Warnung vor Blutvergießen in Belarus

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Minsk- Als prominenteste Stimme der Demokratiebewegung in Belarus (Weißrussland) ruft die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch zum Widerstand gegen Staatschef Alexander Lukaschenko auf. "Wir dürfen nicht nachgeben", sagt die 72-Jährige mit Blick auf die Proteste gegen Lukaschenko. Die Schriftstellerin hat nicht nur den Rücktritt des 65-jährigen Lukaschenko gefordert. Sie sitzt auch im Präsidium des neuen Koordinierungsrates der Zivilgesellschaft für einen friedlichen Machtwechsel in der Ex-Sowjetrepublik.

"Gott bewahre, dass Blut vergossen wird", sagt sie mit Blick auf die gespannte Lage im Land. Es dürfe nicht zu einem Bürgerkrieg kommen, mahnt Alexijewitsch. "Das ist sehr gefährlich." Alexijewitsch betont unter Beifall: "Wir müssen mit der Kraft unserer Überzeugungen gewinnen."

Lukaschenkos Machtapparat geht indes weiter hart gegen Kritiker vor. Nach Angaben der Behörden gab es mehr als 50 neue Festnahmen bei Protesten gegen "Europas letzten Diktator" in Minsk und in anderen Städten. Zwei prominente Vertreter des Rates, Olga Kowalkowa und Sergej Dylewski, wurden zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt.

Polen hat nach Angaben von Regierungschef Mateusz Morawiecki mehrere Dutzend misshandelte Demonstranten aus Belarus zur medizinischen Behandlung bei sich aufgenommen. dpa

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