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BMW X7 M60i im Test: Luxus-SUV jetzt auch als V8-Kraftprotz mit 530 PS

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Von: Rudolf Bögel

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Kaum drei Jahre alt – schon kommt der BMW X7 komplett überarbeitet auf den Markt. Das Spitzenmodell hat einen 4,4 Liter großen Achtzylinder mit 530 PS. Testfahrt im X7 M60i xDrive.

Erfolg hat dann doch was mit Größe zu tun. Der X7 zum Beispiel sprengte bei seiner Vorstellung die Dimensionen. 5,15 Meter lang, zwei Meter breit. Hierzulande wurde das Dickschiff verspottet als fahrendes Einfamilienhaus. BMW ließ sich nicht irritieren und zeigte Größe. Zurecht. Im Rest der Welt legte das bayerische SUV, das BMW ja SAV (Sport Activity Vehicle) nennt, eine echte Erfolgsgeschichte hin. Aber was heißt hier bayerisch? Das mag der X7 im Herzen sein – sonst ist er ein reinrassiger Amerikaner. Gebaut in und für die USA. Das geben auch die Zahlen her. 47 Prozent gehen in die USA, 21 Prozent nach China, immerhin noch 7 Prozent nach Korea. Man fährt deutsch, aber nicht in der Heimat. Nur mickrige zwei Prozent landen auf dem heimischen Markt. Noch Fragen, warum der X7 so aussieht wie er aussieht?

BMW X7 M60i US-Highway
4,7 Sekunden von 0 auf 100. Das ist schon eine Ansage, gerade für ein Auto das bis zu 2,7 Tonnen wiegt wie der BMW X7 M60i. © UWE FISCHER / BMW

Operation gelungen, Patient schöner

Expressiv nannten die einen sein Äußeres, andere arbeiteten sich an der dicken Lippe ab, auch besser bekannt als BMW-Niere. Zu wulstig, zu aufdringlich fanden viel die Front. Ob das der Anlass war nachzuarbeiten? Vermutlich nicht, eher ist das Gesicht des Dickschiffs einfach an die neue Designlinie angepasst worden. Das heißt: Auffällige Niere ja, jetzt auch noch beleuchtet. Erstmalig wurden aber die Schweinwerfereinheiten zweigeteilt. Ganz flach schmiegen sich Doppel-LEDs links und rechts unter die Motorhaubenkante. Ihre schlichte Eleganz nimmt der BMW-Front den Brutalo-Auftritt, ohne der nötigen Präsenz zu schaden. Die Doppel-LEDs sind zuständig für Positions- und Tagfahrlicht, sowie für das Blinken. Direkt darunter sitzen im Dunklen die Matrix-Scheinwerfer, die für Fern- und Abblendlicht sorgen. Operation gelungen, Patient nach Facelift schöner. Und wer trotzdem angeben will. Es gibt ja erstmalig auch 23 Zoll große Reifen für den X7 M60i.

BMW X7 M60i Cockpit
Im Vergleich zur ersten Generation präsentiert sich der neue BMW X7 im neuesten Digital-Outfit. © UWE FISCHER / BMW

Mehr von allem – ein Luxusliner rüstet auf

Spartanischer ist der bis zu 2,7 Tonnen schwere Koloss aus dem US-Werk von Spartanburg definitiv nicht geworden. Er folgt der neuen BMW-Devise in der Luxus-Klasse: „More of Everything“, auf gut Deutsch „Mehr von allem“. Böse Zeitgenossen fühlen sich sofort an eine Kebap-Bestellung erinnert: „Mit allem und scharf.“ Obwohl es das ziemlich gut trifft. Der neue BMX X7 ist in der Top-Variante als M60i Drive vor allem scharf. Der neue Twin-Turbo-Achtzylinder mit zylinderbankübergreifendem Abgaskrümmer dreht mit seinen 530 PS und 750 Nm Drehmoment richtig auf. Die 100 auf dem Tacho schafft er in 4,7 Sekunden. Mit einem Röhren, die einem deutschen Hirschen zur Ehre gereichen würde. In diesem Fall eher einem waschechten amerikanischen Elch.

Der Achtzylinder ist ein Alleskönner. Ein satter Cruiser für den Highway, ein Monster-Motor, wenn er an der Ampel herausgefordert wird – aber immer auch ein kultiviertes V8-Aggregat, das man in der schönen neuen Elektrowelt schon bald vermissen wird. Dort ziehen die Elektromotoren sofort und stark an und strangulieren die Lust am Beschleunigen so wie ein Gurtstraffer den beleibten Fahrer. Beim Verbrenner pocht es so schön in den Brennkammern, dann kommen die Pferdchen auf Touren, fallen vom leichten Trab blitzartig in den gestreckten Galopp. Und leise surren die beiden Turbolader dazu. So viel Nostalgie darf sein, wenn man so einen Motor noch einmal ausführen darf.

