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Wissenschaftler warnen dringend davor, direkt in die Sonne zu sehen. Mit den speziellen Sonnenfinsternis-Brillen ist das kosmische Ereignis gut zu sehen.

Augenärzte warnen

Sonnenfinsternis für die Augen gefährlich!

Wenn am 20. März der Neumond die Sonne verdunkelt, wollen viele Menschen dieses Himmelsschauspiel beobachten. Doch der ungeschützte Blick in die Sonne kann die Netzhaut verbrennen, warnen Augenärzte. 

Update vom 24. September: Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis ist eine Mondfinsternis für die Augen nicht gefährlich. Eine solche findet am kommenden Montag statt. Hier finden Sie alle Infos zum Natur-Schauspiel Blutmond.

Update vom 19. März: Sie wollen die Sonnenfinsternis auf gar keinen Fall verpassen? Oder: Sie wollen die Sonnenfinsternis unbedingt sehen, haben aber keine Brille mehr bekommen? Die Alternative zum "selbst in die Sonne gucken" (Achtung: Ohne Brille riskieren Sie sogar eine Erblindung!) ist der Live-Stream auf unserem Partnerportal merkur-online.de. Den finden Sie am Freitag in unserem Live-Ticker zur Sonnenfinsternis, in dem wir Sie schon heute über alle aktuellen News und Infos auf dem Laufenden halten.

Finger weg von rußgeschwärzten Glasscherben, superdunklen Sonnenbrillen oder schwarzer Folie! Ohne einen geeigneten Schutz für die Augen sollte niemand die Sonnenfinsternis an diesem Freitag (Weiter Infos zur Sonnenfinsternis finden Sie hier) verfolgen. Augenärzten warnen eindringlich davor ohne eine spezielle Schutzbrille mit Filter in die Sonne zu gucken. Dem Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte, Georg Eckert, wäre es sogar am liebsten, wenn es regnet.

Was passiert bei einer Sonnenfinsternis mit den Augen?

Wenn jemand der Versuchung erliegt und bei der Sonnenfinsternis diese Dunkelsonne betrachten will, dann besteht eine große Gefahr für die Augen, weil eine Verbrennung der Netzhaut vorkommen kann. Das heißt: Die Stelle des scharfen Sehens wird dabei beschädigt und das ist größtenteils unwiderruflich. Genau bedeutet das: Durch die Hornhaut des Auges und durch die Augenlinse wird das Licht so stark gebündelt, dass es zu Verbrennungen der schärfsten Stelle des Sehens kommen kann.

Wie schütze ich dann meine Augen bei einer Sonnenfinsternis?

Seine Augen kann man schützen, indem man eine zertifizierte Sonnenbrille verwendet. Keine normale, keine handelsübliche Sonnenbrille, sondern die Sonnenbrille muss genau für dieses Ereignis ausgelegt sein. Der normale Augenoptiker sollte angesichts dieses Ereignisses solche Sonnenbrillen vorrätig haben.

Was droht mir, wenn ich keine Brille anziehe?

Dann sollte man auf keinen Fall in die Sonne schauen. Dann schauen Sie die Sonnenfinsternis lieber im Fernsehen. Wenn Sie dennoch ohne Schutz in die Sonne schauen, empfehlen wir einen Besuch beim Augenarzt.

Wer sollte sich die Sonnenfinsternis lieber nicht anschauen?

Kinder sind besonders gefährdet. Sie müssen besonders vorsichtig sein. Kinder sind ja neugierig und daher könnten sie dazu geneigt sein, sich das Spektakel genauer anzugucken. Davon sollte man sie nach Möglichkeit abhalten. Mit einer Augenkrankheit ist außerdem von dem Ereignis abzuraten. Wir hoffen aber für die Augengesundheit unserer Mitbürger, dass es am Tag der Sonnenfinsternis regnet wie schon bei der letzten Finsternis 2006.

Augenarzt Georg Eckert ist 67 Jahre alt und praktiziert in Senden bei Ulm. Er ist Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA).

So können Sie ohne Sofi-Brille das Himmelsschauspiel erleben

 Wer das Himmelsspektakel dennoch annähernd live miterleben will, sollte sein Handy mitnehmen und filmen. Auf dem Display könne man die Sonnenfinsternis gefahrlos ansehen. Allerdings: Keinesfalls durch den Sucher einer Digitalkamera blicken.

Die häufigsten Augenkrankheiten

Augen Krankheiten
Das Auge gehört für viele zum wichtigsten Sinnesorgan. Augenerkrankungen können das Sehvermögen mindern oder im schlimmsten Fall zerstören. Der Verlauf ist oft schleichend. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Katarakt
KATARAKT - GRAUER STAR: Die häufigste Form der Katarakt ist die altersbedingte Linsentrübung. Die ursprünglich klare Augenlinse verliert im Laufe des Lebens ganz allmählich an Transparenz. Erst im höheren Alter erreicht die Trübung eine Dichte, die das Sehen beeinträchtigt. Der Blick in die weit getropfte Pupille zeigt die ersten Anzeichen einer Katarakt: weiße strahlenförmige Trübungen und ebensolche Pünktchen im zentralen Bereich. © Berufsverban des der Augenärzte e. V. (BVA)
Grüner Star: Glaukom im fortgeschrittenen Stadium mit bereits schwer geschädigtem Sehnerv.
GLAUKOM - GRÜNER STAR: In der Mitte der Papille erkennt man eine extrem große weiße Ausbuchtung, der Sehnervenkopf hat fast keinen gesunden rosafarbenen Rand mehr. In diesem Stadium ist der Sehnerv bereits stark geschädigt. Die Beeinträchtigung kann nicht rückgängig gemacht, aber zumindest gestoppt werden, sobald sie erkannt wurde. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt.
Ab 40. sollten Männer und Frauen zur Vorsorgeuntersuchung bei Augenarzt (IGeL-Leistung). Patienten bemerken die Erkrankung im Frühstadium nicht. Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Eine gesunde Netzhaut Retina
RETINA: Eine gesunde Netzhaut wie der Augenarzt sie bei der Untersuchung des Augenhintergrundes sieht. Die Arterien und Venen treffen sich an der hellen Stelle, wo der Sehnerv ins Auge mündet, dem Sehnervenkopf. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
Die feuchte Form der altersabhängigen MAKULADEGENERATION (AMD) verläuft wesentlich aggressiver als die trockene AMD. In der Netzhaut bilden sich krankhafte Gefäße, die Flüssigkeit absondern und die empfindlichen Netzhautgefäße zerstören. Dem Augenarzt stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, weitere Gefäßneubildungen zu verhindern und den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen. Hier sind die Veränderungen der Netzhautmitte bereits deutlich zu erkennen. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
BINDEHAUTENTZÜNDUNG: Eine durch Viren verursachte Bindehautenzündung ist extrem ansteckend. Infizierte Patienten müssen den Kontakt zu anderen meiden.  © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Schirmer Test
TROCKENES AUGE: Mit dem sogenannten Schirmer Test bestimmt der Augenarzt die Menge der Tränenflüssigkeit. Trockene Augen entstehen, wenn Bindehaut und Hornhaut der Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Dabei hat der Patient häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben oder die Augen brennen und jucken. Feinstaub in der Luft steht unter Verdacht an der Enstehung eines Trockenen Auges mitverantwortlich zu sein. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)

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