Erleichterung bei den heimischen Einzelhändlern: Sie freuen sich wie hier die Homberger Buchhändlerin Ulrike Sowa, dass sie ihre Läden nach Wochen wieder für die Kundschaft öffnen dürfen. Es gelten aber auf beiden Seiten Vorschriften, die eingehalten werden müssen. FOTO: JOL
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Erleichterung bei den heimischen Einzelhändlern: Sie freuen sich wie hier die Homberger Buchhändlerin Ulrike Sowa, dass sie ihre Läden nach Wochen wieder für die Kundschaft öffnen dürfen. Es gelten aber auf beiden Seiten Vorschriften, die eingehalten werden müssen. FOTO: JOL

Startschuss für Geschäfte

  • vonDPA
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Berlin- In vielen Bundesländern sind gestern im Einzelhandel coronabedingte Beschränkungen gelockert worden. Dort öffneten erstmals seit mehreren Wochen wieder kleine und mittlere Geschäfte - allerdings unter Auflagen. Der mancherorts befürchtete Kundenansturm blieb zunächst aus. Die strikten Kontakt- und Abstandsregeln sollen mindestens bis zum 3. Mai weiter gelten.

Angesichts der immer lauteren Diskussion über weitere Lockerungen der Corona-Abwehrmaßnahmen rief Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich dazu auf, bei der Einhaltung der Regeln nicht nachzulassen. Sie warnte vor dem Risiko eines Rückfalls und der Notwendigkeit, die gerade beschlossenen Lockerungen dann wieder zurückzunehmen. "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen", sagte die CDU-Politikerin gestern in Berlin. "Wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben." In einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums machte sie nach Informationen der dpa ihrem Unmut Luft und sprach gar von "Öffnungsdiskussionsorgien" in einigen Ländern. Der Berliner Virologe Christian Drosten warnte davor, dass die Epidemie in nicht erwarteter Wucht wieder losgehen könnte.

Fast gleichzeitig mit Merkels Appell zur Disziplin brachte Familienministerin Franziska Giffey vom Koalitionspartner SPD aber eine weitere Lockerung ins Gespräch: eine vorsichtige Öffnung von Spielplätzen - insbesondere in Städten. Eltern in Bayern sollen zumindest für die kommenden drei Monate keine Kindergarten- oder Kita-Gebühren bezahlen müssen, solange diese wegen der Corona-Krise geschlossen sind. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an.

In Deutschland sind bis Montagnachmittag mehr als 143 100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag: 141 900). Mindestens 4514 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit (Vortag: 4400). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Krankschreibung weiter am Telefon

Für die ersten Schüler startete gestern die Schule wieder: In Sachsen kehrten die Abschlussklassen an ihre Unterrichtsstätten zurück. In den meisten Bundesländern gingen die Hochschulen ins Sommersemester - mit digitalen Lehrveranstaltungen. Unterdessen macht die SPD Druck auf Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU), das BAföG vorübergehend für Studenten zu öffnen, die wegen der Corona-Krise ihren Job verloren haben. Karliczek will lediglich zinslose Kredite gewähren.

Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften wird in immer mehr Ländern zur Pflicht. In Sachsen gilt die Maskenpflicht seit Montag, Mecklenburg-Vorpommern zieht nächsten Montag nach, Bayern ebenfalls, in Baden-Württemberg entscheidet das Kabinett heute. In Thüringen soll ab Freitag eine Maskenpflicht gelten. Zugleich verhängen auch in den anderen Ländern immer mehr Kommunen eine solche lokale Pflicht.

Arbeitnehmer mit Erkältungsbeschwerden können sich auch weiterhin per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen. Die entsprechende Sonderregelung sollte am gestrigen Montag eigentlich auslaufen, wird nun aber doch noch einmal bis vorerst 4. Mai verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen (G-BA) mitteilte.

Zurückhaltend äußerte sich die Kanzlerin zur SPD-Forderung nach Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und über eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie, wie von mehreren Ministerpräsidenten gefordert. dpa

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