Der Hamburger Hafen ist ein wichtiger Knotenpunkt für den deutschen Import und Export. Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Exporte wegen der Corona-Krise in diesem Jahr um 11,6 Prozent zurückgehen werden. Die Importe sinken demnach um 8,2 Prozent. FOTO: DPA
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Der Hamburger Hafen ist ein wichtiger Knotenpunkt für den deutschen Import und Export. Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Exporte wegen der Corona-Krise in diesem Jahr um 11,6 Prozent zurückgehen werden. Die Importe sinken demnach um 8,2 Prozent. FOTO: DPA

Schwere Rezession erwartet

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Berlin- Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einem dramatischen Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland und der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 6,3 Prozent zurückgehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch in Berlin bei Vorlage der Frühjahrsprognose. Für das kommende Jahr erwartet die Regierung demnach aber "im Zuge des Aufholprozesses" einen Zuwachs um 5,2 Prozent.

Im Einzelnen rechnet die Regierung mit einem Rückgang der Exporte im Jahr 2020 um 11,6 Prozent. 2021 sollen sie dann wieder um 7,6 Prozent zulegen. Auch die Importe dürften laut Prognose stark einbrechen, und zwar um 8,2 Prozent. Sie sollen im Jahr 2021 wieder um 6,5 Prozent zulegen.

Zudem erwartet die Bundesregierung wegen eine höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland. Demnach dürfte im laufenden Jahr die Erwerbstätigkeit um 370 000 Personen zurückgehen.

Unterdessen hat die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Damit sind die Pfingstferien in einzelnen Bundesländern, aber noch nicht die Schulferien im Sommer betroffen, die erst ab 22. Juni beginnen. Außenminister Heiko Maas äußerte am Mittwoch nach dem Kabinettsbeschluss die Hoffnung, dass bis dann die Grenzen zumindest zu einigen europäischen Ländern wieder für Touristen geöffnet werden können. "Das kann aber niemand versprechen", betonte er jedoch. Die ohnehin schon hart von der Corona-Krise getroffene Tourismusbranche erklärte, sie gebe den Sommer noch nicht verloren.

Arbeitnehmer können sich vorerst bis 18. Mai auch ohne Praxisbesuch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung wegen der Corona-Krise, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich ist, wurde erneut verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Sie wäre sonst am 4. Mai ausgelaufen. Befristet gilt nun weiter, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. Dies kann ebenfalls per Telefon um weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung soll die Ansteckungsgefahr in Arztpraxen verringern.

Tests werden ausgeweitet

Die Bundesregierung will die Tests auf das Coronavirus deutlich ausweiten. Einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nahm das Bundeskabinett an. Auch im Umfeld besonders gefährdeter Menschen etwa in Pflegeheimen soll verstärkt getestet werden können. Möglich werden sollen außerdem Tests auf Kassenkosten, auch wenn jemand keine Symptome zeigt. Ärzte und Labore sollen künftig auch negative Testergebnisse und genesene Fälle melden müssen.

In Deutschland sind bis Mittwochabend mehr als 159 000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 157 500 Infektionen). Mindestens 6132 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 6054).

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit Stand Mittwoch bei 0,75. Das bedeutet, dass im Mittel jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 120 400 Menschen die Infektion überstanden. AFP/dpa

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