Das neuartige Coronavirus hat in Hessen in bestätigten Fällen neben Gießen, Wetzlar, dem Hochtaunuskreis und Groß-Gerau nun auch die Metropole Frankfurt erreicht. Landesweit stieg die Zahl von vier auf neun Erkrankte. Sie haben keine schweren Symptome. FOTO: AFP
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Das neuartige Coronavirus hat in Hessen in bestätigten Fällen neben Gießen, Wetzlar, dem Hochtaunuskreis und Groß-Gerau nun auch die Metropole Frankfurt erreicht. Landesweit stieg die Zahl von vier auf neun Erkrankte. Sie haben keine schweren Symptome. FOTO: AFP

Zwei Corona-Nachweise in Gießen

  • vonDPA
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Bei immer mehr Menschen wird der Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen - und immer mehr müssen in Isolation. So auch eine Studentin aus Gießen und ihr Mitbewohner. Auch in Wetzlar zählt ein weiterer Mann zu den Infizierten. Hessenweit stieg die Zahl am Sonntag von vier auf neun Erkrankte.

Das neuartige Coronavirus hat Gießen erreicht. Der Landkreis Gießen hatte am Samstagabend die Infektion eines 1992 geborenen Mannes aus Gießen gemeldet. Er stamme aus dem Landkreis und sei der Mitbewohner der erkrankten 24-Jährigen, deren Infektion am späten Freitagabend bestätigt wurde.

Am Sonntagnachmittag wurde auch die zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus im Lahn-Dill-Kreis bestätigt. Es handelt sich dabei um einen 52-jährigen Mann aus Wetzlar, der derzeit keine Krankheitssymptome zeigt, teilte die Pressestelle mit. Der Fall stehe im Zusammenhang mit einer Reise in die italienische Provinz Lombardei, wo vermutlich auch die Ansteckung stattfand. Der Mann befinde sich aktuell in häuslicher Quarantäne und wird engmaschig vom Gesundheitsamt betreut. Zudem teilte der Kreis mit, dass der betroffene Mann am Mittwochnachmittag die Messe W3+ in Wetzlar besucht hatte. Alle medizinisch relevanten Kontaktpersonen seien dem Gesundheitsamt bekannt. Dabei handele es sich um 25 ermittelte Personen, die ebenfalls unter häusliche Quarantäne gestellt worden sind.

Hessenweit beläuft sich die Zahl der Erkrankten am Sonntagabend auf neun Personen. Am späten Samstagabend teilte das Sozialministerium in Wiesbaden auf seiner Internet-Seite mit, dass vier weitere Infektionen bestätigt wurden. Betroffen seien drei Männer aus der Mainmetropole und eine Frau aus dem Landkreis Groß-Gerau. Die Vier hätten bislang keine schweren Symptome, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Alice Engel, am Sonntag.

Ein 1988 geborener Frankfurter sei im Krankenhaus isoliert. Ein anderer Frankfurter (1992 geboren) sei seit Freitag in häuslicher Quarantäne und werde engmaschig vom Gesundheitsamt betreut. Die Frau (1979 geboren) sei bereits seit Donnerstag zu Hause in Quarantäne. Bei allen vier Infizierten wurden mögliche Kontaktpersonen nachverfolgt. Diese beiden Männer und die Frau stünden im Zusammenhang mit dem seit Donnerstag bekannten Fall in Wetzlar, hatte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) im Nachrichtendienst Twitter mitgeteilt.

Der dritte Mann aus Frankfurt ist 1989 geboren. Sein Fall stehe im Zusammenhang mit einer Italienreise. Die anderen beiden Betroffenen sind der 31-Jährige aus Wetzlar sowie ein 29-Jähriger aus dem Hochtaunuskreis.

Bundesweit 118 Infektionen

Auch bundesweit ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus deutlich gestiegen. Bis Sonntagvormittag wurden in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 117 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen. Bis Samstagvormittag waren es erst 66.

Derzeit bekannte Infektionen gibt es nun in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Mehrere Großveranstaltungen wurden abgesagt.

Die Bundesregierung rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Kampfs gegen das Virus. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte der "Bild am Sonntag": "Ich rechne damit, dass wir zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung haben." Bis dahin müsse man das Virus mit den Mitteln des Seuchenschutzes bekämpfen. Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss Seehofer nicht völlig aus - als letztes Mittel.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht ausreichend Mittel vorhanden, um negativen Folgen der Ausbreitung des Virus für die Wirtschaft entgegen zu steuern.

Hamsterkäufe in Supermärkten

In einigen Supermärkten kam es zu Hamsterkäufen - auch in Bundesländern, in denen noch keine Infektion bestätigt wurde. Kunden griffen dabei vermehrt zu langlebigen Lebensmitteln und Getränken. Auch Regale mit Reinigungstüchern oder Desinfektionsmitteln waren vielerorts leer. dpa " Seite 3 und 4

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