Ungeduld der Bürger wächst

Berlin- In Deutschland und Europa kommt das öffentliche Leben nach wochenlangen Corona-Restriktionen allmählich in Gang, zu Wochenbeginn gibt es weitere Lockerungen. Dennoch wächst die Ungeduld bei vielen Bürgern und in der Wirtschaft.

Am 6. Mai beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut. Kanzleramtschef Helge Braun hat die Bevölkerung auf eine Phase mit Ungleichbehandlungen vorbereitet. Beim schrittweisen Öffnen des Alltagslebens "kann es nicht immer eine absolute Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Bereiche geben, weil unser Vorgehen eben schrittweise ist", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag".

Sachsen-Anhalt geht bei den Lockerungen der strengen Corona-Beschränkungen bundesweit voran. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung beschloss am Samstag ein ganzes Bündel an Erleichterungen. Zentrale Änderung: Das Land weicht die Kontaktbeschränkungen deutlich auf. Statt wie bisher mit maximal einem Menschen abseits des eigenen Haushalts dürfen die Sachsen-Anhalter von Montag an sogar zu fünft zusammensein.

In einem weltweiten Kraftakt sollen am Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das Virus gesammelt werden, die dann alle Länder zu fairen Preisen bekommen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte vor einer Online-Geberkonferenz in Brüssel einen "deutlichen finanziellen Beitrag" aus Deutschland zu.

Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Deutschland gehen heute zum ersten Mal seit Wochen wieder in die Schule. Wie es für die restlichen Schüler weitergeht, bleibt in den meisten Bundesländern aber noch offen. Ein Präsenzunterricht im Schulgebäude ist zunächst nur für einzelne Jahrgänge geplant.

Im Kölner Dom hat es am Sonntag den ersten öffentlichen Gottesdienst seit dem 14. März gegeben. In den vergangenen Wochen habe man sich wegen der Corona-Pandemie mit der Übertragung von Gottesdiensten im Internet beholfen, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki. "Viele haben einfach als Corona-Engel gearbeitet und alte und gefährdete Menschen im Blick gehabt." Es sei schön, wieder gemeinsam die heilige Messe feiern zu können. Es galten zahlreiche Schutzbestimmungen, zugelassen waren nur 122 Teilnehmer.

In Deutschland sind bis Sonntagabend über 163 400 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag: mehr als 162 700 Infektionen). Mindestens 6728 Infizierte sind den Angaben zufolge bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6659). dpa

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