Drama um Sea-Watch

Steinmeier kritisiert Italien

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Rom (dpa). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Italien wegen der Festnahme der deutschen Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete kritisiert. Im Sommerinterview des ZDF stellte er das Vorgehen der Regierung in Rom gegen die Seenotretter in Frage. Mit einem beispiellosen Manöver hatte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch zuvor die offene Konfrontation mit Italien gewagt. Trotz eines Verbots steuerte die 31 Jahre alte Kapitänin ihr Rettungsschiff mit 40 im Mittelmeer geretteten Migranten in der Nacht zum Samstag in den Hafen der sizilianischen Insel Lampedusa. Sie wurde festgenommen. Auf Rackete kommt eine Geldstrafe zu, im schlimmsten Fall Haft.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini erhob schwerste Vorwürfe gegen Rackete. Auf Steinmeiers Äußerungen hin erklärte Salvini, der deutsche Präsident möge sich um das kümmern, was in Deutschland geschehe, und seine Bürger auffordern, nicht gegen italienische Gesetze zu verstoßen. Für Salvini ist die Aktion der Beweis, dass die Seenotretter "Kriminelle" seien. Aus Deutschland erreichte die Kapitänin der "Sea-Watch 3" hingegen eine Welle der Solidarität.

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