Wasser läuft aus einer grünen Gießkanne in ein Blumenbeet.
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Nichts wird bei der Pflanzenpflege so häufig falsch gemacht, wie das Gießen: Lesen Sie her, was sie unbedingt vermeiden sollten.

Tipps zum richtigen Gießen

Beim Blumengießen kann viel schiefgehen: So überleben Ihre Pflanzen länger

  • vonKim Luisa Engel
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Entweder man hat ihn, oder eben nicht: Den grünen Daumen. Es scheint so einfach, doch kaum etwas wird in der Pflanzenpflege so vermasselt wie das Gießen - Tipps zum richtigen wässern.

  • Das richtige Gießen von Pflanzen und Blumen ist nicht so einfach, wie es scheint.
  • Mit zu viel Wasser schadet man den Gewächsen, mit zu wenig aber auch.
  • Was man beim Blumen gießen falsch machen kann und wie man seinen Fehler korrigiert, finden Sie hier.

Wenn man Zimmerpflanzen oder ein Blumenbeet hat, scheint kaum etwas so trivial zu sein wie das regelmäßige Gießen. Doch hierbei schleichen sich oft fatale Fehler ein, die die grünen Lieblinge schnell braun werden und verwelken lassen. Wie gießt man Blumen also richtig? Gibt es sowas wie ein perfektes „Gießverhalten“? Und was sollte man beim Wässern gänzlich vermeiden? Alles was Sie über das Blumen gießen wissen müssen und viele wertvolle Tipps gibt es hier.

Gieß-Tipp Nummer 1: Wie viel Wasser brauchen die Pflanzen überhaupt?

Der größte Fehler, den man beim Gießen machen kann ist alle seine Pflanzen gleich zu behandeln und davon auszugehen, dass jede Pflanze dieselbe Menge an Wasser benötigt. Dabei hat man doch oftmals mehrere ganz unterschiedliche Pflanzen zu Hause. Für Gewächse gibt es zwar keine pauschalen Vorgaben wie viel Wasser diese brauchen, man kann sich jedoch gut an folgender Faustregel orientieren: Je größer die Blätter, desto mehr Wasser braucht die Pflanze. Auch der Standort des Blumentopfes spielt dabei eine wichtige Rolle: Pflanzen die in der Sonne stehen brauchen mehr Wasser als Schattengewächse, da dieses in der Hitze schneller verdunstet.

Blumen oder Keimlinge die gerade erst eingepflanzt wurden, brauchen hingegen oft täglich Wasser, denn nur so können sie ausreichend Wurzeln bilden und gedeihen. Mediterrane Pflanzen hingegen sind an Trockenheit gewöhnt und können so schon mal mehrere Tage ohne Wasser auskommen. Kräuter wie Rosmarin und Thymian sollte man nur gießen, wenn ihre Erde ausgetrocknet ist - dann können sie jedoch eine ordentliche Dusche vertragen. Wie viel Wasser der Rasen draußen im Garten vertragen kann, lässt sich mit einem einfachen Trick herausfinden: Bevor man den Rasensprenger anschmeißt, stellt man ein leeres Glas auf das Gras. Wenn etwa 1,5 cm Wasser im Glas sind, hat der Rasen genug Feuchtigkeit abbekommen und der Sprenger darf wieder abgestellt werden.

Gieß-Tipp Nummer 2: Wann ist die beste Gieß-Zeit?

Der beste Gießzeitpunkt sei zwischen 3 und 4 Uhr morgens, so der Bundesverband Einzelhandelsgärtner. Denn zu dieser Zeit sei es noch angenehm kühl und das Wasser kann, ohne zu verdunsten, bis zu den Wurzeln vordringen. Morgenmuffel entscheiden sich entweder für eine zeitgesteuerte Bewässerungsanlage oder gießen einige Stunden später, direkt nach dem Aufstehen. Beim Gießen sollte man sich dann eher auf die Erde konzentrieren, damit das Wasser versickern kann und zu den Wurzeln fließt, wo es am meisten gebraucht wird.

Damit auch Ihre Blumen in vollem Glanz erstrahlen können, gibt es hier einige Tipps zum richtigen Gießen.

