Hochgeräumte Stühle in einem leeren Klassenzimmer: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. FOTO: DPA
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Hochgeräumte Stühle in einem leeren Klassenzimmer: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. FOTO: DPA

Öl-Förderung

Schutzschirm für Verbraucher?

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Berlin- Auswirkungen der Corona-Krise treffen die Wirtschaft gerade hart - doch wie lange können auch Kunden, Mieter und Reisende die Ausnahmelage durchstehen? Die Verbraucherzentralen pochen auf den Schutz von Käuferrechten und bringen schon weitere Hilfen ins Spiel. "Dann brauchen wir auch einen finanziellen Schutzschirm für Verbraucher", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. dpa

Frankfurt/Warschau- Der Ferienflieger Condor mit fast 5000 Beschäftigten muss erneut um seine Zukunft zittern. Der Deal mit der polnischen Fluggesellschaft Lot, die Condor eigentlich in diesen Tagen übernehmen sollte, ist in der Corona-Krise geplatzt. Der Lot-Mutterkonzern PGL sagte den geplanten Kauf am Ostermontag ohne Begründung ab. Bei der Suche nach einem neuen Eigner sieht das Unternehmen den deutschen Staat als möglichen Retter. In Frage komme unter anderem ein Modell, bei dem ein Treuhänder das Unternehmen bis zu einem späteren Verkauf führen könnte. dpa

Wien- Mit einer beispiellosen Drosselung der Ölproduktion stemmen sich wichtige Förderländer gegen einen weiteren Preisverfall beim Rohöl. Im Mai und Juni werden die Mitglieder des Ölkartells OPEC und ihre Partner täglich zusammen 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) weniger fördern, teilte die OPEC am Montag mit. Auch danach werden bis zum 30. April 2022 die Förderlimits an die wegen der Corona-Krise eingebrochene Nachfrage angepasst. Ölmarkt-Analysten gehen davon aus, dass die Ölnachfrage im zweiten Quartal um 15 Millionen Barrel am Tag sinken wird. dpa

Tschernobyl- Feuerwehrleute in der Ukraine kämpfen noch immer gegen die Waldbrände um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl. Mehr als eine Woche nach dem Ausbruch des Feuers setzten die Behörden auch gestern Löschflugzeuge und Hubschrauber zum Löschen ein. 362 Einsatzkräfte seien vor Ort, hieß es. In dem radioaktiv belasteten Gebiet brannten Gras, Gestrüpp und Waldboden. dpa

London- Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, ist im Botschaftsexil in London Berichten zufolge heimlich Vater von zwei Kindern geworden. Der älteste Sohn soll dem "Guardian" zufolge drei Jahre alt sein, der zweite ein Jahr. Mutter der beiden Jungen ist demnach die Anwältin Stella Moris. Angesichts der Corona-Pandemie sorge sie sich um Assanges Leben in einem Londoner Gefängnis, so die Nachrichtenagentur PA. dpa

Köln- Die Corona-Krise gefährdet nach UNICEF-Angaben die fragile Grundversorgung der ärmsten Kinder in vielen Entwicklungsländern und Krisengebieten. "Die Pandemie ist für Millionen Kinder eine existenzielle Gefahr", sagte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider. "Nur durch ein internationales koordiniertes Handeln können wir verhindern, dass aus der weltweiten Gesundheitskrise eine globale Katastrophe für Kinder wird." dpa

Berlin- Wegen der Corona-Krise wird Ostern 2020 noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der leeren Kirchen. Auch Straßen und Parks waren trotz viel Sonne längst nicht so voll wie sonst. Immer noch gilt: Abstand halten. Die meisten Leute folgen den Vorgaben. Nur: Wie lange dauert das alles noch? Die Wissenschaftsakademie Leopoldina plädierte gestern für einen "realistischen" Zeitplan zurück zur Normalität und empfahl eine schrittweise Öffnung. Die Wissenschaftler raten, Schulen "sobald wie möglich" wieder zu öffnen - angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen.

Die Leopoldina nannte allerdings auch zahlreiche Voraussetzungen, damit das öffentliche Leben wieder normaler ablaufen kann: Die Zahl der Neuinfektionen müsse sich auf niedrigem Niveau stabilisieren. Kliniken bräuchten genug Reserve. Schutzmaßnahmen wie Hygiene, Abstandsregeln und auch das Tragen von Schutzmasken müssten eingehalten werden. Dann könnten Einzelhandel und Gastgewerbe wieder öffnen, Menschen wieder reisen. Für den öffentlichen Personenverkehr empfehlen die Wissenschaftler eine Mundschutzpflicht.

