Die Deutschen essen offenbar deutlich seltener Fleisch als noch vor einigen Jahren. FOTO: DPA
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Die Deutschen essen offenbar deutlich seltener Fleisch als noch vor einigen Jahren. FOTO: DPA

Weniger Wurst, mehr Tierwohl?

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Schnitzel, Würstchen und Schinken kommen nicht mehr so häufig auf den Tisch. Besonders beliebt sind fleischlose Alternativen deshalb aber noch lange nicht. Für die Zukunft setzen trotzdem einige auf sie - und auf Insekten.

Täglich Fleisch essen? Die Zeiten sind vorbei. Das zumindest legt der diesjährige Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums nahe. Dem am Freitag erschienenen Bericht zufolge haben nur noch rund ein Viertel der Deutschen jeden Tag Wurst oder Fleisch auf dem Teller. Und etwas mehr als die Hälfte gibt an, zumindest manchmal ganz bewusst darauf zu verzichten, sich also flexitarisch zu ernähren. Der Anteil von Menschen, die ausschließlich vegetarisch oder vegan essen, bleibt bei fünf beziehungsweise einem Prozent. An der repräsentativen Umfrage nahmen 1000 Verbraucherinnen und Verbraucher ab 14 Jahren teil.

"Unsere Verbraucher setzen auf Abwechslung und Vielfalt", sagt Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über die Essensvorlieben der Befragten. Wenige seien dogmatisch in ihren Essgewohnheiten. "Staatliche Vorgaben für den privaten Einkaufszettel und Einkaufskorb wären der falsche Weg." Die Umweltorganisation Greenpeace fordert hingegen mehr Einsatz: "Frau Klöckner muss sich mehr als Ernährungsministerin verstehen und aktiv für eine fleischärmere, gesündere und dadurch auch klimaschonende Ernährung werben", verlangt der Landwirtschaftsexperte der Organisation, Martin Hofstetter.

Das Wohlergehen der Tiere spielt bei den Verbrauchern nicht nur eine Rolle, wenn es darum geht, wie oft sie Fleisch verzehren. Grundsätzlich seien die Befragten bereit, für eine bessere Haltung höhere Preise in Kauf zu nehmen, heißt es in dem Bericht. "Die verbale Bereitschaft ist erfreulich, mehr für tierwohlgerechtere Produkte zu zahlen", kommentiert Klöckner. "Leider sieht es an der Ladentheke oftmals noch anders aus."

Die Ministerin zeigte sich bei der Vorstellung des Berichts in Berlin überzeugt davon, dass die Mehrkosten für das Tierwohl nicht nur an der Kasse bezahlt werden sollten. "Nicht jeder Bürger kann sich das leisten." Man müsse auch acht darauf geben, dass etwa Fleisch nicht zum Luxusprodukt werde. Staatliche Finanzierungsmodelle seien notwendig. Bauernpräsident Jo-achim Rukwied forderte, von einem höheren Preis - etwa für mehr Tierwohl - müsse auch bei den Landwirten etwas ankommen.

Im Bezug auf die Haltungsstandards wünschen sich viele Verbraucher mehr Transparenz. Mehr als 80 Prozent der Befragten sprachen sich für Tierwohlkennzeichnungen auf Lebensmitteln aus. Mit einem solchen Siegel könnten Halter, die über die staatlichen Vorgaben zum Tierwohl hinausgehen, auf sich aufmerksam machen.

Tierschützer kritisierten die Tierwohlkennzeichnung auf Lebensmitteln jedoch als "vollkommen wirkungslos". Aus der freiwilligen Auskunft müsse schleunigst eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung werden, forderte WWF-Ernährungsexpertin Tanja Dräger de Teran.

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