Auf gar keinen Fall sollte man in der Mittagszeit die Blumen gießen. Gerade im heißen Sommer würde ein Großteil des Wassers sofort wieder verdunsten. Außerdem besteht die Gefahr, dass einzelne Tropfen auf den Blättern im Sonnenlicht wie Brenngläser wirken könnten und die Pflanzen verbrennen. Abends die Blumen zu gießen ist aus mehreren Gründen ebenfalls nicht empfehlenswert. Zum einen bleiben die Blätter der Pflanze über Nacht nass und bilden somit einen Nährboden für Pilzerkrankungen. Zum anderen lockt die Feuchtigkeit vermehrt Schnecken ins Beet, die die grünen Lieblinge anknabbern könnten.

Gieß-Tipp Nummer 3: Welches Wasser sollte ich verwenden?

Zugegeben, jetzt könnte man sich fragen: Ist Wasser nicht gleich Wasser? Theoretisch ja, praktisch nein - zumindest beim Gießen von Pflanzen nicht. Vor allem kommt es auf die richtige Wassertemperatur an. Ist das Wasser zu heiß, verbrühen Pflanzen ähnlich schnell wie ihre Besitzer unter der Dusche. Ist das Wasser zu kalt, können auch Pflanzen einen Kälteschock bekommen. In beiden Fällen wirkt sich falsch temperiertes Wasser negativ auf das Wachstum der Pflanze aus, es wird gehemmt.

Deshalb eignet sich vor allem Regenwasser, neben lauwarmen Leitungswasser, sehr gut zum Gießen von Blumen. Denn einerseits hat es die optimale Gieß-Temperatur und andererseits ist es eine gute kostenlose Alternative zum Wasser aus dem Hahn - es kann nämlich schon ganz schön ins Geld gehen, wenn man über Jahre hinweg regelmäßig Zimmerpflanzen, Beete und Rasen mit Leitungswasser gießt. Zudem ist gerade kalkfreies Regenwasser gut für einige Pflanzen wie Orchideen, Erika und Rhododendren. Hat man Regenwasser für die Blumen aufgefangen sollte man nur darauf achten, dass sich keine Algen bilden, dazu einfach die Tonne aus der Sonne stellen.

Gieß-Tipp Nummer 4: Welcher Blumentopf ist der richtige?

In der Auswahl des Blumentopfes spielt der persönliche Geschmack meistens eine größere Rolle, als die eigentliche Funktionalität des Kübels. Tontöpfe sehen zwar schöner aus, tatsächlich aber halten Kunststofftöpfe das Wasser länger. Das Material verhindert nämlich, dass Wasser schneller verdunstet - was es bei unlackierten Tonkübeln durch die poröse Oberfläche ungehindert tun kann.

Pflanzen, die einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf haben, können zusätzlich von einem Untersetzer profitieren. So wird vermieden, dass der Pflanze Nährstoffe aus dem Substrat entzogen werden oder ins Grundwasser gelangen, wenn diese draußen steht. Staunässe, wenn Topfflanzen zu viel Wasser bekommen haben was nicht abfließen kann, muss jedoch unbedingt vermieden werden. Werden die Blätter der Pflanze plötzlich gelb, könnte das ein Zeichen für zu viel Wasser im Topf oder dem Untersetzer sein. Um die Pflanze zu retten, muss die Staunässe unbedingt beseitigt werden: Lassen Sie sie am besten ein paar Tage trocken stehen, bis die Wurzeln sich erholt haben.

Gieß-Tipp Nummer 5: Ich halte mich genau an die Anleitung - was mache ich falsch?

So gut wie jede Blume oder Pflanze die man kaufen kann, ist mit einem Pflegehinweis ausgestattet: „Zweimal pro Woche gießen“, zum Beispiel. Natürlich kann man sich an dieser Richtlinie orientieren, sollte sie jedoch keinesfalls als strenge Vorgabe sehen. Denn wie bereits erwähnt, spielt zum Beispiel der Standort der Pflanze in der Wohnung oder auch draußen eine wichtige Rolle beim korrekten Gieß-Verhalten.

Wie bei einem pelzigen Haustier, muss man auch bei seinem grünen Liebling auf die persönlichen Bedürfnisse eingehen und auf ihr Verhalten achten. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei flexibles Gießen und eine regelmäßige Kontrolle des Bodens. Die „Fingerprobe“ ist bei kleinen Töpfen völlig ausreichend um zu überprüfen, wie feucht die Erde noch ist. Bei größeren Töpfen empfiehlt es sich, einen Feuchtigkeitsmesser zu verwenden. Ist die Erdoberfläche in beiden Fällen immer noch nass genug, sollte man das Gießen um ein paar Tage verschieben.

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