Suche nach dem Motiv

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Frankfurt/Main (dpa). Nach der tödlichen Attacke auf einen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof hat der Tatverdächtige zu Hintergründen geschwiegen. "Er hat nichts zu einem möglichen Motiv gesagt oder dazu, warum er nach Frankfurt gekommen ist", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Derweil sind nach Angaben der Polizei 34 Hinweise von Zeugen bei den Ermittlern eingegangen, wie beispielsweise Videomaterial. Die Hinweise müssten nun ausgewertet werden.

Familie wollte in den Urlaub fahren

Der 40-Jährige, ein dreifacher Familienvater, sitzt seit Dienstag wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der aus Eritrea stammende Mann soll am Montag eine ihm unbekannte Frau aus dem Hochtaunuskreis und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Die 40-Jährige konnte sich retten, ihr Sohn wurde vom Zug überrollt und getötet. Die Leiche des Jungen muss laut Staatsanwaltschaft obduziert werden. Es wird demnach noch etwas dauern, bis der Leichnam freigegeben wird. Der Achtjährige und seine Mutter wollten vom Frankfurter Hauptbahnhof aus in den Urlaub fahren.

Die Familie des 40-Jährigen sieht sich Hetzkommentaren im Netz ausgesetzt. Medienberichte, wonach die Frau und die drei Kinder ihre Wohnung verlassen haben sollen, um sich in Sicherheit zu bringen, wollte die Schweizer Polizei nicht kommentieren. "Das ist ein Problem und es ist noch etwas unklar, ob die Kommentare aus Deutschland oder der Schweiz kommen. Wenn die Verfasser in der Schweiz sind, nehmen wir natürlich bei Bedarf Ermittlungen auf", hieß lediglich.

Aus Sicht des Kriminologen Christian Pfeiffer lassen sich derartige Gewaltverbrechen nicht generell verhindern. "Solche Taten können an jeder U-Bahn-Station oder Straßenbahnhaltestelle und jeder Ampel begangen werden. Da hilft auch noch so viel Einsatz von Polizei nicht viel", sagte der frühere Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen der "Passauer Neuen Presse". (Seiten 4 und 5)

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