Oxford-Universität, Großbritannien: Die Hochschule forscht an einem Covid-19-Impfstoff. An einer ersten Versuchsreihe am Menschen wird Probanden ein potenzieller Impfstoff oder eine Vergleichsspritze injiziert. Etwa 100 Forschungsgruppen auf der ganzen Welt arbeiten an Impfstoffen gegen das Coronavirus (siehe Wirtschaft). FOTO: UNCREDITED/OXFORD UNIVERSITY/AP/DPA
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Oxford-Universität, Großbritannien: Die Hochschule forscht an einem Covid-19-Impfstoff. An einer ersten Versuchsreihe am Menschen wird Probanden ein potenzieller Impfstoff oder eine Vergleichsspritze injiziert. Etwa 100 Forschungsgruppen auf der ganzen Welt arbeiten an Impfstoffen gegen das Coronavirus (siehe Wirtschaft). FOTO: UNCREDITED/OXFORD UNIVERSITY/AP/DPA

Trump-Feldzug gegen WHO

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Washington/Genf- US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "China-Hörigkeit" vorgeworfen und mitten in der Coronavirus-Pandemie mit Austritt gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu "wesentlichen Verbesserungen" verpflichten, werde er die US-Zahlungen an die Organisation endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben Trumps an den WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die Organisation reagierte zunächst nicht auf die heftigen Drohungen aus dem Weißen Haus. Dafür sprachen ihr die 194 Mitgliedsländer auf der Jahrestagung in Genf ihr Vertrauen aus und forderten in einer Resolution "weltweiten, zeitnahen und gerechten Zugang und ebensolche Verteilung" von Impfstoffen und Medikamenten gegen die Krankheit Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst werden kann. Ärmere Länder haben Sorge, dass die reichen Länder zunächst nur ihre eigene Bevölkerung bedienen. Gestern sagte Trump mit Blick auf die WHO: "Sie müssen einen besseren Job machen. Sie müssen anderen Ländern gegenüber, einschließlich den USA, viel fairer sein." Der US-Präsident hatte bereits vor einem Monat eine vorläufige Einstellung der US-Zahlungen an die WHO veranlasst und damit international Kritik auf sich gezogen. Trotz der Kritik am Vorgehen Trumps gibt es Forderungen nach Reformen der WHO derzeit längst nicht nur in den USA. Die WHO müsse unabhängiger vom Einfluss einzelner Staaten und in ihrer koordinierenden Funktion stärker werden, sagte etwa Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Die WHO ist die wichtigste Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Gesundheitsbereich. Ihr Budget speist sich vor allem aus Spenden und nur noch zu weniger als einem Viertel aus verpflichtenden Beiträgen der Mitgliedsstaaten. Die USA sind in diesem Kreis der größte Zahler: Für die Jahre 2020 und 2021 sind jeweils fast 116 Millionen US-Dollar fällig. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) lobte den Beschluss der WHO in Genf: "Das ist ein großer Erfolg und ein wichtiges Zeichen unserer internationalen Geschlossenheit im Kampf gegen das Coronavirus."

US-Präsident nimmt Malaria-Mittel ein

Bislang gibt es weder Medikamente noch einen Impfstoff. Die Resolution verlangt auch eine unabhängige Untersuchung, wie die Welt und die WHO auf die Corona-Bedrohung reagiert haben. Unterdessen hat nach Irritationen über den künftigen Corona-Impfstoff und eine mögliche Bevorzugung der USA Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zwei Spitzenvertreter des Pharmakonzerns Sanofi empfangen. In dem Gespräch sei es primär um den Entwicklungsstand eines Impfstoffes gegangen, hieß es. Die Sanofi-Chefs teilten demnach die Forderung Macrons, dass das Impfmittel ein globales öffentliches Gut sein müsse.

US-Präsident Donald Trump hat unterdessen die Einnahme des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin zur Corona-Prophylaxe verteidigt. "Ich denke, es gibt einem ein zusätzliches Maß an Sicherheit", sagte Trump gestern im US-Kongress vor Journalisten. "Das ist eine individuelle Entscheidung." Trump hatte am Montag erklärt, er nehme seit etwa eineinhalb Wochen das Malaria-Präparat ein - obwohl es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit des Medikaments im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt. Das Mittel erhöht nach Angaben der US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen. dpa

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