Kleiner Stromer an der Leine: Auch in Hessen gibt es immer mehr öffentliche Säulen, an denen E-Autos betankt werden können. FOTO: RENAULT/DPA-TMN

Netz wird dichter

Wer als Benzin- oder Dieselfahrer tanken muss, hat es leicht: Große Leuchttafeln zeigen schon von Weitem die nächste Tankstelle an. Stromtankstellen hingegen liegen oft versteckt in Wohngebieten, auf Parkplätzen von Supermärkten oder bei örtlichen Stadtwerken. Die bislang noch schwache Ladeinfrastruktur ist ein Grund, warum so mancher den Wechsel zum E-Auto scheut. Doch das ändert sich.

Fahrer von Elektrofahrzeugen haben auch in Hessen immer mehr Möglichkeiten zum Nachladen. Landesweit gab es nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Mai 1866 öffentlich zugängliche Ladesäulen für Elektroautos. Ein Jahr zuvor waren es noch 1470.

Im bundesweiten Vergleich liegt Hessen gemessen an den absoluten Zahlen damit auf Rang fünf. Bayern hat mit 6353 Ladepunkten weiterhin die Nase vorn. Auf Platz zwei rangiert dem BDEW zufolge Baden-Württemberg mit 4950 Ladepunkten. Es folgen Nordrhein-Westfalen (4476) und Niedersachsen (2501). Deutschlandweit können demnach Fahrer von E-Autos an 27 730 öffentlich zugänglichen Ladepunkten Strom zapfen. Das seien über 10 000 Ladestellen mehr als im Mai vergangenen Jahres.

2,5 Milliarden Euro für den Ausbau

Ein dichtes Ladenetz gilt als eine zentrale Herausforderung für einen Durchbruch für E-Autos auf dem Massenmarkt. Die große Koalition will deshalb mit dem Konjunkturpaket auch den Ausbau der Lade-infrastruktur vorantreiben. Zusätzlich sollen 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ladenetzes, die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität und die Batteriezellfertigung fließen. An den Stromtankstellen soll es ein einheitliches Bezahlsystem geben. Ausgebaut wird das öffentliche Ladenetz derzeit auch entlang der Autobahnen. "Dort wird an einem Schnellladenetz gearbeitet, über das alle 400 deutschen Autobahnraststätten mit einer redundanten Schnellladetechnik, teils mit High Power Chargern mit 150 und 350 kW, ausgestattet werden", sagt Blandow. Zum Vergleich: Normale Stromtankstellen haben eine Leistung von 22 kW.

Zu finden sind Ladepunkte in erster Linie über Apps oder die Navis der Autos. Zudem gibt es tagesaktuelle Übersichten wie das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur, wo über bestimmte Filter auch der passende Ladesäulen-Typ gefunden werden kann. In einigen Fahrzeug-Navigationssystemen kann der nächste Ladepunkt mit der Restreichweite verknüpft werden. Das System rechnet dann genau aus, mit wie viel Reststrom das Ziel erreicht wird. dpa

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