach statistische Phänomene, die da auftreten. So eine PCR kann ja nur eine gewisse Probe, ein gewisses Probenvolumen auf Virus untersuchen. Da gibt es statistische Verteilungsphänomene, die dazu führen, dass das Virus im Prinzip schon die ganze Zeit da ist, aber der Test kann das nicht immer erfassen."

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jg

Warum uns die Natur so gut tut

Annette Bernjus leitet Achtsamkeitsübungen an, wenn sie mit den Teilnehmern ihrer Kurse so wie hier im Wald unterwegs ist. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto
Annette Bernjus leitet Achtsamkeitsübungen an, wenn sie mit den Teilnehmern ihrer Kurse so wie hier im Wald unterwegs ist. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto © Manfred Bernjus
Zum Themendienst-Bericht von Bernadette Winter vom 22. August 2018: Prof. Dr. med. Andreas Michalsen ist Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Foto: Anja Lehmann/Immanuel Krankenhaus Berlin
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Wer im Wald "badet", soll nicht nur die Geräusche des Waldes bewusst aufnehmen, sondern die Umgebung auch mit den anderen Sinnen erleben. Foto:Manfred Bernjus/embe-Foto
Wer im Wald "badet", soll nicht nur die Geräusche des Waldes bewusst aufnehmen, sondern die Umgebung auch mit den anderen Sinnen erleben. Foto:Manfred Bernjus/embe-Foto © Manfred Bernjus
Achtsamkeitsübung im Wald. Annette Bernjus rät, dort ganz bewusst zu pausieren. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto
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Einfach mal einen Baum umarmen: Annette Bernjus leitet die Teilnehmer ihrer Seminare an, die Natur wieder bewusster wahrzunehmen. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto
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Dirk Teegelbekkers ist Geschäftsführer von PEFC Deutschland. Foto: Franziska Gabbert
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