Trump rächt sich

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Washington- Nach seinem Freispruch im Amtsenthebungsverfahren hat US-Präsident Donald Trump gegen zwei Schlüsselzeugen in den Ermittlungen zurückgeschlagen. Ein Ukraine-Experte des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, Oberstleutnant Alexander Vindman, und der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, wurden von ihren Aufgaben entbunden. Beide hatten im US-Kongress gegen den Präsidenten ausgesagt, nachdem sie unter Strafandrohung vorgeladen worden waren. Am Samstag verbreitete Trump beißende Kritik an Vindman.

Vindman habe von seinem Vorgesetzten eine "schreckliche Bewertung" bekommen, schrieb Trump auf Twitter. Vindman habe "Probleme beim Urteilsvermögen, der Einhaltung der Befehlskette und dem Leaken von Informationen" gehabt, behauptete Trump weiter.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, nannte Vindman einen "amerikanischen Helden". "Die beschämende Entlassung von Oberstleutnant Vindman war ein klarer und dreister Akt der Rache, der die Angst des Präsidenten vor der Wahrheit zum Ausdruck bringt", erklärte Pelosi.

Vindmans Anwalt David Pressman hatte am Freitag erklärt: "Der mächtigste Mann der Welt ... hat entschieden, sich zu rächen." Vindman habe seinen Eid befolgt und seinem Land gedient - und habe gehen müssen, weil er die Wahrheit gesagt habe. Planmäßig hätte Vindman erst im Juli aus dem Nationalen Sicherheitsrat ausscheiden sollen, hieß es.

Auch Vindmans Zwillingsbruder, der ebenfalls für den Nationalen Sicherheitsrat arbeitete, sei von seinen Aufgaben im Weißen Haus entbunden worden. dpa

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