Waffenruhe beruhigt Lage in Idlib

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Idlib/Zagreb- Nach dem Beginn einer Waffenruhe in dem heftig umkämpften syrischen Rebellengebiet um die Stadt Idlib hat sich die Lage dort beruhigt. Russische und syrische Jets flogen am Freitag zunächst keine Angriffe, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Es herrsche eine "gespannte Ruhe". Mehrere EU-Staaten begrüßten die Einigung zwischen den Schutzmächten Türkei und Russland. Die Europäische Union rief Moskau und Ankara auf, ungehinderten Zugang zu der Region für humanitäre Hilfe zu gewährleisten. Zudem müssten alle Beteiligten dafür sorgen, dass die Waffenruhe halte und die Zivilbevölkerung geschützt werde, hieß es am Freitag nach einem Syrien-Krisentreffen der EU-Außenminister in Zagreb. "Es sind dringende Maßnahmen erforderlich, um diese große humanitäre Krise anzugehen", sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Für den 29. und 30. Juni kündigte der Spanier eine Syrienkonferenz in Brüssel an, bei der weiteres Geld gesammelt werden soll.

Russland und die Türkei hatten sich als Schutzmächte der syrischen Regierung und der Rebellen am Donnerstag auf eine neue Waffenruhe für Idlib geeinigt. Sie trat um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft.

Solidarität mit Athen

Im Flüchtlingsstreit zwischen der EU und der Türkei war die Lage an der griechisch-türkischen Landgrenze weiter angespannt. Am Freitagmorgen lag der Grenzposten Kastanies in Schwaden von Tränengas, das von der türkischen Seite aus über die Grenze geschossen wurde, wie griechische Fernsehbilder zeigten. Der türkische Präsident Recep Tay-yip Erdogan wies unterdessen die Küstenwache des Landes an, Flüchtlinge nicht mehr mit Booten die Ägäis durchqueren zu lassen.

Die EU-Außenminister betonten ihre Solidarität mit Athen und wiesen das Vorgehen der Türkei scharf zurück. Ankara solle sich an das EU-Türkei-Abkommen halten. Dies sieht unter anderem vor, dass die Türkei illegale Migration in Richtung Europa verhindert. Über weiteres Geld zur Versorgung der syrischen Flüchtlinge in der Türkei wurde nicht entschieden. dpa

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