Gemeinschaft unter Auflagen: Kardinal Rainer Maria Woelki verteilt am Sonntag während der Messe im Kölner Dom hinter einer Schutzvorrichtung die Heilige Kommunion. Es war der erste öffentliche Gottesdienst seit dem 14. März. In den vergangenen Wochen war der Gottesdienst im Internet übertragen worden. FOTO: ROBERT BOECKER/KÖLNER DOM/DPA
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Gemeinschaft unter Auflagen: Kardinal Rainer Maria Woelki verteilt am Sonntag während der Messe im Kölner Dom hinter einer Schutzvorrichtung die Heilige Kommunion. Es war der erste öffentliche Gottesdienst seit dem 14. März. In den vergangenen Wochen war der Gottesdienst im Internet übertragen worden. FOTO: ROBERT BOECKER/KÖLNER DOM/DPA

Ungeduld der Bürger wächst

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Berlin- In Deutschland und Europa kommt das öffentliche Leben nach wochenlangen Corona-Restriktionen allmählich in Gang, zu Wochenbeginn gibt es weitere Lockerungen. Dennoch wächst die Ungeduld bei vielen Bürgern und in der Wirtschaft.

Am 6. Mai beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut. Kanzleramtschef Helge Braun hat die Bevölkerung auf eine Phase mit Ungleichbehandlungen vorbereitet. Beim schrittweisen Öffnen des Alltagslebens "kann es nicht immer eine absolute Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Bereiche geben, weil unser Vorgehen eben schrittweise ist", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag".

Sachsen-Anhalt geht bei den Lockerungen der strengen Corona-Beschränkungen bundesweit voran. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung beschloss am Samstag ein ganzes Bündel an Erleichterungen. Zentrale Änderung: Das Land weicht die Kontaktbeschränkungen deutlich auf. Statt wie bisher mit maximal einem Menschen abseits des eigenen Haushalts dürfen die Sachsen-Anhalter von Montag an sogar zu fünft zusammensein.

In einem weltweiten Kraftakt sollen am Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das Virus gesammelt werden, die dann alle Länder zu fairen Preisen bekommen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte vor einer Online-Geberkonferenz in Brüssel einen "deutlichen finanziellen Beitrag" aus Deutschland zu.

Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Deutschland gehen heute zum ersten Mal seit Wochen wieder in die Schule. Wie es für die restlichen Schüler weitergeht, bleibt in den meisten Bundesländern aber noch offen. Ein Präsenzunterricht im Schulgebäude ist zunächst nur für einzelne Jahrgänge geplant. In einigen Ländern kommen nach den Abschlussklassen jetzt die letzten Klassen der Grundschulen und die Schüler zurück, für die im nächsten Schuljahr Abschlussprüfungen anstehen.

Im Kölner Dom hat es am Sonntag den ersten öffentlichen Gottesdienst seit dem 14. März gegeben. In den vergangenen Wochen habe man sich wegen der Corona-Pandemie mit der Übertragung von Gottesdiensten im Internet beholfen, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki. "Viele haben einfach als Corona-Engel gearbeitet und alte und gefährdete Menschen im Blick gehabt." Es sei schön, wieder gemeinsam die heilige Messe feiern zu können. Es galten zahlreiche Schutzbestimmungen, zugelassen waren nur 122 Teilnehmer.

In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag über 163 200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: knapp 162 300 Infektionen). Mindestens 6715 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 6639). dpa

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