BMW X7 M60i Detail Front Scheinwerfer
Neue Front - und schon sieht der X7 nicht mehr so pubertär aus wie in der ersten Generation als er eine zu dicke Lippe riskierte. © Uwe Fischer / BMW

Sogar einen Diesel gibt es noch

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass es den X7 auch mit einem Dieselmotor gibt: der 40d hat einen Reihensechszylinder und leistet 340 PS bei einem gigantischen Drehmoment von 700 Nm. Auch er hat ein hybrides Herz und wird wie der M60i und der kleinere 40i (380 PS) von einem Elektromotor unterstützt, der direkt im Getriebe sitzt. Er bringt zwar nur 12 PS, aber stellt dafür ein kurzfristiges Drehmoment von 200 Nm zur Verfügung. „More of Everything“ – das gilt beim neuen X7 auch, was die technische Ausstattung betrifft. Die rund 10.000 Euro mehr im Basispreis im Vergleich zum ersten Modell anno 2019 müssen ja schließlich auch gerechtfertigt werden. Serienmäßig ist zum Beispiel die Luftfederung mit den elektronischen Dämpfern, auch die Wankstabilisierung ist von Anfang an an Bord – Allradantrieb sowieso und die variable Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse sorgt für die richtige Kraftverteilung in jeder Lage.

BMW X7 M60i grün
Der BMW X7 M60i ist ein Trumm und ein Traum von einem Auto. En echter American Dream. © UWE FISCHER / BMW

Fünf, sechs oder sieben Sitze – was darf es sein?

Für den M60i gibt es natürlich noch das ein oder andere „Leckerli“ wie Aktiv- und Hinterachslenkung. Dazu kommt das auf M ausgelegte Sperrdifferenzial und der kernige Auspuff-Sound, der den „stärksten Buchstaben der Welt“ ordentlich orchestriert. Der X7 M60i xDrive kann jedenfalls mehr als das, was die Kundschaft im täglichen Betrieb braucht. In Staaten heißt das: Gemütliches Cruisen auf XXL-Straßen und achtspurigen Autobahnen. Lautlos gleiten, souverän anschieben, die Welt draußen lassen – dafür ist auch die M-Variante gebaut. Es gibt sie genauso wie den 40i und den 40d als Fünf-, Sechs- und Siebensitzer. In der letzten Reihe des als SUV getarnten BMW-Bus haben sogar Menschen über 1,80 Meter Platz. Da passen auch Basketballer rein.

BMW X7 M60i Panorama Glasdach
Das Panorama-Glasdach des BMX X7 dürfte zu den größten seiner Art zählen. Es macht den Innenraum heller und freundlicher. © Uwe Fischer / BMW

Heiß oder kalt – die Cupholder können beides

Genauso amerikanisch wie die Dimensionen ist die Ausstattung des Autos. Die Cupholder können selbstverständlich Getränke wahlweise kühlen oder warmhalten. Und auch bei den Farben hat man die US-Kundschaft im Visier. Wie wäre es mit Flamingo beispielsweise. Als sentimentale Erinnerung an die Miami Vice? Wenn es Meer sein soll, dann kann man auch auf Marina Bay blue metallic umschwenken, exklusiv reserviert für die M-Kundschaft. Die Niere kommt mit Chrom-Applikationen, hinten bläst der X7 M60 i natürlich aus vier Rohren. Für Aufmerksamkeit in der Disziplin „Gesehen werden“ ist also gesorgt.

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Aber auch der Fahrer will sehen, warum er neben Motor und High-Class-Technik rund 30.000 Euro mehr zahlt. Also M-Lederlenkrad rein, neue Grafik für den digitale Tacho – und eine feien rote M-Lichtsignatur im Armaturenbrett, über die sich der Beifahrer freuen darf. Ansonsten bleibt alles bei der neuen großzügigen Cockpit-Generation mit dem gebogenen Glas-Display, das man so schon aus i4 oder iX kennt.

BMW X7 M60i weiß
Der X7 ist einer für alle Gelegenheiten, findet Autor Rudolf Bögel. Ob Gelände, Highway oder Stadt - die bayerische Wuchtbrumme passt gut in die USA. © UWE FISCHER / BMW

Unser Fazit zum X7 M60i XDrive

Natürlich ist der schärfste X7 ein Traum von einem Auto. Groß, mächtig, kernig - und schnell. Genau der richtige Kumpel für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Eben ein American Dream.

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