Ein Fenster zum Optimismus: Ab heute geht Deutschland erste Schritte Richtung Normalität. FOTO: DPA
+
Ein Fenster zum Optimismus: Ab heute geht Deutschland erste Schritte Richtung Normalität. FOTO: DPA

Vorsichtige Lockerungen

  • vonDPA
    schließen

Berlin- Trotz ungewisser Aussichten beginnt Deutschland in der Corona-Krise mit der vorsichtigen Rückkehr zur Normalität. Erstmals wird eine ganze Reihe von Einschränkungen gelockert. Die Abstandsgebote und verschärften Hygieneregeln werden nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aber noch lange gelten. Er rechne noch "über Monate" damit, sagte er am Sonntagabend.

Nach einem Monat Zwangspause dürfen Geschäfte unter einer Fläche von 800 Quadratmetern ab dem heutigen Montag wieder aufmachen. Autohäuser, Fahrradhändler und Buchhandlungen dürfen sogar alle wieder aufmachen. Allerdings müssen sich die Kunden in manchen Bundesländern länger gedulden als anderswo - abhängig davon, wie streng die Landesregierung ist. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mahnte in der "Bild am Sonntag": "Wir dürfen nicht durcheinanderlaufen wie ein Hühnerhaufen." Trotzdem gibt es kein einheitliches Bild. Die ersten Abschlussklassen kehren am Montag in Sachsen für die Prüfungsvorbereitung an die Schule zurück. In Berlin und Brandenburg beginnen die Abiturprüfungen.

Trotz strenger Kontaktbeschränkungen haben am Wochenende Menschen in mehreren deutschen Städten gegen die Einschränkung von Grundrechten in der Corona-Krise protestiert. Die Polizei löste Demonstrationen in Berlin und Mainz auf.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland besser da als viele andere Länder. Bis Sonntagnachmittag wurden nach einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur bundesweit 142 300 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 registriert. Mindestens 4415 Menschen starben mittlerweile daran.

Sorge um den Sommerurlaub

Heute berät erstmals eine Arbeitsgruppe darüber, wie eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas aussehen kann. Zudem wächst in vielen Familien die Sorge, dass der Sommerurlaub ausfallen könnte. Offen ist auch, ob und wie dieses Jahr die Freibäder öffnen. An den Stränden und Badeseen dürfte es gezwungenermaßen ebenfalls ruhiger zugehen. Klar ist, dass die Krise das Leben noch viele Monate bestimmen wird. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte: "Was wir jetzt brauchen, ist für lange Zeit eine neue Normalität." Inzwischen sind auch in Deutschland mehr und mehr Leute zu sehen, die Schutzmasken tragen. In Sachsen ist dies ab Montag in Geschäften, Bussen und Bahnen sogar Pflicht. In Städten wie Wolfsburg oder Jena gilt dies bereits. Die Bundesregierung belässt es bislang bei der "dringenden Empfehlung", beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr Maske zu tragen. Bislang gelten die Kontakt- und Abstandsregeln bis 3. Mai. Die Veranstaltungsbranche fordert unterdessen von der Politik Klarheit zum weiteren Vorgehen bei Konzerten und anderen Veranstaltungen. Hintergrund ist die Vereinbarung von Bund und Ländern, dass wegen der Corona-Krise alle Großveranstaltungen bis Ende August untersagt bleiben. dpa

" Mehr im Innenteil

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare