Ein Passant mit Mund-Nasen-Schutz geht im Londoner Stadtzentrum an einem geschlossenen Imbiss mit der Schrift „Merry Christmas“ auf dem Dach vorbei.
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In London und anderen Gegenden in Südostengland gilt seit Ende Dezember wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren. Grund ist die rasche Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus.

Neue Virus-Variante

Reiserückkehrer bringen britische Corona-Mutation nach Deutschland – was das für das Frühjahr 2021 bedeutet

Eine Mutation des Coronavirus ist verantwortlich für einen harten Weihnachtslockdown in Großbritannien. 70 Prozent ansteckender soll das Virus sein.

  • Rund 13.000 Corona-Mutationen sind bisher bekannt – knapp 400 Sars-CoV-2-Mutationen treten wiederholt auf*, wie Forscher herausgefunden haben.
  • Allerdings fanden die Wissenschaftler keinen Hinweis darauf, dass die bisher analysierten Virus-Mutationen zu einer häufigeren Übertragung von Covid-19 oder zu einem schwereren Krankheitsverlauf geführt hätten.
  • Eine in Großbritannien nachgewiesene Mutation allerdings soll 70 Prozent ansteckender sein als das Virus-Original und seine bisherigen Mutationen. Auch in Deutschland breitet sich die neue Virus-Variante aus.

Update vom 13.01.2021: Virus-Mutation aus Großbritannien von Reiserückkehren nach Deutschland eingeschleppt

Die neue, ansteckendere Coronavirus-Variante VOC 202012/01 (auch B.1.1.7 genannt) aus Großbritannien ist in Deutschland angelangt. Die erstmals im November 2020 im Südosten Englands beschriebene Virus-Mutation gilt zwar nicht als gefährlicher, allerdings als weitaus ansteckender als das „Original-Coronavirus“. „Schwerere Verläufe werden dadurch nicht ausgelöst. Aber: Diese Variante ist ansteckender und kann sich schneller verbreiten“, so Virologe Prof. Bernhard Fleckenstein im Bild-Interview. Dies könnte der Pharmazeutischen Zeitung zufolge noch drastischere Eindämmungsmaßnahmen wie längere Schulschließungen erforderlich machen. Auch das Impfen* müsste bei einer Ausbreitung der britischen Corona-Mutation deutlich schneller gehen.

Am 24. Dezember 2020 wurde die Virus-Variante B.1.1.7 erstmals bei einer Frau in Deutschland nachgewiesen, wie das Ärzteblatt informierte. Sie war am 20. Dezember von einem Großbritannien-Besuch nach Deutschland zurückgekehrt. Wie das Ärzteblatt weiter berichtet, haben seither mehrere Reise-Rückkehrer die Virusmutante B.1.1.7 nach Deutschland eingeschleppt. So wurden in der ersten Kalenderwoche 2021 neben dem ersten Fall in Baden-Württemberg auch Fälle in Sachsen, Berlin und Bayern gemeldet.

Neues Virus aus Großbritannien: Ansteckender, aber nicht tödlicher

Artikel vom 28.12.2020: Für die Briten fand das Weihnachtsfest 2020 in sehr kleinem Kreis statt. Denn die Regierung hat am 20.12.2020 einen harten Lockdown verhängt, der es in sich hat: Nur noch lebensnotwendige Geschäfte haben geöffnet, von Reisen wird dringend abgeraten, auch wenn sie nur zu den Verwandten in die nächstgrößere Stadt gehen sollen. Haushalte sollen sich nämlich tunlichst nicht mischen und alle sollen zuhause bleiben. Grund für diese harten Maßnahmen sind die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen und eine Virus-Mutation, die den Behörden Sorgen bereitet. So könnte eine neu entdeckte Variante des Virus bis zu 70 Prozent ansteckender sein als alle anderen bekannten Sars-CoV-2-Ausprägungen.

Allerdings soll eine Ansteckung mit der neuartigen Virus-Mutation nicht tödlicher sein und auch die Symptome nicht verschärfen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Auch in Hinblick auf die Impfstoffe gibt es vorerst Entwarnung: Diese sollen bei der neuen Virus-Variante genauso gut ansprechen als bei der altbekannten Virus-Form. Jedoch handelt es sich bei diesen Informationen um erste Schätzungen – britische Wissenschaftler hatten Deutschlandfunk zufolge zu verstehen gegeben, dass sie noch Zeit benötigen, um genaue Aussagen über die neue Virus-Mutation zu treffen. Auch Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin gibt sich zurückhaltend: Die Datenlage sei noch sehr lückenhaft und wissenschaftlich nicht belastbar. Außerdem sei die zu beantwortende Frage, ob die entdeckte Variante wirklich stärker übertragbar sei, wird Drosten im Deutschlandfunk zitiert.

Typische Corona-Symptome im Überblick

  • Grippale Symptome (mit Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Husten)
  • Schnupfensymptome (mit Schnupfen, Niesen, trockenem Hals und verstopfter Nase)
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Augen- und Schleimhautentzündungen
  • Lungenprobleme (mit Lungenentzündung und Kurzatmigkeit)
  • Magen-Darm-Probleme (mit Durchfall, Übelkeit und begleitet von Kopfweh) 
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Mehr zu den bisher bekannten Covid-19-Symptomen erfahren Sie hier

Coronavirus-Mutation in Großbritannien, Dänemark und Belgien – und auch in Deutschland?

Neu ist die Virus-Mutation, die jetzt ganz Großbritannien lahm legt, nicht. So war sie dort bereits im September zum ersten Mal beschrieben worden und auch in Dänemark, Belgien und den Niederlanden steckten sich bereits Menschen mit der neuen Virus-Variante an. Selbst in Australien wurden Fälle gemeldet. Allerdings hatte die Virus-Mutation bislang keine Konsequenzen wie aktuell in Großbritannien zur Folge gehabt. Auf die Frage, ob der mutierte Erreger auch Deutschland bereits erreicht haben könnte, ist Christian Drosten wenig optimistisch. Im Deutschlandfunk-Interview sagte er, davon sei auszugehen.

Der Ursprung der Virus-Mutation soll in Nerz-Zuchtstationen zu finden sein, so die bisherige Annahme. Gestützt wird diese Vermutung von verschiedenen Veröffentlichungen, zum Beispiel durch eine britische Forschungsarbeit, die Nerz-Coronavirus-Mutationen bei Menschen nachgewiesen hat. Demnach sollen sich nicht nur in Dänemark Menschen bei Tieren angesteckt haben, sondern auch in den Niederlanden, in der Schweiz, Südafrika, in den USA, Russland und Australien. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/119969/Weitere-Reiserueckkehrer-tragen-Virusmutante-B-1-1-7-nach-Deutschland; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/neue-virusvariante-56-prozent-ansteckender-122733/

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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