US-Corona-Krise verschärft

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Washington/Moskau/London- Die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie in den USA hat sich zuletzt dramatisch beschleunigt. Besonders besorgniserregend ist die Lage im US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole. Weil die Kapazitäten der Krankenhäuser dort nicht auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet sind, werden provisorische Kliniken aufgebaut und vorhandene Einrichtungen mit zusätzlichen Betten aufgestockt. Auch ein Lazarettschiff der Marine ist am Montag in New York ankommen. Ein weiterer Hotspot ist Kalifornien an der US-Westküste. Außerdem breitet sich das Coronavirus weiter unter der Besatzung des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" aus. Die Streitkräfte prüften eine Evakuierung des Schiffs, doch auf der Pazifikinsel Guam, wo der Flugzeugträger derzeit vor Anker liegt, gibt es offenbar nicht genügend Kapazität, um die über 4000 Besatzungsmitglieder unterzubringen. Russland bereite unterdessen einen Hilfsflug mit medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung für die USA vor, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Mit ausgeweiteten Schutzmaßnahmen wollen die USA nun das Schlimmste verhindern. Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp aus Europa soll verlängert werden. Gemutmaßt wird, bis mindestens Ende April. Die USA sind gemessen an der Zahl der bestätigten Infektionen inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Nachgewiesen sind bereits mehr als doppelt so viele Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 als in China, wo die Lungenerkrankung Covid-19 ihren Ausgang nahm: Gestern verzeichnete die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore rund 175 000 Fälle - allein im Bundesstaat New York gibt es 75 000. In China liegt die Zahl bei mehr als 82 270. Richtlinien der Regierung fordern die Bevölkerung auf, Abstand zu anderen zu halten und Ansammlungen von über zehn Personen zu vermeiden. Viele Bundesstaaten haben bereits striktere Ausgangsbeschränkungen verhängt. Trotz Schutzmaßnahmen wird den USA ein düsteres Szenario für die kommenden Wochen vorausgesagt: Laut Berechnungen des Instituts IHME könnten Mitte April pro Tag über 2000 Menschen an den Folgen der Pandemie sterben. Bereits über 3000 Menschen sind an der Lungenkrankheit gestorben.

Russland hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie härtere Strafen gegen Verstöße bei Quarantänevorschriften sowie gegen die Verbreitung von Falschnachrichten beschlossen. Der britische Premierminister Boris Johnson gerät unterdessen wegen erheblicher Mängel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie immer stärker unter Druck. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft British Medical Association fehlt es in Kliniken und bei Hausärzten an Ausrüstungen wie Masken und Einmalhandschuhen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will im Kampf gegen das Coronavirus mehr auf französische Unabhängigkeit setzen - etwa bei der Produktion von Schutzmasken. dpa

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