Kein Arbeitsunfall bei Niesattacke

  • schließen

Wer mit seinem Auto zur Arbeit fährt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Hat er einen Unfall, gilt das in der Regel als Arbeitsunfall. Die Ursache des Unfalls muss aber mit dem Zurücklegen des Arbeitswegs in Zusammenhang stehen. Das zeigt ein Bescheid des Sozialgerichts Stuttgart.

Der Schutz besteht entsprechend nicht, wenn man infolge eines Niesanfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und sich verletzt, wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) erläutert, die auf die Entscheidung verweist. Im dem Fall ging es um einen Landschaftsgärtner, der mit seinem Lkw auf dem Weg vom Gartenlager zu seiner Wohnung war. Bei einem Niesanfall griff er nach einem Taschentuch auf dem Armaturenbrett und verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er hatte einen Unfall und brach sich eine Rippe. Der Mann war der Meinung, es liege ein Wegeunfall vor, da er sich auf dem unmittelbaren Weg zwischen Arbeitsort und Wohnung befand. Das Sozialgericht entschied anders. Der Kläger habe zwar grundsätzlich unter Versicherungsschutz gestanden, da er sich auf dem unmittelbaren Weg befunden habe. Bei einem Arbeitsunfall müsse aber das konkrete Handeln zur Fortbewegung auf dem Weg zur oder von der versicherten Tätigkeit gehören. Dies sei hier nicht der Fall. Weder ein Niesanfall noch ein Griff nach Taschentüchern stelle einen auf das "Zurücklegen des Weges gerichtete Verrichtung" dar.

Dass der Niesanfall aufgrund seiner Arbeit im Gartenlager kam, habe man nicht feststellen können. Der Mann hat damit keinen Anspruch auf den erhöhten Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare