Tiefe Spaltung offenbart

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Warschau- Die erste Runde der polnischen Präsidentenwahl hat zwar noch keine Entscheidung über ein neues Staatsoberhaupt gebracht, aber die tiefe politische Spaltung in Deutschlands Nachbarland erneut offenbart.

Die Prognosen nach dieser ersten Präsidentenwahl in einem EU-Land seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie deuten nun auf ein erstaunlich vorhersehbares Ergebnis hin: 42,9 Prozent der Stimmen entfielen auf Amtsinhaber Andrzej Duda, 30,3 Prozent auf seinen Konkurrenten vom liberalkonservativen Oppositionsbündnis Bürgerkoalition (KO), den Warschauer Oberbürgermeister Rafael Trzaskowski. Beide werden in einer Stichwahl am 12. Juli aufeinandertreffen. Die Wahl hat einmal mehr verdeutlicht, dass in Polen zwei Gesellschaften neben- und gegeneinander leben. Aus den bislang vorliegenden Teilauszählungen der Wahlkommission ergibt sich: Die Menschen im Süden und Osten sowie in den Dörfern und Kleinstädten gaben ihre Stimme Duda. Trzaskowski fand seine Unterstützer hauptsächlich in den Großstädten, im Westen und Norden.

Der katholische Publizist Szymon Holownia trat als unabhängiger Kandidat mit einem christdemokratischen Programm an. Laut Prognosen landete er mit 14 Prozent auf dem dritten Platz. Holownia hielt sich jedoch bisher mit einer direkten Wahlempfehlung zurück. dpa

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