Gewürzgurken

Warum Gurkenwasser nicht in den Abfluss gehört – sondern auf die Straße

  • Maria Dirschauer
    VonMaria Dirschauer
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Einlegwasser von Gewürzgurken und Cornichons ist viel zu schade zum Wegschütten. Besonders im Winter kann es einen cleveren Ersatz für ein gewisses Salz bieten.

Dass das Einlegwasser von Gewürzgurken* und Cornichons vielfältig einsetzbar ist, ist bereits bekannt: Sie können den Sud zum Einlegen von Gemüse wiederverwenden, ihn zum Würzen von Nudel- und Kartoffelsalat nutzen oder ihn sogar trinken. Doch jetzt gibt es eine Neuigkeit für die Verwendung von Gurkenwasser, die einmal mehr zeigt, dass der Gurkensud viel zu schade für den Abfluss ist.

Gurkenwasser als Streusalz-Ersatz: nachhaltiger Winterdienst

Diese Verwendungsart ist besonders im Winter nützlich, wenn die Wege vereist und glatt sind. Denn: Gurkenwasser funktioniert wie Streusalz! Streusalz ist zwar effektiv, belastet aber die Umwelt. Es schadet Pflanzen und Bäumen. Außerdem gelangt es über das Sickerwasser in den Boden und kann sich im Grundwasser anreichern. Übrigens tut das Streusalz auch Ihrem Auto nicht gut: Die Rostbildung wird beschleunigt.

Ein Pilotprojekt in der niederbayerischen Stadt Dingolfing hat gezeigt: Gurkenwasser funktioniert genauso gut wie Streusalz. Seit einem Jahr benutzt die örtliche Straßenmeisterei dort Gurkenwasser statt Flüssigsalz, um die Straßen von Eis zu befreien. Das Gurkenwasser stammt vom Feinkosthersteller Develey in Dingolfing, wo es bei der Produktion von Salzgurken entsteht und normalerweise entsorgt wird. Statt den Sud über die Abwasseranlage zu entsorgen, wird er nun aber seit einem Jahr zu 21-prozentiger Sole umgewandelt und im Winterdienst weiterverwendet.

Lesen Sie auch: Nudelwasser ins Spülbecken? Darum sollten Sie das besser nicht tun.

So wird aus dem Gurkenwasser Streusalz

  • Bei der Firma Develey werden in 1000 Silos Salzgurken produziert. Dazu liegen die Gurken für etwa zwei Monate in Salzlake. Das in den Silos verbleibende Salzwasser wird normalerweise geklärt und entsorgt.
  • Seit dem Winter 2019 wird das Gurkenwasser zu Streumittel weiterverarbeitet. Da sein Salzgehalt aber zu gering ist, muss dieser zunächst auf 21 Prozent fast verdoppelt werden.
  • Dann wird es den Autobahn- und Straßenmeistereien je nach Bedarf zur Verfügung gestellt. Diese haben bisher ihre Streumittel in eigenen Anlagen hergestellt.
  • Das Salz wird nicht in trockenem Zustand, sondern als Salz-Wasser-Gemisch (Sole) auf die Straßen gebracht, um diese von Schnee und Eis zu befreien.

Eine Win-Win-Situation: Das Salzwasser aus der Produktion wird nicht mehr entsorgt, sondern recycelt. Und die Autobahn- und Straßenmeistereien müssen keine eigene Sole mehr herstellen. Nach einem Jahr fällt das Fazit positiv aus, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Anders Maier, Leiter der Straßenmeisterei Dingolfing, zieht Bilanz: „Es ist kein Unterschied zu der eigens produzierten Sole zu erkennen und im Winterdienst könne dieselben Erfolge erzielt werden.“ Der Pilotversuch wird auch in diesem Winter fortgesetzt. Zukünftig sollen durch den Gurkenwasser-Einsatz bis zu 700 Tonnen Salz und bis zu 4,9 Millionen Liter Wasser gespart werden.

Auch interessant: Warum Kartoffelwasser viel zu schade für den Abfluss ist: nicht weggießen!

Gurkenwasser statt Streusalz auf den Straßen: Riecht das nicht unangenehm?