Mehrheit steht zu Kontaktverbot

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet. In dieser Woche stehen in Deutschland erste Entscheidungen über eine Lockerung an. Morgen berät Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wird sich erst in 14 Tagen konkret sagen lassen, wie die Infektionskurve über Ostern verlief. In Deutschland wurden bislang mindestens 124 189 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Mindestens 2834 Infizierte starben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben etwa 64 300 Menschen die Infektion überstanden, etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten. Die tatsächliche Zahl dürfte weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche Infektionen, die mild oder ganz ohne Symptome verliefen, gar nicht erfasst wurden. Bei der weltweiten Suche nach einem Corona-Impfstoff zeigt sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterdessen optimistisch. Die deutsche Politikerin hofft, dass Ende des Jahres ein Impfstoff entwickelt sein könnte.

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lockerung der Kontaktverbote. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnte in einer TV-Ansprache zu Geduld, Disziplin und Solidarität.

Ostermärsche der anderen Art

Die Organisatoren der traditionellen Ostermärsche für Frieden und Abrüstung haben eine positive Bilanz gezogen - auch wenn in der Corona-Krise in diesem Jahr einiges anders lief als sonst. Das Netzwerk Friedenskooperative teilte mit, statt gemeinsam auf die Straße zu gehen, hätten Menschen sich von zu Hause aus beteiligt - etwa über Botschaften in den Fenstern und auf Balkonen oder über die Website www.ostermarsch.de. dpa

" Mehr im Innenteil

Paris/London/Washington- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen Covid-19 um einen Monat bis zum 11. Mai verlängert. Es gebe Hoffnung, sagte Macron am Montagabend in einer Fernsehansprache. Aber in der Region Grand Est oder im Großraum Paris seien die Krankenhäuser überlastet. Der Präsident bedankte sich bei allen, die sich an die Regeln halten. Er wisse, dass dies noch schwieriger sei, wenn man in einer engen Wohnung lebe. Der 11. Mai als Ende der Ausgangsbeschränkungen sei aber nur möglich, wenn sich die Menschen weiter verantwortungsbewusst verhalten, warnte Macron. Ab dann sollen Schulen und Kitas schrittweise wieder öffnen. Restaurants, Cafés oder Hotels sollen vorerst geschlossen bleiben. Auch Senioren oder chronisch Kranke sollen dann weiter zu Hause bleiben. Ab dem 11. Mai solle es genug Kapazitäten geben, um alle Menschen mit Symptomen zu testen. Wer das Virus hat, solle dann in Quarantäne. Die strengen Regeln gelten bereits seit dem 17. März.

US-Präsident Donald Trump möchte die USA schnellstmöglich wieder in den Normalbetrieb versetzen. Das öffentliche Leben steht wegen der Krise in weiten Teilen still, was der Wirtschaft extrem zu schaffen macht. Der Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci hält eine Rückkehr zur Normalität allenfalls schrittweise und mit regionalen Abstufungen für möglich. Die USA haben inzwischen in absoluten Zahlen weltweit die meisten Toten durch die Corona-Epidemie zu verzeichnen: Über 22 000 Menschen starben bis zum Ostermontag im Zusammenhang mit dem Virus.

In Spanien dürfen Hunderttausende Menschen wieder zur Arbeit gehen. Einen Hoffnungsschimmer gab es auch aus Italien, wo am Ostersonntag 431 Corona-Tote binnen 24 Stunden registriert wurden. So niedrig war der Anstieg seit Längerem nicht gewesen. Insgesamt starben in dem Land seit Februar 19 899 Menschen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit, wie der Zivilschutz mitteilte.

Von einem "düsteren Tag" sprach der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. Die Corona-Todeszahlen hatten am Wochenende die 10 000er-Marke übersprungen. Experten rechnen mit einer hohen Dunkelziffer, da vor allem viele Opfer in Seniorenheimen noch nicht erfasst sind. Viele Experten fürchten, dass das Gesundheitssystem der Krise nicht standhalten werde. Aber zumindest der an Covid-19 erkrankte Premierminister Boris Johnson hat seine schwere Erkrankung überstanden. Er konnte das Krankenhaus verlassen. dpa

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