Wirtschaftsweise erwarten Trendwende

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Wiesbaden/Berlin- Die Corona-Einbußen für die Wirtschaft sind gewaltig - die Hilfspakete auch. Doch retten die Steuermilliarden Europas größte Volkswirtschaft aus der tiefsten Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte? "Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen", hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nach der Einigung der Koalition auf ein milliardenschweres Konjunkturpaket verkündet. Die "Wirtschaftsweisen" drücken es in ihrer aktuellen Konjunkturprognose etwas nüchterner aus: Nach ihrer Einschätzung "dürften sich die Stützungsmaßnahmen und beschlossenen wirtschaftspolitischen Konjunkturimpulse positiv auswirken".

Absturz historischen Ausmaßes

Allerdings sei das Gremium "vorsichtig, was den ›Wumms‹ angeht", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars P. Feld, am Dienstag. So könnte zwar der Konsum durch die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer angeregt werden - womöglich ziehen Verbraucher aber Anschaffungen nur auf dieses Jahr vor und kaufen dann 2021 weniger ein.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier versicherte: "Wir tun alles, damit es ab dem letzten Quartal 2020 eine Trendumkehr geben wird." Mit dem "größten Konjunkturprogramm in der Geschichte Deutschlands" schaffe der Bund die Voraussetzungen für einen raschen und nachhaltigen Aufschwung.

Dennoch: Der Absturz der Wirtschaft hat historische Ausmaße. "Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen", sagte Feld. Der Sachverständigenrat rechnet mit einem Minus der Wirtschaftsleistung von 6,5 Prozent im laufenden Jahr. dpa

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