Es handelt sich nicht um das Gurkenwasser, wie Sie es aus dem handelsüblichen Gurkenglas kennen, sondern um ein zu Sole verarbeitetes Gemisch. Das Salzwasser wird außerdem vor der Umnutzung gereinigt. Die bayerischen Straßen werden also im Winter nicht nach Gurkenwasser riechen und Autofahrer werden die Umstellung nicht bemerken.

Durch den Prozess, den das Gurkenwasser erst einmal durchlaufen muss, bevor es als Streusalz verwendet werden kann, ist es leider nicht ratsam, dass Sie zu Hause übrig gebliebenes Gurkenwasser aus dem Glas einfach auf die Straße schütten. Aber nutzen Sie es doch einfach für eine der anderen nützlichen Weiterverwendungsmethoden. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Weiterlesen: Achtung: Schütten Sie Gurkenwasser nicht mehr in den Abfluss.

Acht Fehler beim Nudeln kochen, die fast jeder macht – auch Sie?

Was, zwei Liter Wasser für eine Single-Portion Nudeln? Ja! Nudeln sollten vollständig von Wasser bedeckt sein. Sonst gibt es Nudel-Klump. Faustregel: Ein Liter auf 100 Gramm Nudeln.
Was, zwei Liter Wasser für eine Single-Portion Nudeln? Ja! Nudeln sollten vollständig von Wasser bedeckt sein. Sonst gibt es Nudel-Klump. Faustregel: Ein Liter auf 100 Gramm Nudeln. © Pixabay
Das Wasser muss kochen. Erst dann kommen die Nudeln dazu.
Das Wasser muss kochen. Erst dann kommen die Nudeln dazu. © Pixabay
Faustregel: Breite Nudeln passen zu schweren, stückigen Soßen wie Bolognese – feine Nudeln zu leichten Soßen.
Faustregel: Breite Nudeln passen zu schweren, stückigen Soßen wie Bolognese – feine Nudeln zu leichten Soßen. © Pixabay
Kippen Sie auch einen Schluck Olivenöl ins Wasser, damit die Spaghetti nicht aneinanderkleben? Ganz schlecht, denn das Öl verklebt die Oberfläche der Nudeln, so dass sie die Soße nicht mehr richtig aufnehmen können. Besser: Etwas Kochwasser in die Schüssel – oder Nudeln gleich mit der Sauce vermischen.
Kippen Sie auch einen Schluck Olivenöl ins Wasser, damit die Spaghetti nicht aneinanderkleben? Ganz schlecht, denn das Öl verklebt die Oberfläche der Nudeln, so dass sie die Soße nicht mehr richtig aufnehmen können. Besser: Etwas Kochwasser in die Schüssel – oder Nudeln gleich mit der Sauce vermischen. © Pixabay
Mit Salz sollte man sparsam umgehen – aber nicht beim Nudelnkochen. Denn nur ein kleiner Teil des Salz kommt auch in der Nudel an. Ein Teelöffel pro Liter sollte es schon sein.
Mit Salz sollte man sparsam umgehen – aber nicht beim Nudelnkochen. Denn nur ein kleiner Teil des Salz kommt auch in der Nudel an. Ein Teelöffel pro Liter sollte es schon sein. © Pixabay
Nudeln brauchen wirklich nicht viel Aufmerksamkeit. Aber zwei, drei Mal rühren zwischendurch tut ihnen gut. Es verhindert, dass sie zusammenkleben.
Nudeln brauchen wirklich nicht viel Aufmerksamkeit. Aber zwei, drei Mal rühren zwischendurch tut ihnen gut. Es verhindert, dass sie zusammenkleben. © Pixabay
Die Nudeln sind fertig, doch wo ist jetzt das Nudelsieb? Während Sie in der Schublade kramen, werden die Spaghetti labberig – das war’s dann mit al dente.
Die Nudeln sind fertig, doch wo ist jetzt das Nudelsieb? Während Sie in der Schublade kramen, werden die Spaghetti labberig – das war’s dann mit al dente. © Pixabay
Schreck lass nach – die kalte Dusche bei Abschrecken spült die Stärke von den Nudeln. So kann die Soße nicht mehr an ihnen haften.
Schreck lass nach – die kalte Dusche bei Abschrecken spült die Stärke von den Nudeln. So kann die Soße nicht mehr an ihnen haften. © Pixabay

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