Virologen weltweit arbeiten mit Hochdruck daran, einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus zu finden. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet jedoch frühestens 2021 mit einem solchen Serum. FOTO: AFP
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Virologen weltweit arbeiten mit Hochdruck daran, einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus zu finden. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet jedoch frühestens 2021 mit einem solchen Serum. FOTO: AFP

Virus wird wohl bleiben

  • vonDPA
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Das neue Coronavirus breitet sich aus. Die Schweiz ergreift drastische Maßnahmen. In Deutschland decken sich Menschen mit Vorräten ein. Experten gehen von einem Verbleib des Virus aus.

Deutschland wird Experten zufolge mit dem neuen Coronavirus dauerhaft wie mit der normalen Grippe leben müssen. Der Virologe Christian Drosten erwartet in Deutschland eine der höchsten Fallzahlen Europas, "weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist", wie der Experte von der Berliner Charité am Donnerstagabend im ZDF sagte. Die Angst vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland, wie eine dpa-Umfrage bei Handelsketten ergab. Deutschlands südliches Nachbarland Schweiz hat bis mindestens Mitte März alle Großveranstaltungen verboten.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens 2021 mit einem Impfstoff. "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die COVID-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es, den Übergang zu managen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag.

Der Virologe Drosten sagte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner": "Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden." Bislang gibt es in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch- Instituts (RKI) mindestens 53 Nachweise von Coronavirus-Infektionen. Davon sind mindestens 37 Fälle in den vergangenen Tagen bekannt geworden - hauptsächlich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wie eine RKI-Liste zeigt.

Etwa 83 000 Infizierte weltweit

Trotz der neuen Fälle sieht das Institut in Deutschland derzeit noch kein breites Krankheitsgeschehen. Insgesamt bleibe es bei der Einschätzung, dass das Risiko gering bis mäßig sei, sagte der RKI-Vizedirektor Lars Schaade am Freitag.

In den Niederlanden wurde erstmals eine Infektion bestätigt. Damit sind in Europa nun mindestens 19 Länder betroffen, wie aus der Statistik des europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorgeht. Laut RKI hat sich die Zahl der Fälle weltweit auf mehr als 83 000 Infizierte in 52 Ländern erhöht. Ein Teil dieser Menschen ist längst wieder geheilt oder hatte von vornherein keine oder kaum Symptome, überstandene Infektionen bleiben in der Statistik aber weiter erfasst.

Handelsketten wie Lidl und Aldi Süd berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden zu Engpässen gekommen. Die Supermarktkette Rewe verzeichnete "nicht flächendeckend, aber durchaus bundesweit" eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln. Der Handelsverband Deutschland (HDE) betonte, die Lieferstrukturen im Handel seien "gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist".

Insgesamt stieg die Zahl der in dieser Woche bestätigten Infektionen in Deutschland innerhalb eines Tages auf mehr als 30. Betroffen sind bislang die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg beziehungsweise Schleswig-Holstein.

In Deutschlands zweitgrößter Stadt Hamburg hat sich ein Arzt der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) aus Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) infiziert. Es seien etwa 50 enge Kontaktpersonen des Mediziners ermittelt worden, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Die Betroffenen seien auf SARS-CoV-2 getestet worden. "Alle bisher vorliegenden Ergebnisse sind negativ." Dem erkrankten Mediziner gehe es gut, sagte UKE-Vorstand Joachim Prölß.

In China, dem Ursprungsland des Virus, stieg die Zahl der Todesopfer und Infizierten weiter an. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, lag die Gesamtzahl der offiziell bestätigten Fälle auf dem chinesischen Festland bei fast 79 000.

Eine Woche nach ersten Berichten über einen Coronavirus-Ausbruch in der Lombardei ist die Zahl erfasster Infizierter in ganz Italien auf 888 gestiegen. Mittlerweile seien 21 Menschen davon an der neuen Lungenkrankheit oder im Zusammenhang damit gestorben.

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