Eine Erzieherin aus dem nordrhein-westfälischen Gangelt hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Ob in dem Kindergarten, in dem sie am Freitag noch gearbeitet hat, auch Kinder erkrankt sind, soll nun getestet werden. Auch ihr Mann und zwei weitere Personen aus dem Umfeld des Paares sind infiziert. FOTO: DPA
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Eine Erzieherin aus dem nordrhein-westfälischen Gangelt hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Ob in dem Kindergarten, in dem sie am Freitag noch gearbeitet hat, auch Kinder erkrankt sind, soll nun getestet werden. Auch ihr Mann und zwei weitere Personen aus dem Umfeld des Paares sind infiziert. FOTO: DPA

Spahn erwartet Epidemie

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Berlin/Idar-Oberstein-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet hierzulande mit einer Ausbreitung des Coronavirus. "Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Die Infektionsketten sind teilweise - und das ist eine neue Qualität - nicht nachzuvollziehen."

Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten weiter aufgehe. In Deutschland waren seit Dienstagabend bis zum frühen

Mittwochabend neun Infektionen bekannt geworden. Die Epidemie schlägt zunehmend auch auf die Wirtschaft durch. Sportevents wie das Formel-1-Rennen in Vietnam und die Olympischen Spiele in Tokio sind ungewiss.

Wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Erkrankung bei einem Reisenden ist am Mittwoch ein Regionalzug von Frankfurt nach Saarbrücken mit 70 Fahrgästen gestoppt worden. Der Mann war von einer Italien-Geschäftsreise zurückgekehrt. Er habe an sich selbst Symptome festgestellt, teilte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums mit. Bundespolizisten stoppten den Zug im Bahnhof Idar-Oberstein im südlichen Hunsrück.

Nach einer Untersuchung durch die Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Birkenfeld wurde der im Saarland wohnende Fahrgast mit den Symptomen zur weiteren Klärung in ein Krankenhaus der Region gebracht, wie die Sprecherin des Ministeriums mitteilte. Im Laufe des Donnerstags soll das Ergebnis vorliegen, wie die Kreisverwaltung am Abend mitteilte.

Der Mann habe sich in der Region Apulien aufgehalten, in der keiner der bislang 400 Coronavirus-Fälle in Italien aufgetreten ist, hieß es aus der Kreisverwaltung.

Ein Patient in Nordrhein-Westfalen wurde in der Nacht zum Mittwoch in kritischem Zustand auf die Intensivstation der Uni-Klinik Düsseldorf gebracht. Der 47-Jährige war am Montag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Erkelenz bei Aachen auf der

Intensivstation isoliert worden. Die Uni-Klinik Düsseldorf behandelte auch seine 46-jährige Frau. Die Kinder in dem Kindergarten, wo die Frau arbeitet, sollten getestet werden. Am Mittwochabend wurde bekannt, dass eine Mitarbeiterin des Mannes und deren Lebensgefährte ebenfalls infiziert sind.

Unter den Patienten aus Baden-Württemberg war ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen. Er habe sich vermutlich bei einer Reise nach Mailand infiziert. Bei den anderen Fällen handelt es sich nach Angaben der Uni-Klinik Tübingen um seine 24 Jahre alte Reisebegleiterin und deren

60-jährigen Vater.

Unterdessen wurden Fälle aus anderen europäischen Ländern wie Kroatien, Österreich, der Schweiz, Griechenland, Finnland und Norwegen bekannt. dpa " Seiten 5 und 6

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